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Ingolstadt

11.10.2017

Seehofer als "Pflaumenaugust" bezeichnet: Alexander Zugsbradl verlässt das Klinikum

Alexander Zugsbradl
Bild: Luzia Grasser

Wiederholt hat der Ingolstädter Interimschef mit Beiträgen auf Twitter für Furore gesorgt. Zuletzt hatte er Horst Seehofer als „Pflaumenaugust“ bezeichnet.

Alexander Zugsbradl ist nicht mehr Chef des Ingolstädter Klinikums. Am Mittwochnachmittag hat er mit sofortiger Wirkung seinen Hut genommen. In einer Mitteilung der Stadt Ingolstadt heißt es: „Alexander Zugsbradl hat seine Geschäftsleitertätigkeit beim Krankenhauszweckverband und seine Mitgeschäftsführertätigkeit bei der Klinikum Ingolstadt GmbH und deren Tochtergesellschaften mit Ablauf des heutigen Tages niedergelegt. Er scheidet auf eigenen Wunsch aus.“

Vorangegangen waren der Entscheidung mindestens zwei aufsehenerregende Beiträge auf Twitter. Einmal, im Sommer dieses Jahres, hatte Zugsbradl eine Anzeige gegen einen SPD-Stadtrat und einen früheren Mitarbeiter des Klinikums (die er mit ihren Spitznamen nannte) publik gemacht und den Tweet mit einem Dick-und-Doof-Bild illustriert. Damals noch hatten sich Zweckverbandsversammlung und Aufsichtsrat, dessen Vorsitzender Ingolstadts Oberbürgermeister Christian Lösel ist, hinter Zugsbradl gestellt, obwohl die Opposition vehement seine Ablösung gefordert hatte. Dieser Mann, so deren Tenor, sei für das ohnehin krisengebeutelte Klinikum nicht mehr tragbar. Doch Zugsbradl hatte sein Bedauern über den Beitrag zum Ausdruck gebracht und einige Wochen lang war wieder Ruhe eingekehrt.

Der Vertrag von Zugsbradl wäre ausgelaufen

Solange, bis Zugsbradl am Tag der Bundestagswahl erneut auf Twitter für mächtig Aufruhr gesorgt hat. Wörtlich schrieb er: „ Seehofer, dieser scharf an der Debilität vorbeischrammende Pflaumenaugust MUSS weg – Bayern hat Besseres verdient!“ Die Stadt hat daraufhin einen Anwalt eingeschaltet, der die Vorgänge auf dienstrechtliche Konsequenzen hin geprüft hat. Am Mittwoch kam dann nun das Aus für Zugsbradl, nachdem Zweckverband und Aufsichtsrat – regulär – getagt haben und das Thema kurzfristig auf die Tagesordnung rutschte.

Der Vertrag des 51-Jährigen als Interimschef wäre ohnehin zum Jahresende ausgelaufen. Er hatte die Geschäfte erst vor einem Jahr übernommen, nachdem sich rund um seinen Vorgänger Heribert Fastenmeister die Klinikumsaffäre entsponnen hatte. Bis Jahresende wird nun Andreas Tiete, der bislang in einer Doppelspitze mit Zugsbradl das Klinikum geleitet hatte, alleine die Geschäfte führen. Unterstützung erhält er in einigen Wochen von Monika Röther. Sie wird am 1. Januar Zugsbradls Nachfolgerin. Dieser hatte seine Bewerbung für den Geschäftsführerposten selbst wieder zurückgezogen.

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