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Rennertshofen/Ingolstadt

11.07.2017

Solarpark: Von Kienberg bis Villa Alemana

Der Solarpark, den die Firma Anumar auf dem Maisfeld (grüne Fläche) vom rechten Bildrand bis zur Bildmitte errichten möchte, liegt vorerst auf Eis. Im Hintergrund steht das Ammerfelder Windrad, links davon sieht man den Marxheimer Ortsteil Burgmannshofen.
Bild: Michael Geyer

Das Ingolstädter Unternehmen Anumar hat im Rennertshofener Ortsteil mit einer Freiland-Photovoltaikanlage gerade Pech, dafür aber Erfolg in Chile

Westlich des Rennertshofener Ortsteils Kienberg soll hart an der Landkreisgrenze eine Freiland-Photovoltaikanlage entstehen. Die Ingolstädter Firma Anumar ist seit geraumer Zeit mit den Planungsarbeiten beschäftigt. Nun aber erhielt das Unternehmen und seine Pläne auf dem Ortsgebiet Rennertshofen einen Dämpfer. Denn Anumar ging mit diesem Projekt beim Ausschreibeverfahren der Bundesnetzagentur leer aus.

Das bedeutet, dass Anumar für die Anlage nicht die von dem Unternehmen angestrebte Vergütung für den produzierten Strom erhalten würde. Denn die Ausschreibung bezieht sich auf die Vergütung je Kilowattstunde Strom. „Wir waren sehr überrascht, dass wir nicht zum Zuge kommen, da wir unser Angebot unter dem Durchschnitt der erfolgreichen Gebote der letzten Ausschreibung im Februar angesetzt hatten“, erzählt Andreas Klier, Geschäftsführer von Anumar.

Für das Projekt in Kienberg bedeutet das aber nicht das Aus, sondern nur eine Zeitverzögerung. Dazu Klier: „Wir bringen das Objekt in die nächste Ausschreibung der Bundesnetzagentur wieder ein.“ Jährlich gibt es vier Ausschreibungen, alle vier Monate eine. Die nächste ist also im Oktober. Für diese Ausschreibung muss die Firma neu kalkulieren. Der Strompreis ist stark gefallen. Aber: „Wir reden von einem optimalen Standort. Der Anschluss ans Netz ist über eine sehr kurze Strecke möglich. Dort haben wir sehr viele Sonnenstunden. Also stimmen die wirtschaftlichen Parameter.“ Aber auch eine zweite Möglichkeit hält sich Klier offen. Die freie Vermarktung des Stroms sei eine weitere Chance. „Brauchen wir allerdings das öffentliche Netz zur Lieferung an Abnehmer, müssen wir die gesamte EEG-Umlage abführen.“ Die Anlage in Kienberg soll eine Leistung von knapp vier Megawatt haben.

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Besonders interessant sind momentan aber Anlagen bis zu 750 Kilowatt Leistung. Die müssen nämlich nicht ins Ausschreibeverfahren. Und in dieser Größenordnung hat Anumar gleich mehrere Projekte in Planung. „In Brunnen haben wir zwei Projekte dieser Größenordnung im Genehmigungsverfahren“, erzählt Klier. In Adelschlag rechnet er mit einem zeitnahen Baubeginn. Nördlich der Bahnlinie soll eine Freiland-Photovoltaikanlage entstehen. Zusätzlich dazu steht in Weichering das Genehmigungsverfahren für eine 750 kW-Anlage an. Und auch in Burgheim befindet sich ein solches Solarkraftwerk kurz vor dem Genehmigungsverfahren. „Auch in Hessen betreuen wir einige Projekte.“

Aber Anumar ist nicht nur in Deutschland aktiv. „2015 sind wir in den chilenischen Markt eingetreten.“ Als Energiegenossenschaften zeitweilig wie Hedgefonds eingestuft wurden, war das für Klier wie ein Warnschuss. „Wir brauchten ein zweites Standbein, falls auf dem deutschen Markt noch mehr Hürden für regenerative Energien in den Weg gelegt würden.“ Klier und sein Geschäftspartner Markus Brosch haben sich mehrere Märkte angeschaut. Chile stellte sich als ideal heraus: Viel Sonne, hoher Strompreis, keine Korruption und ein freundliches Wirtschaftsklima. „Im vergangenen Jahr haben wir eine Tochtergesellschaft in Santiago de Chile gegründet und nun liegt bereits der Flächennutzungsplan für den Bau unseres ersten Solarparks in Chile vor. Im vierten Quartal 2017 soll mit dem Bau in Villa Alemana begonnen werden.“ Markus Brosch, Anumar Geschäftsführer und verantwortlich für das Auslandsgeschäft des Unternehmens, freut sich auf die Realisierung des Solarkraftwerkes: „Das Genehmigungsverfahren war nicht einfach. Selbst wir waren überrascht, welchen hohen Stellenwert die Flora und Fauna in Chile haben. Die gewonnenen Erfahrungen werden sich positiv auf unsere nächsten Projekte auswirken.“ Dass der erste Solarpark mit einer Leistung von drei Megawatt in der Stadt Villa Alemana gebaut wird, sei Zufall, aber ein gutes Omen für ein deutsches Unternehmen in Chile, so Brosch.

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