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Neuburg an der Donau

29.01.2019

Landratswahl: Neuburg will nicht mehr das Schlusslicht sein

Auf eine höhere Wahlbeteiligung an der Landratswahl insgesamt, speziell aber in Neuburg, hofft am Sonntag bei der Stichwahl Oberbürgermeister Bernhard Gmehling.
Bild: Veronika Lintner

Neuburg hatte bei Teil 1 der Landratswahl die geringste Wahlbeteiligung aller 18 Kommunen im Landkreis. Das soll bei der Stichwahl am Sonntag anders werden. 

Das stinkt Oberbürgermeister Bernhard Gmehling. Schlappe 35 Prozent Wahlbeteiligung wurden am Ende des ersten Durchgangs zur Wahl des neuen Landrats in der Stadt verzeichnet. Damit nahm Neuburg Rang 18 von 18 Kommunen im Landkreis Neuburg-Schrobenhausen ein. „Ich will nicht schimpfen“, sagt er. „Aber Schlusslicht zu sein, ist nicht erfreulich.“ Da ist wohl auch der natürliche Ehrgeiz als Sportler in ihm geweckt. Jetzt hofft Gmehling, dass Neuburg bei der Stichwahl am Sonntag besser abschneidet.

Die Beteiligung an der Landratswahl war mit 41,2 Prozent insgesamt enttäuschend. Von den gut 76.000 Wahlberechtigten rafften sich damit nur rund 31.000 auf, ihr Kreuzchen zu machen. In Neuburg waren das von 22.799 exakt 7976. Nur unwesentlich höher war das Interesse allerdings auch in Schrobenhausen (36,4 %), Karlskron (37,6), Königsmoos (39,4) oder Karlshuld (39,6).

Wenngleich in einer Demokratie natürlich jeder frei entscheiden könne, ob er wählen geht oder nicht, verweist Neuburgs Rathauschef auf andere Länder in der Welt, in denen es Bürgerkriege gebe, damit die Menschen überhaupt wählen gehen dürfen.

Eine Erklärung für die schwache Beteiligung an der Landratswahl generell hat der Oberbürgermeister nicht

Eine Erklärung, warum die Beteiligung so schwach war, hat Gmehling nicht. Es verwunderte ihn allerdings, dass er am Wahlsonntag noch Leute getroffen hat, die von der Wahl eines neuen Landrats gar nichts wussten, obwohl die Medien und die Parteien hinreichend darauf hingewiesen hätten. Eine Erklärung, dass das Thema wohl ein bisschen untergegangen sein könnte, sieht Gmehling im Zeitpunkt der Wahl so kurz nach Weihnachten und Silvester. Denn noch wenige Wochen zuvor waren ja in Neuburg noch 66,2 Prozent zur Landtagswahl gegangen. „Die jetzigen 35 Prozent sind fast nicht zu erklären.“

Jetzt hofft der Oberbürgermeister darauf, dass sich das bei der Stichwahl am kommenden Sonntag ändern und Neuburg dann besser dastehen wird. Mit seinem Appell an die Bürger, zur Stichwahl zu gehen, ist Bernhard Gmehling übrigens nicht allein. Sogar schriftlich haben dies auch die Bürgermeister Tobias Gensberger (Bergheim) und Wigbert Kramer (Rohrenfels) getan. Sie bitten in dem Schreiben ebenfalls eindringlich darum, dass die Bürger doch von ihrem Wahlrecht Gebrauch machen sollen.

Ein Landrat ist nicht zuletzt der entscheidende Ansprechpartner für die 18 Bürgermeister im Landkreis

Schließlich hat ein Landrat eine verantwortungsvolle Rolle auszufüllen. Nicht nur, dass er die von den Kreisräten gefassten Beschlüsse umsetzen muss. Er ist in den kommenden sieben Jahren auch der entscheidende Ansprechpartner für die 18 Bürgermeister und soll ihre Belange berücksichtigen. Ein Landrat wird außerdem versuchen, seine innovativen Ideen zu realisieren, um „seinen“ Landkreis damit vorwärts zu bringen. Die Umsetzung eines Müllkonzeptes oder der Neubau der Realschule unter Roland Weigert sind zwei Beispiele dafür. Oder etwa auch die Einrichtung einer Geriatrie in Neuburg sowie das mit viel Überzeugungskraft errungene Donaumoosentwicklungskonzept unter Altlandrat Richard Keßler.

„Ein Landrat ist ganz einfach eine wichtige Person“, sagt Neuburgs OB kurz und bündig. Er kann, ja muss gestalten können, den Blick in die Zukunft richten, sich ein gutes Netzwerk – auch nach München – aufbauen und das nötige Fingerspitzengefühl haben, um einen Verwaltungsapparat mit über 400 Mitarbeitern zu führen. „Und jeder kann mit seiner Stimme am Sonntag direkt Einfluss darauf nehmen, wer diese Rolle übernehmen soll“, sagt Gmehling: Fridolin Gößl (CSU) oder Peter von der Grün (Freie Wähler).

Ein kleiner Hoffnungsschimmer, dass zumindest in Neuburg eine höhere Wahlbeteiligung erreicht wird: Mit dem Ende der Online-Anforderung der Unterlagen sind bis Dienstag knapp 3100 Anträge zur Briefwahl im Einwohnermeldeamt der Stadt eingegangen. Beim ersten Durchgang waren es noch insgesamt 2800.

Kontakt Informationen rund um die Landratswahl gibt es im Einwohnermeldeamt der Stadt Neuburg auch noch am Wahlsonntag unter Telefon 08431/55332.

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