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Ingolstadt

21.07.2010

Täter missbraucht wieder einen Jungen

Archivbild

Der Mann hatte sich schon zwei Mal an Jungen vergriffen. Die Gerichte hatten ihn mit Bewährungsstrafen davonkommen lassen. Er wurde wieder rückfällig. Von Luzia Riedhammer

Vor mehr als zehn Jahren hatte sich der Mann schon zwei Mal an Jungen vergriffen. Die Gerichte hatten ihn mit Bewährungsstrafen davonkommen lassen, danach lebte er jahrelang ziemlich unauffällig in Ingolstadt. Doch Anfang diesen Jahres ist der gebürtige Berliner wieder rückfällig geworden.

Wegen sexuellen Missbrauchs eines Nachbarjungen sowie Besitz von Kinderpornos verurteilte ihn das Schöffengericht gestern zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren und neun Monaten.

Der 49-jährige Staplerfahrer hat gestern von Anfang an alles zugegeben: "Das stimmt im Großen und Ganzen." Staatsanwältin Verena Kikut hatte ihm vorgeworfen, zusammen mit zwei ihm nur flüchtig bekannten Jungen aus der Nachbarschaft in seinem Schlafzimmer verschwunden zu sein. Dort sei es dann, zumindest mit einem der Jungen, einem 13-Jährigen, zu sexuellen Handlungen gekommen.

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Den Stein ins Rollen gebracht hatte der Vater des zweiten, drei Jahre älteren, Jungen. Der Sohn erzählte der Polizei von dem Missbrauch, erwähnte laut einer Polizistin auch etwas von einem "religiösen und erzieherischen Hintergrund" der Tat. Sein jüngerer Freund aber hat stets bestritten, von dem Mann überhaupt missbraucht worden zu sein. Seine Aussage bei der Polizei jedoch, das erkannten alle Prozessbeteiligten, zeigte viele Widersprüche.

Doch nicht nur der Missbrauch wurde dem Mann zur Last gelegt: Auf Datenträgern in seiner Wohnung fanden die Ermittler 99 Dateien mit Kinderpornos. Zunächst hatte der Angeklagte noch erzählt, dass diese Daten mehr oder weniger zufällig auf seinen Rechnern gelandet seien. Doch diese Version nahm ihm das Gericht nicht ab.

Staatsanwältin Verena Kikut forderte eine Gefängnisstrafe von vier Jahren samt Führungsaufsicht und einer Therapie. Verteidiger Klaus Wittmann plädierte auf eine Strafe von weniger als drei Jahren, insbesondere wegen seines "lupenreinen Geständnisses". So habe er den Kindern die Aussage vor Gericht erspart.

Das Schöffengericht unter Vorsitz von Richter Jochen Bösl rechnete dies dem Angeklagten zwar hoch an, verhängte aber eine Strafe von drei Jahren und neun Monaten sowie eine Führungsaufsicht: "Denn es sind einschlägige Straftaten zu befürchten, wenn Sie sich keiner vernünftigen Therapie unterziehen." Und Bösl malte auch gleich die Folgen aus: "Wenn noch einmal was vorkommt, dann droht Ihnen die Sicherungsverwahrung."

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