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Neuburg

19.09.2019

Soldaten- und Kameradenverein Joshofen wird 100

Josef Burghart (links), erster Vorsitzender des Soldaten- und Kameradenvereins Joshofen, und Franz Lunzner, Chronist des Vereins, am Kriegerdenkmal im Friedhof von Joshofen.
Bild: Manfred Dittenhofer

Plus Der Verein besteht seit 1919 und feiert am Samstag sein Gründungsfest. Was in all den Jahren passiert ist und welche Gäste erwartet werden.

Am 11. November 1918 war der Erste Weltkrieg zu Ende gegangen. Aber deshalb war das darauffolgende Jahr noch lange kein ruhiges Jahr. Viele Männer waren im Krieg gefallen. Frauen waren mit ihren Kindern alleine. Die Kriegsveteranen kehrten in ihre Heimat zurück. Die Bevölkerung litt sehr unter den Folgen des Krieges. Politische Unruhen beherrschten das Land. Und genau in diesem Jahr voller Unruhen und Entbehrungen wurde der Soldaten- und Kameradenverein Joshofen gegründet. Eine Gemeinschaft, die das Dorfleben wieder in Schwung bringen sollte. Und die weit über die Kameradschaft von ehemaligen Soldaten hinausgehen sollte. Am Samstag feiert dieser Verein seinen 100. Geburtstag.

Das Gründungsfest, das am Samstag um 17.30 Uhr mit einem Festgottesdienst in der Kirche und anschließend im Feuerwehrhaus in Joshofen stattfindet, wird erster Vorstand Josef Burghart zu einem Blick zurück nutzen. Zurückkehrende Soldaten hatten damals den Veteranen- und Kriegerverein gegründet. Doch bereits im ersten Jahr gab es Querelen. Die Zukunft des Vereins stand, kaum gegründet, schon wieder auf dem Spiel. 1920 wurde Johann Ettle zum ersten Vorstand gewählt. Die Querelen wurden beigelegt. Neben der Feuerwehr und dem Sportverein sorgten nun die Kameraden für das gesellschaftliche Leben im Dorf. Sie organisierten Weihnachtsfeiern und Faschingsbälle. 1925 wurde beschlossen, eine Vereinsfahne anzuschaffen. Und im selben Jahr wurden eine Schützengruppe und eine Jugendgruppe aus der Taufe gehoben. Die Fahnenweihe fand schließlich im Juni 1926 statt.

Soldaten- und Kameradenverein Joshofen: Mittlerweile sind auch Frauen Mitglieder

In all den Jahren änderte sich nicht nur der Name vom Veteranen- und Kriegerverein hin zum Soldaten- und Kameradenverein. Heute hat der Verein rund 60 Mitglieder und ist fester Bestandteil des Joshofener Vereinslebens. Und - zur Gründungszeit undenkbar - auch Frauen sind Mitglieder in dem Verein. Neben dem gesellschaftlichen Leben aber hat sich der Verein vor allem eines auf die Fahne geschrieben. Dazu Chronist Franz Lunzner, der die alten Schriften des Vereins und die Protokollbücher hegt: „Wir müssen das Andenken an die vielen Gefallenen bewahren.“ Lunzner deutet auf das Kriegerdenkmal im Joshofener Friedhof. „Hinter jedem Namen stehen ganze Familienschicksale. Söhne und Ehemänner, die nicht zurückkamen. Ehefrauen und Kinder, die vor dem Nichts standen.“ Josef Burghart betont, dass diese Erinnerungen zeigen, wie schrecklich Krieg ist. „Wir leben in einem vermeintlich tiefen Frieden, realisieren aber kaum, wie zerbrechlich dieser Friede ist.“ Nur wer das Andenken bewahre, habe die Chance, nie wieder in einen solchen Krieg zu schlittern.

Der Joshofener Soldaten- und Kameradenverein lädt am Samstag, den 21. September, um 17.30 Uhr zum Festgottesdienst in der Joshofener Kapelle. Anschließend wird am Kriegerdenkmal ein Kranz niedergelegt. In einem Festzug geht es dann zum Feuerwehrhaus, in dem die Geburtstagsfeier stattfindet. Neuburgs Oberbürgermeister wird als Redner erwartet. Mit dabei sein werden außerdem der Kreisvorsitzende des Verbandes der Bayerischen Kameraden- und Soldatenvereinigung Wolfgang Glöckner und der Bezirksvorsitzende Dieter Holdenried.

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