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Neuburg/Donau

14.10.2019

Seine „schönste Frau der Welt“ würde ihn wieder heiraten

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2 Bilder
So verliebt wie auf diesem Bild, das am Montag auf dem Balkon ihrer Wohnung entstanden ist, blicken sich Elke und Wolfram Heyne auch nach 50 Ehejahren noch an.
Bild: Manfred Rinke

Elke und Wolfram Heyne aus Neuburg sind seit 50 Jahren ein Paar. Wie sie sich kennengelernt haben und was sie sich noch wünschen.

Nur wenige Stunden vor dem großen Tag wollte er es genau wissen. „Würdest du mich noch einmal heiraten?“, fragte Wolfram Heyne (77) seine Elke (80). Und die für ihn „schönste Frau der Welt“ hätte ihm auch dieses mal keinen Korb gegeben. „Ja, genau so, wie Du bist“, hat sie ihm gesagt. So eine Antwort bedeutet viel nach nun exakt 50 gemeinsamen Ehejahren, die auch bei den Heynes von Höhen und Tiefen begleitet waren.

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Es war auf dem Bockbierfest Anfang März 1969 in der Tilly-Kaserne, wo dem 27-jährigen Personaloffizier „eine schöne Frau im Publikum“ auffiel. Nachdem er von Neuburg nach Günzburg versetzt worden war, hatte ihn sein ehemaliger Kommandeur angerufen und gebeten, die Moderation beim Fest zu übernehmen. Ein schicksalhafter Abend. Denn nur ein halbes Jahr später waren sie Mann und Frau. Elke Heyne war da 30 Jahre alt und für ihren Mann von Anfang an eine nicht nur blendend aussehende Frau, sondern auch eine mit Charisma und Ausstahlung. „Eine Erscheinung“, wie er voller Liebe sagt.

Bremen wäre für Wolfram Heyne eine Chance gewesen, aber nur ohne seine Elke, die in Neuburg geblieben wäre

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Wolfram Heyne ist in Dresden geboren, in Kiel aufgewachsen, hat in Ratzeburg das Gymnasium besucht und war 1962 mit seinen Eltern nach München gezogen. Dort baute sein Vater als Vertreter Schleswig-Holsteins das Bundespatentamt mit auf. Nachdem er als damals bester Banklehrling Münchens noch einen Preis der Stadt erhalten hatte, startete er in Neuburg seine Offizierslaufbahn. Über Günzburg wurde er 1970 nach Nürnberg versetzt. Dort bekam der Oberleutnant eine Majorstelle in Bremen angeboten, trat sie aber nicht an. „Du kannst ja da hin, ich aber bleib hier“, ließ ihm seine in Neuburg geborene Gattin unmissverständlich wissen. Zu diesem Zeitpunkt führte sie bereits ihre eigene Krankengymnastik-Praxis. Er plante daraufhin um und nutzte die letzten Jahre seiner achtjährigen Bundeswehrzeit zum BWL-Studium. Beruflich Karriere machte er anschließend beim Bildungswerk der Bayerischen Wirtschaft (bbw), wo er nach der Übernahme des Beruflichen Fortbildungszentrums 2002 als stellvertretender Gesamtgeschäftsführer und Geschäftsführer der bbw gGmbH ausschied.

So verliebt sahen sich Elke und Wolfram Heyne beim Skiurlaub kurz nach der Hochzeit 1969 an. 
Bild: Heyne/privat

1972 kam Tochter Christiane zur Welt, die später als Stadträtin in die politischen Fußstapfen ihrer Mutter treten sollte, der bisher einzigen Bürgermeisterin Neuburgs. Die Praxis, die Politik und dass sie die Tochter ihrer verstorbenen Schwester 1983 in die Familie aufnahmen: „Das alles war schon auch belastend für mich“, erzählt die 80-Jährige heute. Noch dazu, weil ihr Mann beruflich häufig unterwegs sein musste.

Elke und Wolfram Heyne gingen mit, aber später auch ohne die Kinder auf große Reisen

Doch gemeinsam haben sie auch diese Zeit gemeistert und sich ab 1983 zudem die Zeit genommen, mit, aber später auch mal ohne die Kinder, auf große Reisen zu gehen. China, Australien, Südafrika, ...: „Das haben wir sehr genossen.“ Gereist wird auch heute noch, nur nicht mehr so weit weg.

Der große Wunsch von beiden ist es, das Erwachsenwerden ihrer Enkelkinder Anna (14) und Max (11) noch miterleben zu dürfen. Und, dass der Zusammenhalt der Großfamilie so stabil bleibt, wie er ist. In etwa so, wie der ihrer Ehe. Denn heiraten würde sie nicht nur ihn wieder, auch er würde sofort wieder „Ja“ zu ihr sagen.

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