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Wirtschaft in Neuburg

24.05.2020

So geht es der regionalen Bierbranche

Gabriele Bauer und Florian Linder von Juliusbräu in Neuburg hoffen mit Öffnung der Gastronomie auf steigende Umsätze.
Bild: Manfred Dittenhofer

Plus Der Umsatz der Brauereien ist infolge der Corona-Krise stark eingebrochen. Die hiesigen Unternehmen hoffen mit Öffnung der Gastronomie auf wieder steigende Einnahmen.

Bier geht immer. Das dachten viele und das ist ja auch so. Aber wie soll der private Konsum des Traditionsgetränks den Umsatz der über Wochen geschlossenen Gastronomie und der ausgefallenen Volksfeste ersetzen? Der Umsatz ist trotz des Verkaufs in den Getränkemärkten und im eigenen Hausverkauf und trotz des Lieferservices stark eingebrochen. Nun haben die Biergärten wieder geöffnet. Die Gastronomie läuft langsam wieder an. Gute Nachricht für die Brauereien, die darauf hoffen, dass die Besucher dieses Angebot auch annehmen.

Edelstahltanks sind gut gefüllt bei Juliusbräu in Neuburg

Die Edelstahltanks sind gut gefüllt bei Juliusbräu in Neuburg. Fragt man Gabriele Bauer, Eigentümerin und Geschäftsführerin von Juliusbräu in Neuburg, wie es der Brauerei geht, verweist sie auf mehrere Säulen, auf denen der Umsatz des Unternehmens beruht. „Wir beliefern viele Getränkemärkte in Neuburg und Umgebung. Und auch unser Rampenverkauf hat zugenommen.“ Bei Julius kann man direkt in der Brauerei einkaufen. Und die Stammkundschaft hat ihre Hausbrauerei nicht vergessen. Sehr früh hat Gabriele Bauer die Fassabfüllung fast komplett eingestellt. Bis auf die Fünf-Liter-Fässer. Die verkauft sie nach wie vor und das recht gut.

Ansonsten ist sie froh, dass sie in die neuen Edelstahl-Lagertanks investiert hat. Denn Lagerkapazität ist momentan gefragt. „Da wir nicht wissen, wie sich die Krise und damit unser Bierabsatz entwickelt, brauen wir momentan etwas weniger.“ Zudem halte das Bier in den Lagertanks am besten. Es verändere zwar den Charakter, das aber nicht unbedingt zum Schlechteren. Es könne auch noch an Geschmack hinzugewinnen, erklärt Bauer. Erst einmal abgefüllt, sei das dann schon schwieriger mit der Haltbarkeit.

Viele würden nur die geschlossene Gastronomie sehen, berichtet Gabriele Bauer. Dabei würden allerdings die hiesigen Vereine vergessen. „Wir sind in Neuburg durch unser Vereinssponsoring sehr engagiert. Den Umsatz mit den Vereinen vermissen wir schmerzlich.“ Gut angenommen werde dagegen der Lieferdienst, den Juliusbräu schon seit vielen Jahrzehnten anbiete, sagt Bauer. In Neuburg und Umgebung, zwischen Nassenfels, Bergheim und Burgheim könne man sich beliefern lassen.

Der Stiftungsrat der Juliusbrauerei arbeitet gerade mit Nachdruck an der Etablierung eines Freundeskreises für die Brauerei. Der Verein, bereits seit vergangenem Jahr in Planung, soll die Verwurzelung der Brauerei in Neuburg noch vertiefen und auch der Stadt einen Mehrwert bringen. Stiftungsvorstand Kurt Müller setzt auf den regionalen Bezug von Bier und die positive Emotionalität, die mit dem Gerstensaft einhergeht. Deshalb plant die Brauerei auch in Zukunft weitere Investitionen. Schaut man nach Ingolstadt in die Nordbräu-Brauerei, so findet man auch dort volle Lagerbestände vor.

Nordbräu-Brauerei Ingolstadt muss im April Umsatzrückgang verkraften

Wie Geschäftsführerin Eva Wittmann-Ott bestätigt, musste die Brauerei im April einen Umsatzrückgang von 30 Prozent verkraften. Die Produktion sei zurückgefahren worden, für die 120 Mitarbeiter Kurzarbeit wurde angemeldet. Vor allem die Gastro-Umsätze fehlen auch in Ingolstadt.

Den bei der Entalkoholisierung anfallenden Alkohol gibt Nordbräu an Apotheken ab, die daraus Desinfektionsmittel herstellen. Die alkoholfreien Getränke der Jesuitenquelle verzeichnen keinen solch drastischen Rückgang. Dort liegt der Umsatzverlust laut Wittmann-Ott bei rund 18 Prozent. Wie auch Gabriele Bauer in Neuburg hofft Eva Wittmann-Ott in Ingolstadt, dass die Öffnung der Biergärten und später dann der Gasthäuser beim Kunden aufgenommen werden. „Wir fragen uns natürlich, ob der Besucher bei den geforderten Einschränkungen überhaupt Lust hat auf einen Gaststättenbesuch.“

Und das Wetter, dass bisher ideal für Biergartenbesuche war, sollte nun auch noch weiterhin mitspielen. Dann schauen die beiden Geschäftsführerinnen hoffnungsvoll in die Zukunft. Die bayerische Gastronomie sei schließlich ein Stück Kulturgut, das die Menschen hoffentlich vermisst haben und gerne wieder besuchen.

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