Newsticker
Bald vier Impfstoffe in Europa? Am 11. März wird über Johnson-Impfstoff entschieden
  1. Startseite
  2. Lokales (Neuburg)
  3. Kritik an neuen Auflagen und Volksbegehren

25.01.2019

Kritik an neuen Auflagen und Volksbegehren

Erika Meyer

BBV-Landfrauen tagten in Bertoldsheim

Wie komplex die Arbeit der Landwirte geworden ist, machte BBV-Kreisgeschäftsführerin Erika Meyer bei der Gebietsversammlung der Landfrauen in Bertoldsheim deutlich. Anbindehaltung, Kastenstand, Ferkelkastration, afrikanische Schweinepest und das Volksbegehren „Stoppt das Artensterben“ der ÖDP nannte sie als die derzeitigen Themen, die den Landwirten große Sorgen machten.

Meyer gab Folgendes zu bedenken: Die Forderung nach einer Anbindehaltung käme von den Molkereien und habe absolut nichts mit der Realität zu tun, denn 50 Prozent der kuhhaltenden Betriebe würden ihre Tiere noch so halten. Es würden heute moderne Betriebe gebaut, die morgen nicht mehr erwarten könnten, dass ihr Stall den neuesten Anforderungen entspräche. Wer könne schon sagen, wie lange die Laufstallhaltung noch opportun sei? Zur Ferkelkastration sagte sie: Ein Ferkelerzeuger müsse von den 30 Euro, die er für ein Ferkel erhalte, allein schon fünf Euro für die Kastrationskosten abziehen, wenn sie vom Tierarzt durchgeführt würde. Bei der Verwendung von Narkosegas müsse man gesundheitliche Schäden beim Anwender erwarten. Beim Volksbegehren gehe es nicht allein um die Bienen, denn fast alles, was in dem Gesetzentwurf stehe, beträfe allein die Bauern.

Bevölkerung ins Boot holen

In Bayern sei die landwirtschaftliche Fläche von circa vier Millionen Hektar im Jahre 1960 auf 3,2 Millionen Hektar im Jahre 2016 zurückgegangen. „Wenn man die Arten retten will, muss man die Gesamtbevölkerung an Bord holen“, forderte die Geschäftsführerin. Der Gesetzentwurf mit 30 Prozent Anteil des Ökolandbaus an der gesamtlandwirtschaftlichen Fläche mache den Ökolandbau kaputt und sei ein Versuch, die Planwirtschaft einzuführen. Erika Meyer begrüßte aber auch die bereits bestehenden Regelungen, die den Abstand zu Nachbargrundstücken bei der Anwendung von Pflanzenschutzmitteln beschreiben. Sie zeigte Beispiele von gelungenen Grün- und Blühstreifen, die auch die Biodiversität erhalten und dazu beitragen könnten, dass die Kritik an der Landwirtschaft weniger würde. (mg)

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren