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Neuburg

03.05.2020

Ortlfingerin veröffentlicht erste Single

Anna Grillmeier aus Ortlfing hat ihre erste Single herausgebracht.
Bild: Lea Christine Mies

Plus Anna Grillmeier aus Ortlfing lebt in Köln und startet dort als Sängerin und Songwriterin durch. Im April veröffentlichte sie ihre erste Single „Tulpen in Ehrenfeld“.

Der Wind wirbelte ihre Haare durcheinander und die Frühlingssonne schien ihr ins Gesicht. Noch genau erinnert sich Anna Grillmeier aus Ortlfing (Markt Burgheim) an ihre Tour mit dem Fahrrad. Die junge Frau fuhr durch das Kölner Szeneviertel Ehrenfeld. Am Straßenrand entdeckte sie inmitten der grauen Großstadt bunte Tulpen. Eine Beobachtung, die sie zu ihrem ersten Song „Tulpen in Ehrenfeld“ inspirierte. Anfang April veröffentlichte Grillmeier die deutschsprachige Single mit Stilelementen aus Reggae, Rap und Jazz.

Im Gespräch mit K!ar.Text sagt die 26-jährige Sängerin: „Meine Inspiration war ganz klar meine Fahrradtour. Ich war plötzlich wie verliebt in die Welt. Die schönen Dinge, die das Herz bereichern, werden für uns immer umsonst sein.“ Und genau das wolle sie mit ihrem Lied „Tulpen in Ehrenfeld“ ausdrücken. Mit dem positiven und mitunter auch frechen Text bringt die junge Frau ihre Zuhörer zum Schmunzeln. „Reggae macht glücklich“, findet sie. Deshalb entschied sie sich auch dazu, die Musikrichtung als Basis für den Song auszuwählen.

26-Jährige aus Ortlfing lebt jetzt in der Großstadt Köln

Nichtsdestotrotz beginnt ihr Lied mit orientalischen Klängen, die eher an ägyptische Märkte als an jamaikanische Strände erinnern. Plötzlich ein schriller Ton der Bläser. Das ist ein kurzer Abstecher zum Jazz. Und danach geht es schon los. „Wind ist da und wandert über mein Gesicht. Die Sonne strahlt, wieso strahlst du denn bitte nicht“, lauten die ersten Zeilen ihres selbst geschriebenen Stücks. Gegen Ende überrascht die Sängerin nochmals: Sie baut einen Rap-Teil in die Single ein.

Die Idee für die orientalische Melodie am Anfang und den Rap am Ende seien erst im Studio entstanden, sagt Grillmeier. Ein Bandmitglied hatte ihr die Elemente vorgeschlagen. Zu dem Zeitpunkt hatte sie gerade mit Heuschnupfen zu kämpfen, der wie Tulpen jedes Frühjahr aufs Neue kommt. Die vom Heuschnupfen angeschlagene Stimme passte zum Rap. Eine Musikrichtung die Grillmeier bisher noch nie ausprobiert hatte. „Die deutsche Sprache ist sehr hart. Es macht richtig Spaß, mit ihr zu spielen und den Rap noch knackiger klingen zu lassen“, erklärt die Sängerin.

Die 26-jährige Ortlfingerin komponiert und singt für ihr Leben gern. Schon als Kind musizierte sie mit ihrer Familie, nahm Gesangsunterricht und landete mit 20 in der Millionenstadt Köln. Ihr altes Leben im 250-Einwohner-Dorf Ortlfing und das neue Großstadtleben in Köln könnten nicht gegensätzlicher sein.

Musikerin studiert an Hochschule für Musik und Tanz in Köln

„Musik ist für mich Emotion und Ausdruck“, beschreibt Grillmeier ihre große Leidenschaft. Neben dem Gesang lernte die Musikstudentin außerdem bereits Akkordeon, Blockflöte und Klavier. Schon als Zehnjährige nahm sie Gesangsunterricht an der Musikschule Neuburg. „Die Musikschule ermöglichte mir viele Auftritte, die jedes Jahr meine musikalischen Höhepunkte waren.“ Jetzt in Köln fokussiert sich Anna auf das Schreiben und Produzieren von neuen Liedern.

Vor über zehn Jahren hatte Anna auf einem Workshop ihren späteren Mentor Faiz Mangat kennengelernt. Mangat ist Popsänger und feierte mit der Castingband Bro’Sis Anfang der Nullerjahre große Erfolge. Er nahm Grillmeier mit auf seine Konzerte und ließ ihr sogar die Backings seines Albums „Liebe & Bass“ singen. Und auch bei verschiedenen Liveauftritten stand die Ortlfingerin mit dem Sänger auf der Bühne. „Er zeigte mir die aufregende Welt des Musikerdaseins“, sagt sie heute dankbar.

Nachdem Grillmeier ihre Ausbildung zur Mediengestalterin beendet und ihr Fachabitur geschrieben hatte, zog sie nach Köln. Ihre Eltern ließen sie damals ziehen. Sie hatten aber zur Bedingung gestellt, dass sie ein Studium beginnen werde, sagt Grillmeier. Seit zwei Jahren studiert sie inzwischen Jazz und Pop an der renommierten Hochschule für Musik und Tanz in Köln. Zuvor hatte sie sich für Eventmanagement eingeschrieben, ein Fach, das aber nicht zu ihr passte. „Als ich nach vier Wochen Eventmanagement-Studium ein Referat halten musste, kam ich mir fehl am Platz vor“, erinnert sie sich an den Wendepunkt. Noch am selben Tag brach sie ihr Studium ab, jobbte im Hard Rock Café und fokussierte sich auf die Musik. Nach eineinhalb Jahren hatte sie in Köln ein Netzwerk aufgebaut und kann bis heute von ihren europaweiten Auftritten als Musikerin leben.

Musiker von Seeed half bei der Produktion der Single mit

Nach der Aufnahme von „Tulpen in Ehrenfeld“ konnte sie Guido Craveiro von der Berliner Reggae-Band Seeed überzeugen, das Schneiden ihrer Single zu übernehmen. „Das Mischen des Songs sollte ein Mensch machen, dessen Arbeit ich feiere. Ich habe mich tierisch über unsere Zusammenarbeit gefreut“, erklärt Grillmeier. „Es ist Wahnsinn, was seine Zauberhände und Ohren da so bewirkt hatten.“ Insgesamt arbeiteten an dem Song, dem Cover-Shooting sowie der Produktion des Videos über fünfzehn Leute mit.

Die Arbeit hat sich gelohnt: Das offizielle Video wurde auf Youtube über tausend Mal geklickt. Schon jetzt freut sich die Künstlerin auf ihre Bühnenauftritte nach der Corona-Krise. Für die Zukunft wünsche sie sich nicht nur eine Weiterentwicklung als Musikerin, sondern auch, dass sie noch viele Singles schreiben und produzieren könne.

Grillmeier ist nicht nur solo unterwegs, sondern veröffentlicht mit ihrem Elektro-Pop-Duo „2xLEBEN“ regelmäßig neue Lieder. Am 1. Mai erst erschien die Single „Lieb doch wen du willst“. Und wer weiß, vielleicht inspirieren die restlichen Jahreszeiten sie noch zu weiteren Songs.

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