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Neuburg

21.11.2017

Kunstrasenplatz: Der Kompromiss gewinnt

Große Fußballkunst oder unnötiger Luxus? Der Stadtrat muss für oder gegen den 250000-Euro-Zuschuss des Kunstrasenplatzes der SpVgg Joshofen/Bergheim stimmen.
Bild: Jan Peter Steppat (Symbolbild)

Ein Kunstrasenplatz für die SpVgg Joshofen/Bergheim sorgt für kontroverse Diskussionen. Vor der Sitzung des Stadtrats fordern Kinder mit Sprechchören das „Ja“ des Gremiums. Das kriegen sie nur zum Teil.

Nicht einmal zu den Hochphasen der Brückendiskussion hat das Rathaus einen derartigen Menschenauflauf gesehen. Dutzende Kinder und Jugendliche forderten zusammen mit den Betreuern und Verantwortlichen der SpVgg Joshofen/Bergheim die Stadträte im Foyer auf, für den lang ersehnten Kunstrasenplatz zu stimmen. Eine Aktion, die nicht bei allen Stadträten gut ankam. Elfriede Müller (CSU) fühlte sich von der Aktion überrumpelt und machte ihren Ärger Luft: „Warum werden Kinder instrumentalisiert, hier mit Trillerpfeifen aufzutreten. Glauben Sie die Stadträte haben kein Herz“, richtet sie ihre Worte in Richtung Gremium und voll besetzten Zuschauerraum.

Es geht um einen Kunstrasenplatz. Ein Projekt, das rund 550000 Euro kosten und das die Stadt mit 250000 Euro bezuschussen soll, fordern die Verantwortlichen der SpVgg. Vor zwei Wochen hat der Finanzausschuss mit einer knappen Abstimmung grünes Licht gegeben (wie berichtet). Am Dienstagabend musste schließlich der Stadtrat entscheiden, ob tatsächlich Gelder fließen.

Grundsätzlich gibt es zwei Aspekte , in denen sich die Stadträte und Matthias Fischer-Stabauer, der für den Verein eröffnete, einig waren. Niemand ist grundsätzlich gegen den Platz. Aber die Fördersumme von einer Viertel Million Euro ist ausgesprochen hoch. Fast viermal so hoch, wie die nicht verbindliche Satzung für Vereinszuschüsse mit ihrer Zehn-Prozent-Regelung vorsieht. Fischer-Stabauer berichtigte in seiner Rede einige Fehlinformationen der im Vorfeld „emotional gewordenen“ Debatte: Alle Neuburger Jugendmannschaften trainieren kostenlos auf dem Kunstrasenplatz, Erwachsene zahlen. Der Platz kann 20 bis 30 Jahre genutzt werden. Die Stadt spart auch Geld, weil sich der Verein um die Rasenpflege kümmert, was bislang der Bauhof übernimmt. Das sind immerhin 4500 Euro im Jahr, bestätigt Kämmerer Markus Häckl.

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Die Argumente überzeugten die Stadträte, die nicht bereits von Anfang an überzeugt waren, nur zum Teil. Während Fritz Goschenhofer (CSU) seine Kollegen aufforderte, den Sport zu fördern und die Ausgaben mit denen der Ausstellung „FürstenMacht und wahrer Glaube“ verglich, räumte die SPD vorrangig ihre Bedenken ein. Ralph Bartoschek erklärte sich bereit, für die üblichen zehn Prozent Bezuschussung zu stimmen, wenn entweder eine Arbeitsgemeinschaft der Neuburger Vereine entsteht, die den Platz zusammen bauen, oder aber die SpVgg Sponsoren auftreibt.

Klaus Brems reichte einen weiteren Antrag ein: 110000 Euro – also 20 Prozent wegen der Besonderheit des Projekts – bezuschusst die Stadt, die restlichen 140000 Euro werden als Darlehen gegeben. Schließlich war es Otto Heckl, dessen Vorschlag bei den Stadträten die Mehrheit (17 zu 13 Stimmen) fand: 200000 Euro erhält der Verein als Zuschuss. 50000 Euro müssen die Verantwortlichen durch Sponsorengelder auftreiben. Zuvor haben die Stadträte die volle Bezuschussung von 250000 Euro mit 16 zu 13 Stimmen abgelehnt. Aus der CSU-Fraktion hat am Ende allein Matthias Enghuber gegen den Kompromiss gestimmt. Er hat bereits im Finanzausschuss seine Bedenken eingeräumt, dass mit dem Votum ein Präzedenzfall geschaffen wird.

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