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Schrobenhausen

20.02.2021

Polizei Schrobenhausen registrierte weniger Unfälle, aber mehr totes Wild

Einen Zehn-Jahres-Höchststand erreichten 2020 die Wildunfälle im Bereich der Polizeiinspektion Schrobenhausen.
Bild: Alexander Kaya

Auch im Bereich der Polizeiinspektion Schrobenhausen wirkten sich im vergangenen Jahr die Corona-Maßnahmen aus. Hier die Statistik der Verkehrsunfälle.

Auch in der Verkehrsunfallstatistik für den Zuständigkeitsbereich der Polizeiinspektion Schrobenhausen machen sich die Auswirkungen der Corona-Maßnahmen bemerkbar. Denn auch dort sank die Gesamtzahl der Verkehrsunfälle. Neben der gleichzeitig auch wegen der Pandemie nicht ungewöhnlichen, allgemeinen Zunahme an Radunfällen gab es bei der PI Schrobenhausen aber noch einen Bereich, in dem ein Höchststand an Verkehrsunfallen registriert wurde.

Im Bereich der PI Schrobenhausen ereigneten sich 2020 insgesamt 996 (1092 im Vorjahr) Verkehrsunfälle. Dies entspricht einem Rückgang von 8,8 Prozent. Bayernweit sank die Zahl sogar um 17,7 Prozent. Eine von zwei Ausnahmen von dem rückläufigen Trend in der Statistik bilden die sogenannten Wildunfälle. Hier war im Vergleich zum Vorjahr sogar ein Anstieg von 2,0 Prozent zu verzeichnen, womit auch im Zehn-Jahres-Vergleich erneut ein Höchststand erreicht wurde. Insgesamt ereigneten sich 458 (449) Wildunfälle. Am häufigsten ereignen sich diese Unfälle in den späten Abendstunden zwischen 19 und 23 Uhr und auch in der Früh von 4 bis 7 Uhr. Auf die Kollisionen mit Rehen entfallen 340 Unfälle. In die restlichen waren Hasen (57), Wildschweine (14), Fuchs (19), Dachs (15) sowie sonstige Wildtiere (13) verwickelt.

Trotz weniger Unfälle um Schrobenhausen stieg die Zahl der verletzten Personen

Die Anzahl der Verkehrsunfälle, bei denen ein Personenschaden zu verzeichnen war, ist mit 167 (148) erneut angestiegen. Dies entspricht einem Anstieg von 10,6 Prozent. Schaut man wieder auf den bayernweiten Vergleich, so lässt sich feststellen, dass hier die Zahlen um 12,3 Prozent deutlich zurückgingen. Bei der Zahl der Unfallbeteiligten mit schweren Verletzung blieb die Zahl im Vergleich zum Vorjahr mit 39 gleich. Zwei Menschen haben bei einem tragischen Verkehrsunfall im Oktober 2020 ihr Leben verloren. Aus bislang ungeklärter Ursache kam ein 38-jähriger Autofahrer im dreistreifigen Bereich der B300 mit seinem Fahrzeug auf den Überholfahrstreifen der Gegenfahrbahn und kollidierte dort frontal mit einem entgegenkommenden Auto. Beide Fahrzeugführer starben noch an der Unfallstelle. Ein weiterer nachfolgender Autofahrer krachte dann ebenfalls in die schleudernden Fahrzeuge und erlitt hierbei schwere Verletzungen.

Die Anzahl der Verkehrsunfälle, bei denen der Fahrzeugführer nach Konsum von Alkohol oder Drogen im fahruntüchtigen Zustand unterwegs war, ist in den vergangenen Jahren auf einer gleichbleibend hohen Anzahl. Betonen will die PI Schrobenhausen in diesem Zusammenhang, dass die Kollegen nicht nur aktuell zur Faschingszeit, sondern über das gesamte Jahr vermehrt Kontrollen durchführen, um solch Unbelehrbare aus dem Verkehr zu ziehen.

Nicht angepasste Geschwindigkeit bleibt auch im Bereich Schrobenhausen die Hauptunfallursache

Die Anzahl der Unfälle, bei denen Fahrzeugführer mit nicht angepasster Geschwindigkeit, also deutlich zu schnell unterwegs waren, ist im vergangenen Jahr von 43 auf 25 zurückgegangen. Hauptunfallursache bei Verkehrsunfällen mit schweren Personenschaden ist nach wie vor die nicht angepasste Geschwindigkeit. Dies zeigt sich auch daran, dass die Zahl der verletzten Personen nach einem Geschwindigkeitsunfall immer noch auf dem gleichen Niveau ist wie in den Vorjahren.

Im vergangenen Kalenderjahr wurden im Dienstbereich der PI Schrobenhausen 196 Geschwindigkeitsmessungen durchgeführt. Nicht berücksichtigt sind hierbei noch die Messungen, die von den Kommunen selbst durchgeführt worden sind. Bei 794 Fahrzeugführern war die gemessene Geschwindigkeit so hoch, so dass sie eine Bußgeldanzeige erhielten. Bei 61 Verkehrsteilnehmern wiederum war die Geschwindigkeitsüberschreitung so massiv, dass sie ein Fahrverbot erhielten. Der schnellste Raser, der innerorts bei erlaubten 50 km/h gemessen wurde, war mit 103 „Sachen“ unterwegs. Aber auch außerhalb geschlossener Ortschaften wurden häufig hohe Geschwindigkeitswerte festgestellt. So zeigte bei erlaubten 100 km/h bei einem Autofahrer das Messgerät einen Wert von 167 Stundenkilometer. Bedenkt man, dass sich der Bremsweg bei doppelt so hoher Geschwindigkeit um das Vierfache verlängert, dann darf man sicher die charakterliche Eignung zum Führen eines Kraftfahrzeuges infrage stellen.

Mehr Fahrradfahrer, dafür aber auch mehr Unfälle mit Radlern

Erfreulicherweise kam auch in Folge der Corona-Pandemie dem Fahrrad als Fortbewegungsmittel ein stärkerer Stellenwert zu und es war eine deutliche Zunahme an Radfahrenden zu verzeichnen. Dies machte sich allerdings auch in der Verkehrsunfallstatistik bemerkbar. Hier war im Vergleich zu den vergangen zehn Jahren ein Höchstwert in der Anzahl der Verkehrsunfälle zu verzeichnen. Von 41 Unfällen im Jahr 2019 waren es in dem vergangenen Jahr 63 Unfälle.

Da Radfahrende im Vergleich zu den motorisierten Kraftfahrzeugen nicht über eine Sicherheitszelle verfügen, sind bei den 63 Unfällen auch insgesamt 59 Radfahrer verletzt worden. (nr)

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