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Heiligen-Serie

18.11.2017

Namenspatronin der Kliniken hat viel Leid erlebt

Die heilige Elisabeth mit Rosen im Brotkorb am linken Seitenaltar in der Pfarrkirche Ehekirchen.
Bild: Manfred Veit

Was sich bei der Armenspeisung der heiligen Elisabeth von Thüringen zugetragen haben soll

Es gibt wohl wenige Heilige, deren Schicksal noch zu Lebzeiten die Mitmenschen so in ihren Bann gezogen und ihr Mitgefühl erregt hat, wie das der heiligen Elisabeth von Thüringen. Elisabeth wurde im Jahr 1207 in Nordungarn als Tochter von König Andreas II. von Ungarn und seiner Frau Gertrud von Andechs geboren. Sie ist damit die Nichte der heiligen Hedwig von Polen.

Aus politischen Erwägungen heraus wurde Elisabeth mit vier Jahren – unter Zustimmung des Papstes – mit dem elfjährigen Landgrafensohn Hermann von Thüringen verlobt. Zur Vorbereitung der Ehe, zur Erziehung und zur standesgemäßen Ausbildung wurde sie an den Hof auf der Wartburg in Thüringen geschickt. Doch nicht nur Hermann starb bereits ein Jahr später – auch der regierende Landgraf schied frühzeitig dahin. Nun war der jüngere Bruder Ludwig Nachfolger des Landgrafs. 1218 wurde er für volljährig erklärt und konnte damit die Regentschaft antreten.

Elisabeth sollte zu dieser Zeit als nun wieder Ledige in ihre Heimat Ungarn „abgeschoben“ werden. Der junge Landgraf Ludwig IV. verliebte sich aber in die hübsche und reizende Ungarin. 1221 feierte man Hochzeit. Die 14-Jährige und der 21-jährige Ludwig wurden ein glückliches Paar. Drei Kinder kamen zur Welt, als letztes die 1728 heiliggesprochene Gertrud von Altenberg.

Elisabeth war tief gläubig. Vom Armutsideal und der Armenfürsorge der ersten Franziskaner in Eisleben war sie so begeistert, dass sie ihnen nacheiferte. Sie gab mit Unterstützung ihres Mannes den Bedürftigen mit vollen Händen. Das erregte den Zorn der landgräflichen Familie. Zur jener Zeit verbreitete sich die Legende, dass sich der Brotkorb bei der Armenspeisung in einen mit Rosen gefüllten Korb verwandelte, als sie der „Verschwendung“ überführt werden sollte. Etliche andere Wunder sollen sich in Zusammenhang mit ihrer Mildtätigkeit und Nächstenliebe ereignet haben.

Nach dem frühen Tod ihres Mannes im Jahr 1226 auf dem Kreuzzug erlebte Elisabeth die Hölle auf Erden. Ihr Schwager vertrieb sie mit ihren Kindern von der Wartburg. In Thüringen bot ihr niemand Unterschlupf. Sie ging zu ihrem Onkel, dem Bischof von Bamberg, der sie aufnahm. Bei der Rückkehr der Kreuzfahrer wurden ihr der Ring und die sterblichen Überreste ihres Mannes übergeben. Nach dessen Beisetzung musste die Landgrafenfamilie auf Befehl des Papstes schließlich das Witwengut herausgeben.

229 zog sie nach Marburg zu ihrem geistlichen Berater, dem Prämonstratenser Konrad von Marburg. Dieser peinigte sie mit übertriebenen Bußübungen und Geißelungen. Er wollte „aus der Heiligen eine Heilige“ machen. 1229 stiftete Elisabeth in Marburg mit ihrem Vermögen das Spital, dort arbeitete sie selbst als Pflegerin. Am 17. November 1231 starb sie mit 24 Jahren, ihr Gedenktag ist der Tag ihrer Beisetzung. Schon vier Jahre später wurde sie heiliggesprochen. Übrigens wurde ihr „Peiniger“ Konrad 1233 wegen seiner Hartherzigkeit erschlagen.

Elisabeth ist Patronin der mittelalterlichen Kirche in Dezenacker und vor allem die des Neuburger Hospitalordens der Elisabethinerinnen. Die Kliniken in Neuburg tragen bis heute ihren Namen.

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