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Neuburg

24.06.2019

Schloßfest: Darum sind die Jäger so wichtig

Damals waren bei den Jägern noch Hunde mit dabei, wie hier beim Umzug. Auch Falken und Adler sorgten für Staunen beim Publikum.
Bild: Franz Bohnert

Plus Die Jäger sind von Anfang an mit dabei, nicht nur musikalisch, sondern auch wegen der Gastronomie. Dort gibt es Wild und „Zielwasser“.

Das Neuburger Schloßfest feiert heuer ein Jubiläum. Zum 25. Mal findet das Fest der Renaissance vor der historischen Kulisse der Altstadt statt. Die Neuburger Rundschau stellt bis zum Schloßfest einige Gruppen vor. Heute, im letzten Teil der Serie, mit einem Verein, der von Anfang an mit dabei ist.

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Ihr Hallali und Horrido erklingt seit der Geburtsstunde des Neuburger Schloßfestes durch die Altstadt. Am Anfang hatten die Neuburger Jäger nur einen kurzen Bläserauftritt. Als sich das Schloßfest in die Amalienstraße erweiterte, wurden sie zu einem festen Bestandteil im „Renaissance-Spectaculum“. Seitdem treten die Jagdhornbläser im Jagdschutzverein Neuburg als „Kurpfälzer Jäger“ auf. Der damalige Bläserchef Josef „Beppi“ Gensberger (†2014) erkannte im Schloßfest die enorme Chance sowohl für die weidmännischen Musikanten, als auch für den Verein.

Das Fürst Pless-Horn war früher das Instrument der Jäger, die einfach gekleidet waren. Heute ist die Jagdmode gehobener
Bild: Franz Bohnert

Seit Beginn besteht das klingende „Kerngeschäft“ der Jagdhornbläser auf dem Schloßfest in ihren Auftritten im Marstall bei den Reiterspielen, abends auf der Rathaustreppe mit einer Art „Zapfenstreich“ und bei der Ankunft des Hofstaates im Wechsel mit dem Fanfarenzug. Ihr Lager im Schlosshof hat sich im Laufe der Jahrzehnte deutlich weiterentwickelt. Dorthin mussten sie umziehen, ihr ursprüngliches Domizil war im Schulhof von Maria Ward.

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Schloßfest: Früher waren Falken und Adler mit dabei

Jagdlieder und Jagdsignale zählen zum musikalischen Repertoire der „Kurpfälzer Jäger“. Ihr Instrument war in den Anfangsjahren das Fürst Pless-Jagdhorn. Inzwischen entlocken die Bläser den „umschaltbaren B/Ess Hörnern“ die feineren Klänge. Überhaupt war das Schloßfest lange Zeit eine reine Angelegenheit der Bläsergruppe. Inzwischen engagieren sich auch junge Jäger sehr tatkräftig. Das Erscheinungsbild der Gruppe wandelte sich stetig. Die Uniformen, ursprünglich mit zwei Schulterlatzen, passten sich immer mehr der gehobenen Jagdmode der Renaissance an. Lange Zeit standen die Armbrustschützen bei den Reiterspielen an der Seite der Kurpfälzer Jäger, ehe sie sich selbstständig machten. Kinder marschierten mit und stachen im Marstall mit der „Saufeder“ ein Wildschwein, auf eine Bretterwand gemalt, ab. Wand mit Wildsau gibt es immer noch, doch die „Jagd“ darauf entspreche nicht mehr aktuellem „weidmännischem Knigge“.

Heinz Mader aus Marienheim sorgte früher für einen absoluten Blickfang bei den Umzügen. Falken und Adler bereicherten die Gruppe enorm. Dazu reihten sich Jagdhunde in den Zug ein. Greifvögel und Hunde sind inzwischen ganz im Sinne des Tierschutzgedankens und der Kurpfälzer Jäger nicht mehr dabei.

Seit 2015 übernimmt Franz Bohnert die Schloßfest-Organisation

Seit dem vorletzten Schloßfest (2015) liegt die Organisation in den Händen von Franz Bohnert, in Neuburg besser als „Sam“ bekannt. Für ihn begann das Schloßfest bereits im September 2018. Der Gesamtauftritt ist in wirtschaftlicher Hinsicht der wichtigste, um den Vereinszweck des Jagdschutzvereins erfüllen zu können. Für die Öffentlichkeitsarbeit ist der Auftritt ebenso wichtig. „Schließlich sind wir die meiste Zeit des Jahres im Wald und die ersten Menschen waren Jäger, Fischer und Sammler“, erzählt Franz Bohnert.

In den Anfangsjahren wurde das Bier in Fässern in die Altstadt gekarrt.
Bild: Franz Bohnert

Zum Aufbau des Lagers investieren die Kurpfälzer Jäger zwei Wochen ehrenamtliche Arbeit. Dazu gehört die Gastronomie, auf deren Speisekarte die Wildgerichte Rehgulasch, Geschnetzeltes und Brotzeitplatten stehen. Die Bierfässer werden nicht mehr per Schubkarre angeliefert, inzwischen fließt der Gerstensaft aus einem gut versteckten Container. „Essen, Service und den heimeligen Platz schätzen unsere Besucher sehr, denn wir verzeichnen schon jetzt zahlreiche Reservierungen“, sagt Franz Bohnert. Einen hochprozentigen Abschluss des Mahls bieten die Kurpfälzer Jäger am „Zielwasserstand,“ der sowohl geschätzt als auch berüchtigt ist. Hansjörg Seissler und Franz Rucker bedienen dort schon lange und erfolgreich ihre Kundschaft.

Neuburger Schloßfest: Rund 80 Jäger und Bläser sind im Einsatz

Richtig zielen und schießen, natürlich bei strengster Kontrolle, kann man bei den Jägern mit einer Schrotflinte mit Einsatz für Kleinkaliber. Mit einer Steinschleuder schickt man das Geschoss zu einem Fasan aus Blech und am „Butzenstand“ (Tannenzapfen) gilt es, in das Maul einer Wildsau (Attrappe) zu treffen.

Alle Auflagen in Gastronomie und bei den Spielen werden erfüllt und akribisch kontrolliert. Insgesamt sind rund 80 Jäger und Bläser im Einsatz, wobei die Jägerfrauen immer wieder mit einer kreativen Dekoration, hauptsächlich aus Buchs, angenehm überraschen.

Franz Bohnert sieht dem kommenden Schloßfest mit Freude entgegen, doch er wirft auch einen dankbaren Blick zurück. Sein erstes Schloßfest als Organisator vor vier Jahren endete mit einem „Abschlussblasen“ zum Gedenken an Josef Gensberger. Dessen Weitsicht und Tatkraft waren letztlich der Grundstein für die Gruppe „Kurpfälzer Jäger“ des Jahres 2019.

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