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Neuburg
11.08.2019

Sommerakademie: Zeit und Raum für Kreativität

Erster Versuch in Öl: Lise Waltinger war froh um die Tipps von Dozentin Hanne Kroll.
Foto: Alexandra Maier

Ein Streifzug durch die Ateliers bei der Langen Akademienacht. Was den Auftakt mit Tanz, Musik und Gesang so reizvoll machte.

Die Nachwuchskünstler der Kinderakademie eröffneten am Samstagvormittag in der Pausenhalle des Descartes-Gymnasiums die Lange Akademienacht. „Über den Tellerrand“ lautete der Schwerpunkt. 14 Tage lang haben Malermammuts, Entdeckerenten und Denkerdinos im Alter von sechs bis zehn Jahren gewerkelt und gestaltet. Cornel Entfellner, Gruppensprecher der Betreuer, die allesamt Studenten oder Absolventen des Mozarteums in Salzburg sind, begrüßte Eltern und Kinder und lobte das Engagement des Nachwuchses. „Sie sind das Kernstück der Kurse.“

Der Trommelkurs um Dozent Christoph Hoffmann präsentierte das Gelernte. Spielerisch waren rhythmische Grundkenntnisse erlernt, vertieft und gefestigt worden.

Kreatives Köpfchen: Paulina, 10 Jahre alt, hat einen dicken Fisch an ihrer Angel.
Foto: Alexandra Maier

Nach einem gemeinsamen Abschlusslied stürmten die Nachwuchskünstler die Ateliers und zeigten Eltern und Großeltern die geschaffenen Werke: Straßenzüge aus Karton, bunte Bilder, Kollagen, Selbstgebautes aus Holz.

Die zehnjährige Paulina aus Neuburg hat die Kinderakademie bereits zum dritten Mal besucht. Während der Freiarbeit hat sie heuer eine Angel gebaut.

„Ich habe die Klopapierrolle von daheim mitgebracht, dann ist mir der Stock in die Hände gekommen“, erzählt das Mädchen. Auch an eine Dose voller Würmer und Fischfutter hat die Zehnjährige gedacht. Ihre Kunstwerke werden auf ihrem Schrank noch Platz finden, verrät sie.

Für das Ensemble des Jugendtheaters der Sommerakademie hebt sich der Vorhang

Und während die Kinder mit ihren Werken bepackt die Heimfahrt antraten, stieg die Nervosität im Stadttheater. Das Ensemble des Jugendtheaters der diesjährigen Sommerakademie wartete darauf, dass sich der Vorhang hebt. Gespielt wurde „Timm Thaler oder Das verkaufte Lachen“ unter der Regie von Louis Villinger. Kaum vorstellbar, dass das 14-köpfige Ensemble in nur zwei Wochen diese Theateraufführung auf die Beine gestellt hat.

Voller Schaffensdrang waren auch die Teilnehmer des Kurses „Zeichnen XXL“ von Doris Hadersdorfer. Im Rathausfletz, hier startete der Atelierrundgang, gab es Arbeiten auf und mit Papier in ungewöhnlichen, raumgreifenden Formaten zu sehen. Künstler der Alten Musik begleiten den Rundgang musikalisch. Nur einen Steinwurf entfernt im Fürstengang präsentiert der Kurs von Hanne Kroll seine Werke: vor allem Tiere und Landschaften, gemalt in Öl oder Acryl.

Endlich Zeit fürs Malen: Gitta Hocke aus Freystadt mag die besondere Atmosphäre der Sommerakademie.
Foto: Alexandra Maier

Gitta Hocke aus Freystadt, die 1996 zum ersten Mal bei der Sommerakademie dabei war, hat eine ganze Reihe von Bisons gemalt. Von der Skizze bis zum abstrakten Bild. Auf einer Staffelei steht ein Bild in Blautönen, darauf zu sehen ein Leopard. „Den habe ich für den Cousin meines Mannes gemalt“, sagt die Hobbykünstlerin. Sie schätzt die besondere Atmosphäre der Sommerakademie. „14 Tage konzentriert arbeiten und von den anderen Künstlern lernen, das ist einfach toll“, schwärmt Hocke.

Auch die Neuburgerin Lise Waltinger nimmt sich extra Urlaub, um bei der Sommerakademie dabei zu sein. „Im Dezember buche ich schon diesen Kurs und freue mich darauf.“ Waltinger hat sich zum ersten Mal mit Ölfarben ausprobiert. Ihr Bild zeigt eine Szene aus Papua-Neuguinea, dort ist sie geboren. „Ich wollte dieses Motiv malen, wusste aber nicht, wie ich es umsetzen soll.“ Da war die Hilfe von Dozentin Hanne Kroll gefragt. „Die intensive Auseinandersetzung mit den Kursteilnehmer ist ganz spannend“, erzählt sie und lobt das Engagement der Künstlerinnen und Künstler, die oft bis spät in die Nacht gearbeitet haben.

Fleißig war auch der Kurs von David John Flynn. Die Wände der Amalienschule zieren nach zwei Wochen Sommerakademie vor allem farbenfrohe und sehr abstrakte Werke.

Die Bildhauerklasse der Sommerakademie imponiert mit Größe

Bunt ist es zum Teil auch im Marstall. Dort zeigt die Klasse von Michael Golf experimentelle Drucke. Und filigrane Schmuckstücke des Kurses von Ulo Florack gibt es ebenfalls zu bewundern.

Deutlich größer sind nebenan die Endprodukte aus der Bildhauerklasse von Thomas Breitenfeld. „Die Teilnehmer haben verschiedenste Materialien wie Holz, Ton, Gips und Metall verwendet“, erzählt der Dozent. „Es hat echt Spaß gemacht, kein Einheitsbrei.“

Späte Reue: Timm Thaler (rechts) schließt einen Pakt mit dem zwielichtigen Baron Lefuet.
Foto: Alexandra Maier

Karin Voit aus Ingolstadt hat Gips bearbeitet. „Ich finde es toll, dass ich mich 14 Tage nur der Kunst widmen kann, dazu die Inspiration durch die anderen Kursteilnehmer.“

Auch Heinz Bruning freut sich auf die zwei Wochen Auszeit vom Alltag. „Hier kann ich einfach mal meine Gedanken schweifen lassen.“ Er hat eine Mooreiche bearbeitet: ein Holzstück abgegossen und ersetzt. Ein Besucher hätte ihm das gute Stück schon abkaufen wollen. Das aber kommt für Bruning nicht infrage, immerhin stecke vor allem auch viel gedankliche Arbeit in seiner Skulptur.

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