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Gemeinderat

16.11.2017

Solarpark kommt trotz Gegenwind

Der geplante Solarpark in Sichtweite des Kienberger Windparks bekommt viel Gegenwind vonseiten der Anwohner. Der Gemeinderat Rennertshofen beschäftigte sich jetzt im Zuge der öffentlichen Beteiligung mit dem Vorhaben und segnete es ab.
Bild: Michael Geyer

In Rennertshofen werden die Stellungnahmen zu dem Projekt ausführlich behandelt. Trotz großer Bedenken der Anlieger stimmt das Gremium dem Vorhaben mit einer Gegenstimme zu

Am Dienstagabend brauchten die Rennertshofener Gemeinderäte viel Sitzfleisch. Denn auf der Tagesordnung der Sitzung stand die „Abwägung der Stellungnahmen aus der Beteiligung der Träger öffentlicher Belange und der Beteiligung der Öffentlichkeit“ für den geplanten Solarpark in Kienberg. Was im Amtsdeutsch ziemlich sperrig klingt, entwickelte sich folglich zu einem dreistündigen Vorlese-Marathon. Neben den Kommentaren und Stellungnahmen der Behörden, Ämter und Nachbarkommunen ging es vor allem um die Einwände aus der Bevölkerung.

238 Unterschriften hatten die Gegner des Projekts westlich von Kienberg gesammelt. Auf einem rund sechs Hektar großen Areal zwischen dem Rennertshofener Ortsteil und dem Marxheimer Ortsteil Burgmannshofen im Nachbarlandkreis plant die Ingolstädter Firma Anumar ein Sonnenkraftwerk mit einer Leistung von rund vier Megawatt. Dafür will das Unternehmen vier Millionen Euro investieren. Eine Änderung der Einspeiseverordnung hatte das Projekt verzögert. Nun aber hat der Freistaat landwirtschaftlich benachteiligte Flächen, wie die Äcker rund um Kienberg, wieder in das Programm aufgenommen. Die Planungen können also fortgesetzt werden. Hängen geblieben waren sie bei der öffentlichen Auslegung. Und darum ging es nun auch am Dienstag.

Planungshoheit liegt bei der Gemeinde

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Landschaftsarchitekt Manfred Neidl war vom Rennertshofener Bürgermeister Georg Hirschbeck zum Vorleser engagiert worden und stellte dem Gremium die Einwände vor. Andreas Klier, Geschäftsführer von Anumar, stellte sich den Fragen der Gemeinderäte. Alfred Ehrnstraßer beispielsweise wollte wissen, ob man mit der Anlage nicht einen Präzedenzfall schaffen würde und dann auch andere Freilandanlagen genehmigen müsse. Dies verneinten Klier und auch Hirschbeck unisono. Die Planungshoheit liege bei der Gemeinde, so die Auskunft.

Anschließend wurde die Blendwirkung der Solarmodule diskutiert. Klier legte ein Gutachten vor, das Einschränkungen anhand von Sonnenreflexionen ausschloss. Die meisten Behörden hatten gegen die Freiland-Solaranlage nichts einzuwenden. Einzig das Bauamt des Landratsamtes Neuburg-Schrobenhausen lehnt die Planung ab. Die Ortsplanung sei dadurch beeinträchtigt und eine Zersiedelung der Jurahochfläche werde befürchtet, so die Begründung.

Das sehen auch viele Anlieger in Kienberg und in der Nachbargemeinde Marxheim so. Sie wollen die Anlage nicht hinnehmen und begründen dies mit einer Zerstörung des dörflichen Charakters und mit einem nicht hinnehmbaren Wertverlust ihrer Immobilien. Die Landschaft werde verbaut, außerdem sei die landwirtschaftliche Fläche besser mit dem Anbau von Lebensmitteln genutzt. Noch dazu würde der kleine Ort auf der Jurahöhe mit den zwei dort laufenden Windrädern bereits mehr als genug für die Erzeugung regenerativer Energien tun.

Doch nicht alle Anlieger stehen dem Projekt ablehnend gegenüber. Es gibt auch Befürworter in Kienberg. Die Firma Anumar bietet den Bürgern eine Beteiligung an der Solaranlage, kann aber über mögliche Renditen erst sprechen, wenn das Genehmigungsverfahren abgeschlossen ist.

Die Einwände waren für den Gemeinderat am Ende kein Grund, das Fotovoltaik-Kraftwerk zu stoppen. Es gab nur eine Gegenstimme – Bernhard Weigl votierte gegen die Solaranlage.

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