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Karlshuld

24.03.2019

Sie ist die Königin der Rosen

Für eine Amtszeit von zwei Jahren ernennen die Gartenfreunde Karlshuld ihre Rosenkönigin. Seit mittlerweile einem Jahr hat Stefanie Ziegler dieses Amt nun inne.
Bild: Christian Hammerer

Die 19-jährige Stefanie Ziegler ist seit einem Jahr Karlshulder Rosenkönigin. Im Interview spricht sie über Stress, Theater und wie sie zur Rosenkönigin wurde.

Ein Foto mit Markus Söder an einem Wochenende, auf der grünen Woche in Berlin am anderen, und im Sommer manchmal drei Tage lang auf der Reise von einem Volksfest zum nächsten: Die 19-jährige Karlshulderin Stefanie Ziegler erlebt gerade eine besondere Zeit als Rosenkönigin des Gartenvereins Karlshuld. Stefanie, wie weit warst Du denn bisher unterwegs als Rosenkönigin?

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Stefanie Ziegler: Als Rosenkönigin kommt man echt viel rum. Seit dem 21. Juli hatte ich ungefähr 55 Auftritte und legte rund 7400 Kilometer zurück. Ich war in Bayern auf Volksfesten wie Riedenburg und auch Ingolstadt unterwegs, traf die erste bayerische Goaßmaßkönigin und durfte auch schon Fotos mit Markus Söder machen. Da mussten wir durch eine Demonstration laufen und bekamen die ganzen Sicherheitsvorkehrungen mit. Als Rosenkönigin bin ich aber auch schon nach Südtirol gereist, zum Apfelblütenfest. Auf der Grünen Woche in Berlin habe ich auch viele bekannte Leute getroffen.

Seit wann wünschst Du Dir, Rosenkönigin zu sein?

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Ziegler: Schon seit meinem sechsten Lebensjahr bin ich Mitglied des Gartenbauvereins und der Jugendgruppe. Einmal im Monat gab es da eine Bastelstunde. Manchmal haben uns die Rosenköniginnen der vergangenen Jahre besucht und ich habe sie damals schon immer sehr bewundert, wenn sie ihre Geschichten erzählt haben. Ich bin nun die 21. Rosenkönigin des Vereins, meine Mutter ist seit mehreren Jahren Jugendleiterin. Alle diese Eindrücke aus der Kindheit haben den Wunsch umso mehr vergrößert.

Wie genau wurde dieser Kindheitstraum dann Wirklichkeit?

Ziegler: Der erste und zweite Vorstandsvorsitzende entscheiden gemeinsam alle zwei Jahre, wer die nächste Rosenkönigin sein soll. Insgeheim hatte ich immer darauf gehofft. Als der Fasching dann vorbei war, hatte ich die Hoffnung schon fast aufgegeben. (Die Rosenkönigin wird meist zur Faschingszeit auserkoren, Anm. d. Red.) Dann klingelte das Telefon, und der erste Vorsitzende fragte, ob er mich besuchen könne. Meine Mutter und ich waren total aufgeregt, während mein Vater versuchte, den Ball flach zu halten. Als ich es dann erfuhr, habe ich natürlich sofort ja gesagt. Bis zur Krönung musste ich noch alles geheim halten.

Welche Voraussetzungen musstest Du erfüllen?

Ziegler: Schon früh sollte man sich im Verein engagieren und ein aktives Mitglied sein. Außerdem sollte man es mögen, neue Leute kennenzulernen, und nicht schüchtern sein. Weiß man Bescheid, muss man sich bis zur Krönung Mitte Juli ein Dirndl sowie ein schönes Abendkleid kaufen und Fotos für Autogrammkarten machen lassen.

Entsprach die Krönung Deinen Vorstellungen?

Ziegler: Ja, die Krönung war wirklich schön. Am Rosenfest in der Karlshulder Mehrzweckhalle hielt zunächst meine Vor-Vorgängerin eine Rede, danach meine Vorgängerin Theresa Traber. Traditionell wird die neue Königin in einem selbst geschriebenen Theaterstück vorgestellt. Bei mir ging es um einen Jäger, der auf seinem Hochsitz im Märchenland nach einer Nachfolgerin gesucht hat und letztlich dann auf mich traf. Ich fuhr dann mit einem Vespa-Roller auf die Bühne, und ab da war es offiziell: Ich bin die neue Rosenkönigin. Schärpe, Zepter und Krone darf ich für immer behalten.

