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Neuburg

13.01.2015

Mord an der zwölfjährigen Franziska: Bald beginnt der Prozess

Hier beginnt der Prozess um den Mord an Franziska, der mit 18 Verhandlungstagen, 102 Zeugen und 18 Sachverständigen seinesgleichen sucht.
Bild: Barbara Würmseher

Bald beginnt die Verhandlung gegen Stefan B., der die zwölfjährige Franziska aus Möckenlohe ermordet haben soll. Ihm werden noch vier weitere Taten zur Last gelegt.

Das Landgericht Ingolstadt rüstet sich zu seinem bislang größten Prozess, der ob seiner Dimension und der Tragik des Falles, um den es geht, derzeit einmalig in der Geschichte der Justizbehörde ist. Neben der juristisch höchst schwierigen Aufbereitung dieses Indizienprozesses geht es auch darum, sich auf den zu erwartenden enormen Zuhörer- und Medienansturm vorzubereiten. Gestern wurden Pressevertreter aus dem gesamten Bundesgebiet mit den Modalitäten vertraut gemacht.

Denn ab kommenden Montag, 19. Januar, wird eine 18-tägige Verhandlung mit 102 Zeugen und 18 Sachverständigen eröffnet, deren zugrunde liegendes Kapitalverbrechen die Menschen weit über die Region hinaus erschüttert. Es geht um den Mord an der zwölfjährigen Franziska aus Möckenlohe. Das Mädchen hatte, wie berichtet, am 15. Februar 2014 auf Skaterplatz in Nassenfels mit Freundinnen gespielt und war dann auf dem Heimweg vom damals 26-jährigen Stefan B. abgefangen, sexuell schwer missbraucht und mit massiven Hieben gegen den Kopf erschlagen worden. Dabei muss der Täter unglaublich brutal vorgegangen sein, wie sich aus der Spurenlage ergeben hat.

Franziskas Eltern treten als Nebenkläger auf

Stefan B., der aus Egweil stammt und zuletzt im Neuburger Obdachlosenheim gelebt hat, legte die Leiche des Kindes im Rathei-Weiher bei Zell ab, wo Angler sie tags darauf fanden. Der mutmaßliche Mörder entkam der Polizei jedoch nicht. Schon rund vier Stunden nachdem das Verbrechen entdeckt worden war, machten die Beamten den justizbekannten Stefan B. nach einer Verfolgungsjagd in der Nähe von Donauwörth dingfest.

Er gab damals auch zu, Franziska getötet zu haben, hüllt sich seitdem jedoch in Schweigen. Ob und – wenn ja – wie er sich jetzt im Prozess zu den Vorwürfen stellt, ist nach wie vor offen, wie der Landgerichts-Pressesprecher Gerhard Reicherl gestern den Medienvertretern sagte. Der mutmaßliche Mörder sitzt seit seiner Festnahme in Untersuchungshaft im Kaisheimer Gefängnis. Seine Verteidigung hat der Münchner Anwalt Adam Ahmed übernommen.

Für Franziskas Eltern wird ab Montag eine besonders schwere Zeit anbrechen. Sie treten als Nebenkläger auf, werden aber wohl dem Vernehmen nach nicht persönlich an den Verhandlungstagen im Gerichtssaal erscheinen. Ihre Interessen nimmt die Ingolstädter Rechtsanwältin Petra Kerschner wahr.

Stefan B. soll noch vier weitere Sexualdelikte begangen haben

Wann es im Prozess um das Verbrechen an der kleinen Franziska gehen wird, derzeit noch fraglich und hängt ganz davon ab, ob Stefan B. bereit ist, auszusagen. Möglicherweise aber wird sich die Große Strafkammer unter Vorsitz von Landgerichtsvizepräsident Jochen Bösl nach Verlesung der Anklageschrift an den ersten Verhandlungstagen vor allem mit anderen Vorwürfen beschäftigen.

Denn Stefan B. werden im selben Verfahren vier weitere Taten zur Last gelegt. Es geht darin sämtlich um Sexualdelikte, die sich alle relativ kurz vor dem Mord an Franziska zugetragen haben. So soll Stefan B. 2013 eine 21-jährige Bekannte vergewaltigt haben und über soziale Netzwerke im Internet sexuelle Kontakte zu mehreren Mädchen unter 14 Jahren gesucht und gepflegt haben. Außerdem soll er sich im Januar 2014 an einem weiteren 13-jährigen Mädchen vergangen haben.

Die Verhandlung beginnt um 9 Uhr. Ab 8.15 Uhr ist Einlass in den Sitzungssaal 11. Von den insgesamt rund 70 Sitzplätzen sind 30 für die Medienvertreter reserviert.

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