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Neuburg

22.02.2018

Ministerrat gibt grünes Licht für den Campus

Auf dem Areal der ehemaligen Lassigny-Kaserne (rechter Bereich) soll sich ab 2020 ein Hochschulcampus entwickeln. Der Ableger der TH Ingolstadt soll 1000 bis 1500 Studenten Raum bieten – vielleicht sogar mehr, auf was Andeutungen von Bayerns künftigen Ministerpräsidenten Markus Söder hindeuten.
Bild: Stadt Neuburg (Archivfoto)

Neuburg bekommt einen Ableger der Technischen Hochschule, das ist jetzt sicher. Ein geplantes Studienfeld soll „Nachhaltige Infrastruktur“ sein.

Die Frage, ob Neuburg zu einer Studentenstadt wird, ist jetzt beantwortet. Wie das Kultusministerium auf Anfrage der Neuburger Rundschau mitteilt, hat das Bayerische Kabinett grünes Licht für weitere Planungen zum Ausbau der Technischen Hochschule Ingolstadt gegeben – und zwar an beiden Standorten, Ingolstadt und Neuburg.

Die Entscheidung traf der Ministerrat bereits im Januar. Davor war dem Kabinett ein umfangreiches Gutachten, das die TH Ingolstadt erstellt hat, vorgestellt worden. Die jetzt positive Entscheidung für einen Campus auf dem Gelände der ehemaligen Lassigny-Kaserne soll auch ein Signal dafür sein, dass die Hochschullandschaft an und um einen wichtigen Industriestandort in Bayern weiter entwickelt werden soll. Neben Ingolstadt und Eichstätt sollen sich den Menschen weitere, vielfältige Möglichkeiten auftun und das Profil der Technischen Hochschule als „Mobilitätshochschule“ weiter gestärkt werden.

Künftig sollen, teilt das Kultusministerium weiter mit, interessierte Frauen und Männer an der TH Ingolstadt neue Bachelor- und Masterabschlüsse im Bereich der Mobilität erwerben können. Im neuen Studienfeld „Gesundheit und Demografie“ seien zum Beispiel technisch orientierte sowie wirtschafts- und sozialwissenschaftlich orientierte Studiengänge vorgesehen. An der Außenstelle in Neuburg plant die Technische Hochschule Ingolstadt ein Studienfeld „Nachhaltige Infrastruktur“ mit einem Angebot an Bachelor- und Masterstudiengängen.

Andere Fragen blieben noch unbeantwortet. Etwa die nach dem anvisierten Beginn der Umbauarbeiten auf dem ehemaligen Kasernengelände. Oder die nach der Größenordnung des Vorhabens – also welche Investitionssumme man im Auge hat und wie viele Studenten in Neuburg studieren sollen. Über weitere Details, so das zuständige Ministerium, werde erst informiert, wenn die Planungen weiter fortgeschritten sind.

Nachdem die Stadt bisher noch keine offizielle Nachricht aus München bekommen hatte, zeigte sich Stadtjurist Ralf Rick gestern sehr erfreut, als er im Gespräch mit der NR von der positiven Entscheidung des Ministerrats erfuhr. „Das ist ein echter Meilenstein für die Entwicklung Neuburgs“, meinte der Berufsmäßige Stadtrat. Demnächst sei wieder ein Treffen der Arbeitsgruppe angesetzt. Zu ihr gehören Vertreter der Stadt, des Landkreises, des Staatlichen Bauamtes, der IMBY (Immobilien Freistaat Bayern) und der Technischen Hochschule Ingolstadt. In diesem Kreis könnten nach der Entscheidung des Kabinetts nun die Vorarbeiten intensiviert werden. Dabei gehe es neben dem Grundstückskauf durch den Freistaat und des Aufstellens eines Bebauungsplans vor allem um die Planung der künftigen Gebäude.

Der Start des Hochschulcampus soll im Zuge der vertraglich zugesicherten Auflösung der Gemeinschaftsunterkunft (GU) für Asylbewerber erfolgen. Die ist der Stadt für Ende 2019 versprochen. Der Hochschulableger macht auch einen Umzug des Obdachlosenheims notwendig. Oberbürgermeister Bernhard Gmehling habe dafür, wie er sagte, bereits eine mögliche Lösung im Auge.

Dass gleich mit der Auflösung der GU 2020 Hunderte junger Frauen und Männer in Neuburg ihr Studium beginnen, ist nicht zu erwarten. „Das wird sich Schritt für Schritt entwickeln, bis die Gebäude der Hochschule auf dem Campus und die Unterkünfte für die Studenten errichtet sind“, sagt Rick, der nach wie vor von einer Größenordnung von 1000 bis 1500 Studierenden ausgeht.

Ministerpräsident in spe Markus Söder hatte dagegen bei seinem Besuch auf dem Weihnachtsmarkt in Neuburg den Eindruck erweckt, dass der Hochschulcampus möglicherweise größer werden könnte, als bislang angenommen. „Das soll eine starke Schule werden, dabei geht es um eine langfristige Perspektive und deshalb braucht es ein tragfähiges Konzept“, sagte Söder Mitte Dezember. Er denke in dieser Sache eher größer und sprach von durchaus auch mehr als der bisher angesetzten Studentenzahl.

Für Bayerns künftigen Ministerpräsidenten passe das Vorhaben zum Plan, dass die Große Kreisstadt sich mit dem künftigen Regionalzentrum Ingolstadt als direkte Nachbarstadt noch stärker verzahnen soll, um dann in einer Regiopolregion gemeinsam mehr erreichen zu können.

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