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Neuburg

05.04.2020

Neuburger Geschwader: Der Flugbetrieb läuft normal

Der Flugbetrieb im Neuburger Geschwader läuft normal. Der Betrieb am Boden wurde ausgedünnt.
Bild: Manfred Dittenhofer

Plus Luftwaffe hat in den Krisenmodus geschalten, warum aber die Übungsflüge trotzdem stattfinden.

Die Eurofighter heben nach wie vor vom Fliegerhorst Neuburg-Zell ab. Und das soll auch so bleiben, denn schließlich hat das Neuburger Taktische Luftwaffengeschwader 74 luftpolizeiliche Aufgaben zu erfüllen. Dafür stehen Jagdflugzeuge mit ihren Besatzungen und Technikern in ständiger Bereitschaft.

Dieser Betrieb ist nach wie vor gesichert. Denn erstens hat das Geschwader mit seinen rund 800 Soldaten und 120 Zivilangestellten und Beamten ebenfalls in den Krisenmodus geschaltet. Und zweitens gibt es – Stand vergangene Woche – keinen einzigen Infizierten im Geschwader.

Bisher gibt es im Neuburger Geschwader keinen Corona-Kranken

Und damit das so bleibt, wird alles Mögliche unternommen. Schichtdienst machen die Geschwaderangehörigen schon immer. Nun aber wurde das Personal ausgedünnt und zu den Tagesschichten wurden auch noch wöchentlich wechselnde Schichten eingeführt. Immer etwa ein Drittel der Belegschaft ist zu Hause und arbeitet so weit möglich aus dem Homeoffice. In den Büros sind es sogar rund die Hälfte der Soldaten und Angestellten, die ihren Dienst von zu Hause aus verrichten. Damit hat man auch im Falle einer Infektion schnell Ersatz zur Hand. Oberstleutnant Thomas Berger, Personalstabsoffizier des Verbandes, erklärt dazu: „Telearbeitsplätze gibt es bei uns schon länger. Nun aber können noch mehr unserer Soldaten und zivilen Mitarbeiter von zu Hause aus arbeiten.“ Berger selbst macht das auch – zum ersten Mal in seiner Soldatenlaufbahn.

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Die Truppenküche hat sich auf die Ausnahmesituation eingestellt, wie Berger berichtet. Dort wird das Essen auf Essenstabletts bereits mit Besteck und Serviette versehen ausgegeben, sodass der Kontakt der Soldaten untereinander, zum Beispiel durch das Fassen in den Besteckkasten, unterbleibt. In der Kantine selbst sind die Plätze so ausgedünnt, dass ein großer Abstand eingehalten werden kann.

Die Sportausbildung dagegen wurde schon vor mehreren Wochen eingestellt. Vorträge und Weiterbildungen finden gar nicht oder in kontaktloser Form statt. Genauso ist allen Besuchergruppen bereits Anfang März abgesagt worden. Und die Dienstreisen werden auf ein absolut notwendiges Minimum reduziert. „Wir haben bereits vor der Krise die Möglichkeit der Videokonferenz genutzt. Nun aber sitzen wir auch bei geschwaderinternen Besprechungen am Bildschirm, um den persönlichen Kontakt zu vermeiden.“

Sportausbildung findet in der Neuburger Kaserne keine mehr statt

Neben der Alarmrotte wird auch der Übungsflugbetrieb aufrecht erhalten. „Unsere Piloten müssen bestimmte Flugmanöver in bestimmten Zeiträumen durchführen, sonst fallen sie aus den Berechtigungen.“ Und das würde einen enormen Schulungs- und Überprüfungsaufwand nach sich ziehen. Die Piloten wie auch die Techniker müssen aber einsatzfähig bleiben. Die momentane Herausforderung sei, so Berger weiter, die Zusammenarbeit auf Distanz zu koordinieren – eine Managementaufgabe der besonderen Art.

Inzwischen helfen sechs Soldaten in drei Schichten im Gesundheitsamt in Neuburg. Im Rahmen eines Amtshilfeverfahrens hat das Landratsamt um Kräfte gebeten. „Wir besetzen dort zwei Stellen im Schichtwechsel. Und das läuft erst einmal bis 7. April.“ Ausgestattet mit Schutzanzügen nehmen die Geschwaderangehörigen beispielsweise Abstriche von Verdachtspersonen. „Wir hatten da kein Problem, genügend Freiwillige zu finden“, berichtet Thomas Berger.

Die Gesundheitsversorgung der Soldaten und zivilen Mitarbeiter des Neuburger Geschwaders übernimmt das Sanitätszentrum, das in der Wilhelm-Frankl-Kaserne stationiert ist, aber faktisch nicht zum Geschwader gehört. Dennoch: Die Allgemein- und Zahnärzte sind für die Soldaten da. Die Zusammenarbeit läuft laut Thomas Berger hervorragend.

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