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Neuburg

18.10.2020

Neuburger Fischer fuhren im Bachweiher reiche Ernte ein

Kescher-Kette im Schlamm: Die Bergung der verbliebenen Fische aus dem Bachweiher ist eine mühsame Arbeit.
Bild: Winfried Rein

Plus Der Fischereiverein Neuburg holte eine dreiviertel Tonne Karpfen, Schleien und Zander aus seinem Aufzuchtteich. Gewässer und Arten sind im Wandel. Weshalb es in der Coronakrise kaum Einnahmen gab.

Herbstzeit ist Erntezeit für die Teichwirte in Franken, ein passendes „Event“ kennt auch der Fischereiverein Neuburg. 50 junge und ältere Mitglieder fischten am Samstag den Bachweiher bei Feldkirchen ab. Es war die übliche Schlammschlacht, aber am Ende gab der Aufzuchtweiher stattliche 750 Kilogramm Karpfen, Schleien, Zander und Weißfische preis. Sie schwimmen jetzt in der Donau, im Hatzenhofener Altwasser, in der Kleinen Paar und in weiteren Nebengewässern. Eine Chronik.

Der Bachweiher wird nur alle zwei Jahre abgelassen. Heuer trugen die Akteure Masken und vermieden Gruppenbildung. „Wir gehen auf Nummer sicher“, betont Vereinschef Wolfgang Bachhuber. Leider lähmt die Coronakrise auch bei den Fischern das Vereinsleben erheblich. Bis auf kleine Vorstandstreffen entfielen alle Versammlungen. Es gab weder Volks- noch Fischerfest, damit fielen eingeplante Einnahmen weg.

Der Neuburger Fischereiverein setzt jetzt auf Arbeits- und Finanzkraft

Der Verein setzt jetzt auf die Arbeits- und Finanzkraft seiner 430 Mitglieder. Mit den Beiträgen werden Pachtgewässer und Besatz bezahlt, außerdem ist der Kauf des „Bauerwassers“ zu finanzieren. Der Erwerb des Fischrechtes dieser Donaustrecke unterhalb der Staustufe Bertoldsheim war dem Verein 2018 mit einem wahren Coup gelungen. Rechte an Fließgewässern sind selten vakant.

Der Fischbesatz in die Donau muss heuer etwas gekürzt werden, bedauert Gewässerobmann Hans Eser. Umso wichtiger bleibt der festgelegte Jahresbesatz, den die Uniper Wasserkraft GmbH regelmäßig leistet. Mit dem Kraftwerksbetreiber haben die Fischer schon vor Jahren ihren Frieden gemacht, obwohl die Vorbehalte gegen den Schwellbetrieb der Staustufen bleiben.

Vor allem gut gewachsene Karpfen holten die Mitglieder des Fischereivereins Neuburg aus dem Bachweiher.
Bild: Winfried Rein

Momentan steht der Verlauf der Fischumleitung Bittenbrunn im Blickpunkt. Die Fische sollen unterhalb des Kraftwerks in den Flutgraben schwimmen und oberhalb in den Stausee gelangen. Der Fischereiverein wünscht sich den „Ausstieg“ gleich oberhalb der Staustufe, das Wasserwirtschaftsamt will hinauf bis zur Treppe Riedensheim. Der Charakter dieses Fließgewässers wird sich auf jeden Fall verändern, wenn Donauwasser zufließt. Bis jetzt tummeln sich in dem glasklaren Bach Forellen und Äschen.

Die Gräben der Fischtreppe am Stau Bertoldsheim beherrschen Hechte

Es gibt mehr Anzeichen für den Wandel der Unterwasserwelt und ihrer Lebensräume. In der Rinne, einem Salmonidengewässer, tauchen plötzlich Waller auf und die Gräben der Fischtreppe am Stau Bertoldsheim beherrschen jetzt die Hechte. „Forellen brauchen wir da nicht mehr einzusetzen“, ahnt Vereinsvorsitzender Wolfgang Bachhuber. Sie würden schnell von den Räubern aufgefressen.

In der Donau bei Neuburg lauern besonders gefräßige Waller

Barben, Nasen und Nerflinge, früher die „Brotfische“ in der Donau, sind rar geworden. Die Fischereiberechtigten setzen deshalb tausende kleiner Exemplare ein, um die Population zu beleben. Aber in der Donau lauern gefräßige Waller, die kräftig in die Bestände hineinfahren. Der Wels hat sich stark vermehrt im Fluss und seinen Stauseen. Immerhin wurden einige Huchen gefangen (und zurückgesetzt). Der einstige „Königsfisch“ gilt als Indikator für ein gesundes Fließgewässer.

Der kapitale Fang ist die eine Sache, aber zum bestimmenden Thema ist der Artenschutz geworden. Die Neuburger nutzen dafür auch ein Programm des Landesfischereiverbandes. Mit 30 Mitgliedern geht es in der Jugendgruppe wieder aufwärts, der Verein hat für sie einen „Ausbildungsweiher“ im Floramoos Unterhausen angepachtet. Im Bachweiher wachsen kleine Karpfen schnell heran, die dann mit Sauerstofftransport in größere Gewässer kommen. Das Abfischen dient dem Gemeinschaftserlebnis und hat einen Lerneffekt, auch wenn Fischer mit der Wathose tief im Schlamm stecken.

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