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Neuburg-Schrobenhausen

20.01.2019

Landratswahl noch ohne Sieger: Die Karten werden neu gemischt

Starten in eine zweite Wahlkampfrunde: Peter von der Grün (links) und Fridolin Gößl. Am 3. Februar müssen die Wähler ihre Stimme für einen der beiden Kandidaten abgeben.
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Starten in eine zweite Wahlkampfrunde: Peter von der Grün (links) und Fridolin Gößl. Am 3. Februar müssen die Wähler ihre Stimme für einen der beiden Kandidaten abgeben.
Bild: Claudia Stegmann

Fridolin Gößl und Peter von der Grün liefern sich bei der Landratswahl ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Am 3. Februar kommt es deshalb zur Stichwahl.

Gut 30.000 Wähler haben am Sonntag im Landkreis Neuburg-Schrobenhausen gewählt, doch einen neuen Landrat gibt es trotzdem noch nicht. Denn zwischen Fridolin Gößl (CSU) und Peter von der Grün (Freie Wähler) kommt es am 3. Februar zur Stichwahl.

Landratswahl in Neuburg-Schrobenhausen: Fridolin Gößl hauchdünn vor Peter von der Grün

Mit 13.085 Stimmen liegt Fridolin Gößl nur 331 Stimmen vor Peter von der Grün, der 12.754 Wähler von sich überzeugen konnte. Das vorläufige Endergebnis am Sonntagabend war dementsprechend knapp zwischen den beiden: 41,6 zu 40,6 Prozent. Erwartungsgemäß chancenlos blieben dagegen die Kandidaten der SPD und der Grünen: Werner Widuckel erhielt 10,8 Prozent (3394 Stimmen) und Norbert Mages 7,0 Prozent (2194 Stimmen).

Peter von der Grün konnte vor allem im Süden des Landkreises punkten. In Waidhofen, wo der 46-Jährige aufgewachsen ist, holte er satte 71,2 Prozent der Stimmen. Doch auch in Berg im Gau, Gachenbach, Langenmosen, Aresing und in Schrobenhausen machte die Mehrheit der Wähler ihr Kreuz bei dem FW-Kandidaten. Gleiches gilt für seine jetzige Heimatgemeinde Rennertshofen, in der ihn 53 Prozent wählten.

Fridolin Gößls Anhänger sitzen dagegen eher in der nördlichen Landkreishälfte. In Karlskron, Bergheim, Rohrenfels, Ehekirchen, Burgheim und Neuburg wurden die meisten Kreuze bei dem CSU-Kandidaten gemacht. Auch die Oberhausener, die ihn seit 16 Jahren zum Bürgermeister haben, würden ihn mehrheitlich „hergeben“, um ihn in den Dienst des Landkreises zu stellen. Überzeugen konnte Fridolin Gößl auch in Königsmoos und Brunnen. Das mit Abstand knappste Ergebnis gab es in Weichering: Dort lagen zwischen Fridolin Gößl und Peter von der Grün gerade mal drei Stimmen Unterschied.

Eine Stichwahl zwischen Fridolin Gößl und Peter von der Grün haben viele vorausgesehen

Als Neuburg seine Ergebnisse meldete, war die Freude groß bei den CSU-Mitgliedern: Hier wählten 47,4 Prozent der Wähler Fridolin Gößl.
Bild: Claudia Stegmann

Dass es zwischen Fridolin Gößl und Peter von der Grün zu einer Stichwahl kommen würde, war nicht nur aus den Reihen der Freien Wähler vorausgesagt worden. „Es ist so gekommen, wie viele Leute gesagt haben“, wertete dementsprechend auch Peter von der Grün das Ergebnis, das bis zuletzt ein Kopf-an-Kopf-Rennen war. Mit seinem Ergebnis sei er absolut zufrieden, doch jetzt würden die Karten neu gemischt.

Mit Blick auf die Ergebnisse, die Werner Widuckel und Norbert Mages eingefahren haben, sagte er. „Die beiden haben zusammen 18 Prozent bekommen. Es wird also derjenige Landrat, dem es gelingt, die Mehrheit dieser Wähler zu begeistern.“ Dafür müssten die Freien Wähler insbesondere in jenen Gemeinden, die Fridolin Gößl für sich verbuchen konnte, in den nächsten zwei Wochen aber noch mal Gas geben. Mit welchen Veranstaltungen sie die Wähler für sich gewinnen wollen, werde heute beraten.

Norbert Mages (vorne) und Werner Widuckel sind aus dem Rennen.
Bild: Claudia Stegmann

Ihre Hausaufgaben wird jetzt auch die CSU machen. Es werde in den nächsten zwei Wochen noch einige Veranstaltungen geben, sagte Fridolin Gößl und kündigte schon mal den Besuch von Ministerpräsident Markus Söder an. Wie bei seinen Mitstreitern, liegen drei Monate Wahlkampf hinter ihm. Infostände, Bürgergespräche, Diskussionsrunden, Besuche auf Weihnachtsmärkten, Festen und Veranstaltungen – „da verliert man irgendwann das Gespür und kann die Stimmung beim Wähler nur noch schlecht einschätzen“. Wie er sagte, habe er mit einer Stichwahl gerechnet. Bei vier Kandidaten sei das keine große Überraschung.


Für Widuckel und Magnes ist die Landratswahl schon vorbei

Entspannt zurücklehnen können sich dagegen jetzt Werner Widuckel und Norbert Mages, denn für sie ist der Wahlkampf beendet. „Ich habe gewusst, dass Bäume nicht in den Himmel wachsen“, sagte Widuckel. Doch im Verhältnis zur schwierigen Ausgangsposition nach der Landtagswahlschlappe sei er mit seinem Ergebnis von 10,8 Prozent zufrieden. In seinem Heimatort Karlskron holte er sogar 30,4 Prozent – „das zeigt mir, dass meine persönliche Arbeit anerkannt wird“.

Auch Norbert Mages hat keine Wunder erwartet. „Man muss schließlich schauen, wo man herkommt“, wertet er sein Ergebnis von 7,0 Prozent. Als er vor 25 Jahren in Oberfranken schon einmal als Landratskandidat der Grünen kandidiert hat, habe er acht Prozent erhalten. „Das eine Prozent hätte ich mir schon noch gerne auf die Fahne geschrieben.“ Neuburg-Schrobenhausen sei (noch) kein grüner Landkreis, aber insofern sei es wichtig gewesen, einen Kandidaten zu präsentieren.

Lesen Sie dazu den Kommentar von Manfred Rinke: Die Landratswahl wird jetzt richtig spannend

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