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Natur

11.07.2019

Mit Blühwiesen das Stadtbild in Neuburg bereichern

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4 Bilder
Eine bunte Blühwiese schmückt das von Kindern gebaute Insektenhaus beim Bürgerhaus im Ostend.
Bild: Manfred Rinke

Stadtrat Alfred Hornung nennt es eine Pflichtaufgabe der Kommune, für Blühflächen zu sorgen. In Neuburg tut sich in dieser Hinsicht bereits einiges.

Blumen auf Blühflächen in die Stadt bringen und damit Insekten und in der Folge auch Vögel eine Nahrungsgrundlage zu geben, sieht Stadtrat Alfred Hornung als Pflichtaufgabe einer Kommune an. Er nimmt damit vor allem die Landwirte in Schutz, die beim jüngsten Volksbegehren für Artenvielfalt als Bösewichte dargestellt wurden. Denn auch Kommunen hätten genügend Flächen, die sich dafür anbieten würden. An einigen Beispielen in der Stadt Neuburg zeigen Hornung und der Leiter der Stadtgärtnerei, Uwe Johannsen, dass sich in dieser Richtung in Neuburg durchaus schon einiges getan hat – und tun wird.

Zwar keine Blühwiese, aber trotzdem ein Reservat für viele Insekten ist diese „grüne Insel“ im kleinen Neubaugebiet im Brandl. Diese hat die Stadtgärtnerei angelegt und die Anwohner pflegen sie, inklusive der Hochbeete, in denen Kräuter wachsen.
Bild: Manfred Rinke

Ein Beispiel, wie sich Privatbürger in dieser Sache engagieren, ist in dem kleinen Neubaugebiet am Brandl zu sehen, dort, wo einst die Stadtwerke gestanden haben. Mit Hilfe der Stadtgärtnerei wurde dort eine „grüne Insel“ angelegt, um die sich künftig die Anwohner kümmern wollen. Es ist zwar keine Blühwiese, wie Uwe Johannsen erklärt. Doch die Blühstauden und das Beerenobst ziehen auch Insekten und Schmetterlinge an. Zu der Insel gehören auch zwei Hochbeete mit Kräutern. Und wenn die Anwohner es wünschten, würde auf der Rasenfläche in der Mitte auch noch eine Bank zum Verweilen platziert. Um die Ecke Richtung Donaudamm bietet ein Anwohner außerdem an, eine Blühfläche zu pflegen, falls die Stadtgärtnerei eine anlegen würde. „Solche Angebote von Privatpersonen gibt es mehrere“, freut sich Alfred Hornung, im Stadtrat Referent für städtische Betriebe (Bauhof, Kläranlage), Grünanlagen sowie Wald, Umland und Landwirtschaft. Derartiges Engagement, sagt Hornung, sollte Privatleute auch dazu animieren, in ihren Gärten Teilflächen ähnlich zu gestalten. „Die müssen gar nicht so groß sein“, erklärt der Förster.

Die Unternehmensgruppe Hoffmann hat von der Stadt Neuburg einen Grünstreifen übernommen und eine Blühwiese angelegt

Ein Beispiel, wie sich auch Betriebe in der Stadt einbringen, um mitzuhelfen, die Artenvielfalt zu erhalten, ist vor dem Haupteingang zur Firma Hoffmann Mineral/Sonax zu sehen. Direkt neben der Münchener Straße hat die Unternehmensgruppe vor gut einem Jahr einen Grünstreifen von der Stadt übernommen, um den sich Diplom-Geologin Agnes Mitterer angenommen hat. Zunächst wurde der Unterboden ausgetauscht und fachmännisch neu angelegt. Den Abschluss bildete dann eine relativ dünne Humusschicht. Wie Mitterer erklärt, habe sich aufgrund des trocken-heißen Jahrhundertsommers vergangenes Jahr allerdings nur wenig getan. Auch heuer sei es noch zäh angelaufen, doch dann erwachte die Blumeninsel aus ihrem Dornröschen-Schlaf. Wer sich einmal ein wenig Zeit nimmt und genau hinsieht, wird sehen, dass die robusten Wildblumen nun Hummeln, Honig- und Wildbienen, Schmetterlingen und vielen anderen Insekten ein reichhaltiges Buffet bieten.

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Diplom-Geologin Agnes Mitterer zeigt Uwe Johannsen (links) und Alfred Hornung die Blühwiese vor der Unternehmensgruppe Hoffmann, um die sich die Firma kümmert.
Bild: Manfred Rinke

Neben angelegten Blühflächen durch die Stadtgärtnerei, wie die an der Einfahrt zum Grabenparkplatz, entlang der Grünauer Straße oder vor dem Bürgerhaus im Ostend, wo eine bunte Wiese das von Kindern erstellte Insektenhaus schmückt, steht am Ende von Heinrichsheim eine Wiese, „wie sie Gott erschaffen hat“ (Hornung). Bewusst hat die Stadtgärtnerei die rund 2000 Quadratmeter große Fläche heuer erst einmal gemäht, um dort den Lebensraum für die Insekten zu erhalten. „Sonst haben wir hier drei-, viermal im Jahr gemäht“, erzählt Johannsen. „Mit Blühflächen, die letztlich kleine Biotope sind, können wir unser Stadtbild enorm bereichern“, sagt Alfred Hornung. Mit ihnen bekämen die Menschen auch wieder einen Blick für die Schönheiten unserer Natur. „Und das macht doch viel Freude.“

Lesen Sie dazu auch den Kommentar von Manfred Rinke: "Gemeinsam etwas für den Umweltschutz tun"

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