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Neuburg

29.04.2020

SPD gedenkt still Hans Nebelmair

Ulrike Hetmanek-Rogler legte in ihrer Funktion als Interims-Ortsvorsitzende der SPD eine Blumenschale vor dem ehemaligen Wohnhaus Hans Nebelmairs nieder. Eine Gedenkfeier ist in Corona-Zeiten nicht möglich.
Bild: Hetmanek-Rogler

Der Großvater von Stadtrat Klaus Babel stellte sich gegen Hitler und die Nazis.

Der 27. April ist auch für Neuburg ein denkwürdiges Datum. Vor genau 75 Jahren rückte die amerikanische Armee in Neuburg ein und beendete damit die Naziherrschaft. Der Neuburger SPD-Ortsverein gedenkt an diesem Tag jedes Jahr auch des Stadtrats Hans Nebelmair, der im April 1933 als einziger gegen den Beschluss stimmte, Adolf Hitler zum Ehrenbürger zu ernennen. Das kostete ihn nicht nur umgehend das Stadtratsmandat, er wurde wegen seiner aufrechten demokratischen Haltung zweimal, nämlich 1934 und 1944, ins KZ gesperrt.

Nachdem heuer keine Gedenkveranstaltung stattfinden konnte, legte die Interims-SPD-Ortsvorsitzende Ulrike Hetmanek-Rogler eine Blumenschale vor der Harmonie in der Neuburger Amalienstraße, dem ehemaligen Wohnhaus von Hans Nebelmair, nieder. Weil auch keine Ansprachen möglich waren, gab Hetmanek-Rogler folgende Stellungnahme ab: „Hans Nebelmair hatte damals den Mut, gegen die vorherrschende Meinung im Volk zu denken und zu handeln, auch auf die Gefahr hin, dafür negativ belangt zu werden. Bezug nehmend zur Gegenwart stellt sich einmal mehr heraus, dass damals wie heute couragierte und engagierte Mitmenschen, welche eine andere Meinung haben, als die in der Gesellschaft momentan Geltende, Gefahr laufen, einen „Shitstorm“ zu ernten, ausgegrenzt oder Opfer von psychischer und sogar physischer Gewalt zu werden. Ich möchte in diesem Zusammenhang auf die zahlreichen Drohungen gegen Politiker beziehungsweise an die Ermordung einzelner politisch verantwortlicher Männer und Frauen sowie kritisch berichtender Journalisten in jüngster Zeit im In- und Ausland verweisen.

Hans Nebelmair wurde vom Neuburger Stadtrat ausgeschlossen

Gott sei Dank führt die mehrheitliche Akzeptanz eines fragwürdigen Verhaltens oder eines Unrechts nicht automatisch zu seiner Legitimation. Wir als Gesellschaft sollten mehr denn je auf unsere Demokratie aufpassen. Diese lebt von verschiedenen Meinungen, die nicht unbedingt mit unseren eigenen übereinstimmen müssen“.

Mit Maria Babel lebt in Neuburg noch eine Tochter von Hans Nebelmair. Sie und ihr Mann Georg Babel sowie der Enkel Nebelmairs, Klaus Babel, verwiesen auf dessen Mut, der gerade in unserer Zeit wieder gebraucht werde um dem wieder erstarkenden Rechtsradikalismus entschieden entgegenzutreten. (nr)

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