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Neuburg

02.07.2020

So feiern Neuburger Schüler Abschied zu Corona-Zeiten

Hunderte Schülerinnen und Schüler können den Abschluss nur begrenzt feiern.
Bild: Andreas Jacobi (Archiv)

Plus Hunderte Schüler in Neuburg und Umgebung freuen sich über diesen Moment – das Abschlusszeugnis in den Händen zu halten. Doch was eigentlich gefeiert werden sollte, ist unter Pandemie-Bedingungen kaum möglich.

Es mag sich anfühlen wie der Triumph über die vergangenen Jahre. Der Abschluss. Das Zeugnis. Ein Neubeginn, die Zukunft. Und das wollen die Schülerinnen und Schüler, die in und um Neuburg gerade an ihren letzten Prüfungen für die Mittlere Reife oder den Qualifizierenden Schulabschluss schreiben, natürlich auch feiern – so wie ihre Vorgänger die Jahre zuvor.

Wegen der Corona-Pandemie und den geltenden Abstandsregeln ist in diesem Jahr aber alles ein bisschen anders. Die sonst üblichen, großen Feiern mit engen Kontakten dürfen nicht stattfinden. Und dennoch – wenn es schon keine Streiche, Motto-Tage und Bälle gibt, soll zumindest die Zeugnisübergabe ein wenig feierlich sein. Wie funktioniert er also, der Abschied mit Abstand?

Schulen sind für Einhaltung von Hygiene-Regeln selbst verantwortlich

Wie die Schulamtsdirektorin für den Landkreis, Ilse Stork, erklärt, können die Zeugnisvergaben 2020 „nur sehr reduziert“ stattfinden. Wichtig sei allerdings, dass die Zeugnisse an einem bestimmten Tag ausgegeben werden. Das sei Vorschrift, sagt Ilse Stork. Davon dürfe man nicht abweichen. Mittel- und Grundschüler zum Beispiel bekommen ihre Abschluss-Dokumente in diesem Jahr am Freitag, 24. Juli. Keinen Tag früher, keinen später.

Dass bei diesen Vergaben Schutz- und Hygiene-Regeln eingehalten werden, dafür sei jede Schule selbst verantwortlich, betont die Schulamtsleiterin. So gebe es für Einrichtungen einerseits die Möglichkeit, Zeugnisse im Schichtbetrieb zu verteilen. „Es kommt also die eine Hälfte der Klasse in die Schule, bekommt ihre Zeugnisse und geht zurück nach Hause.“ Erst dann komme die andere Hälfte in die Schule, um ihre Zeugnisse abzuholen.

Abschlussfeiern grundsätzlich möglich aber nicht erwünscht

Andererseits, erläutert Ilse Stork, könne die Schule der gesamten Klasse in einem größeren Raum – etwa in einer Aula – Zensuren und Beurteilungen des Abschlussjahrs übergeben. „Das entscheidet jede Schule für sich.“ Unter der Prämisse, dass entsprechende Abstände und andere Auflagen eingehalten werden.

So weit der gediegene Teil des Schulabschlusses. Was aber ist mit der ausgelassenen Feier, den Pauken und Trompeten im Anschluss daran? Darauf muss die Absolvia 2020 wohl größtenteils verzichten. Wie Ilse Stork schildert, seien Schulentlassfeiern und ähnliche Veranstaltungen zwar grundsätzlich möglich – wenn die offiziellen Schutz- und Hygiene-Maßnahmen erfüllt werden. Die Schulen aber seien dazu angehalten, sie abzusagen, sollten sie nicht notwendig, relevant oder prüfungsrelevant sein.

Bei Verstößen drohen 150 Euro Bußgeld pro Person

Wer sich stattdessen zu alternativen Veranstaltungen etwa auf öffentlichen Plätzen hinreißen lässt, wird ebenfalls enttäuscht. Angelika Burghart vom Ordnungsamt der Stadt Neuburg bekräftigt, dass sich auf solchen Flächen maximal zehn Personen aufhalten dürfen. Grill oder Partys? Sind nicht erlaubt, sagt sie dezidiert. Diese Information habe man auch an die jeweiligen Schulen weitergegeben.

Involviert, fährt Angelika Burghart fort, sei dabei auch die örtliche Polizei. „Sie kontrolliert und greift ein, wenn es doch zu größeren Gruppenbildungen und Feiereien kommt.“ Bei Verstößen drohen immerhin 150 Euro pro Person. Eine stattliche Summe für das Portemonnaie eines Abschlussschülers.

Verantwortliche appellieren an die Vernunft der Schülerinnen und Schüler

Als Jugendreferentin der Stadt bedauert es auch Julia Abspacher, dass junge Erwachsene ihren Abschluss nicht ausladend zelebrieren können. „Für die Schüler ist es schade“, sagt die Stadträtin. „Man wird ja wahrscheinlich nur einmal im Leben mit der Schule fertig“. Trotzdem hoffe sie darauf, dass sich die Jugendlichen an die aktuellen Vorgaben halten werden.

Genauso Angelika Burghart vom Ordnungsamt. Auch sie appelliert an die Vernunft der Jugendlichen. Am Ende diene es schließlich allen, sagt sie, „damit das Schlamassel bald auch wieder vorbei ist“.

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