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Neuburg-Schrobenhausen

19.11.2014

Prüfung deckt gravierende Mängel auf

Kreisjugendring: Es geht um Steuerhinterziehung und falsche Buchungen

Jetzt wird’s ernst. Am kommenden Freitag, 21. November, wird der Bayerische Jugendring (BJR) seinen Prüfbericht der Haushaltsjahre 2009 bis 2013 in der Herbstvollversammlung vorlegen und der wird Dinge aufdecken, die kein gutes Licht auf den Kreisjugendring und seinen langjährigen Geschäftsführer Alois Thumann werfen. Die Staatsanwaltschaft Ingolstadt hat die Ermittlungen intensiviert.

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Gravierende Mängel in der Buch- und Haushaltsführung des Kreisjugendrings (KJR) Neuburg-Schrobenhausen wurden festgestellt. Diese beinhalten Verstöße gegen die Satzung, Unregelmäßigkeiten bei der Verbuchung von Einnahmen und Ausgaben sowie Verletzungen ordnungsgemäßer Aufzeichnungspflichten, wie es heißt.

Nach 44 Jahren beim Kreisjugendring war das Arbeitsverhältnis mit dem langjährigen Geschäftsführer Alois Thumann im Frühjahr dieses Jahres überraschend nicht weiter verlängert worden. Eigentlich hätte der 65-Jährige seinen Nachfolger Guido Büttner noch einarbeiten wollen, doch dazu kam es nicht mehr. Weil Auffälligkeiten festgestellt worden waren, rückte der Bayerische Jugendring zur großen Innenrevision an. Die letzte war Jahre her, sie soll Mitte der 90er stattgefunden haben.

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In den vergangenen Monaten wurde vieles aufgearbeitet und auch die Staatsanwaltschaft eingeschaltet. Wie die Untersuchungen des BJR ergaben, wurden Arbeits- und Mietverträge dem BJR-Landesvorstand nicht zur Genehmigung vorgelegt, obwohl der KJR als unselbstständige Gliederung des BJR dazu satzungsgemäß verpflichtet ist. Honorare für Ehrenamtliche wurden nicht versteuert. An wesentlichen Aufgaben beteiligte die Geschäftsführung den Vorstand und die Rechnungsprüfer des KJR Neuburg-Schrobenhausen nicht, wie es heißt, so dass Unregelmäßigkeiten nicht bemerkt werden konnten. Ausgaben und Einnahmen sind nicht realistisch dokumentiert und wichtige Geschäftsunterlagen fehlen, so dass der Vollversammlung am Freitag aufgrund der unvollständigen Buchführung die Jahresrechnung für das Jahr 2013 nicht vorgelegt werden kann.

Bei der Kriminalpolizei Ingolstadt laufen die Ermittlungen in dem Fall, wie Oberstaatsanwalt Wolfram Herrle bestätigt. Der Prüfbericht liegt den Beamten vor und Zeugen werden derzeit verhört. Darunter die stellvertretende Landrätin und KJR-Kassenprüferin Sabine Schneider. Auch Hausdurchsuchungen hatten stattgefunden. Ob Anklage erhoben wird, kann Herrle bisher nicht absehen: „Der Fall ist sehr umfangreich und wird uns auch im neuen Jahr noch beschäftigen.“ Auch die Finanzbehörden sowie Sozialversicherungsträger wurden vom BJR informiert. In welcher Höhe Steuern und Sozialversicherungsbeiträge nachzuzahlen sind, ist derzeit nicht bezifferbar, wie BJR-Pressesprecherin Cornelia Freund mitteilt.

Der BJR habe nach ersten Hinweisen der Innenrevision Maßnahmen zur Aufklärung ergriffen, unterstützte den KJR mit Personal und ordnete die Geschäftsabläufe. „Intensiv arbeiten der seit Mitte Mai tätige Geschäftsführer Guido Büttner und der Vorstand des KJR Neuburg-Schrobenhausen daran, die jetzt anstehenden Aufgaben zu bewältigen und Managementprozesse neu einzurichten“, sagt Pressesprecherin Cornelia Freund. Die öffentliche Vollversammlung beginnt am Freitag um 19.30 Uhr im Sitzungssaal des Landratsamtes.

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