War das Theaterstück denn an Dich angepasst?

Ziegler: Ja, vor zwei Jahren war ich noch zu jung, um Königin zu werden und durfte daher nur beim Theaterstück mitspielen. Mein Text war damals, dass ich noch nicht Königin werden könne, sie mich aber ja in zwei Jahren wieder fragen könnten. Als Dornröschen habe ich sozusagen zwei Jahre lang geschlafen, bis ich nun im Juli letzten Jahres endlich gekrönt wurde. Es war ein wunderschöner Abend und ich fand es toll, dass sie meinen Text von damals wieder aufgenommen hatten.

Wie war Dein erster Auftritt?

Ziegler: Das war der große Blütenumzug. Der ist immer am Tag nach der Krönung. Da werden große Wagen mit Blumen geschmückt und die neue Rosenkönigin darf auf dem neuen Wagen mitfahren. Hauptsächlich sind das dann Rosen und Dahlien, die dranhängen. Nur jede zweite Rosenkönigin hat das Glück, auf dem Thronwagen mitzufahren, da das Rosenfest aus organisatorischen Gründen nur alle vier Jahre stattfindet.

Jedes Wochenende woanders zu sein, ist sicher schwer. Wie machst Du das?

Ziegler: Ich bin wirklich dankbar, dass mein Ausbildungsbetrieb mich immer sofort von meiner Ausbildung zur Fluggerätemechanikerin freistellt und mich unterstützt, wenn ich Termine habe. Das ist auf keinen Fall selbstverständlich. Dafür lerne ich immer im Auto oder im Zug. Da meine Eltern mich zu fast allen Terminen begleiten, muss ich nicht selbst am Steuer sitzen.

Wie hat Dich Dein Amt als Rosenkönigin verändert?

Ziegler: Meist muss ich mich auf Volksfesten vorstellen und etwas über mich sagen. Manchmal gehe ich auch mit dem Vorsitzenden auf Geburtstage. Am Anfang war ich da immer sehr nervös, ich habe über meine Wortwahl genau nachgedacht. Doch mit der Routine wurde ich immer selbstbewusster.

Wie wirst Du von der Öffentlichkeit angenommen?

Ziegler: Das ist immer sehr unterschiedlich. Die einen finden es wirklich cool und wollen Autogrammkarten haben, andere schauen mich dann schon mal schief an. Meine Freunde stehen immer hinter mir, obwohl sie oft auf mich verzichten müssen. Dennoch muss ich mir manchmal anhören, die klassische „Prinzessin“ zu sein, was dann meistens eher negativ gemeint ist. Heute erst wurde ich mehrfach angesprochen, da ich mein Königinnengewand anhatte und mit Krone und Zepter durch die Stadt lief. Die Leute freuten sich, sie wollten wissen, welche Königin ich bin. Das macht wirklich Spaß.

Was sind die Vor- und Nachteile am Dasein als Rosenkönigin?

Ziegler: Man erlebt wirklich viel. Ich möchte diese Zeit nicht missen und bin froh, dass ich es gemacht habe. Jeder, der die Möglichkeit hat, so ein Amt anzunehmen, sollte die Chance nutzen. Doch alles hat seine Schattenseiten. Ein Problem ist wirklich, dass man fast keine Freizeit mehr hat. Eigentlich spiele ich Fußball, aber da muss ich eben jetzt pausieren. Die Reisezeiten können manchmal anstrengend sein, aber wenn man das wirklich will, kriegt man das schon hin. Auf dem Volksfest muss ich aufpassen. Meine Krone ist viel wert und manchmal wollen Betrunkene sie von meinem Kopf ziehen. Alles in allem überwiegen die positiven Aspekte aber bei Weitem.

Worauf freust Du Dich besonders?

Ziegler: Ich freue mich schon richtig auf den Apfelblütenball am ersten Mai sowie auf die Karlshulder Volksfesteröffnung. Das erste Mal dürfen wir auch andere Königinnen dorthin einladen. Außerdem bin ich froh, dass ich das Amt zwei Jahre ausüben werde. Manchmal doppeln sich Termine, und in zwei Jahren kann man dann jeden einmal besuchen.

Interview: Laura Freilinger

Wer weitere Informationen zu zukünftigen Auftritten sucht, kann die Facebook-Seite des Vereins der Gartenfreunde Karlshuld e.V. besuchen.

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