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Neuburg

10.12.2017

Tradition aus Südtirol auf dem Weihnachtsmarkt

Die Holzschnitzer-Familie Plancker ist inzwischen nicht mehr wegzudenken. Jedes Jahr fertigt sie an ihrem Stand ein ganz besonderes Objekt.

Mit ruhiger Hand setzt Anselmo Plancker das Schnitzeisen an, haut mit dem Klüpfel drauf, der Holzspan fällt zu Boden. Dann wieder von vorne. Hin und wieder setzt er ab, tritt einen Schritt zurück und begutachtet sein Werk. Der Südtiroler ist Bildhauer in dritter Generation. Normalerweise sind sakrale und profane Figuren aus Holz sein Steckenpferd, auch Krippen. Doch heuer wird es etwas Modernes werden, das Anselmo mit seinem Sohn Christian auf dem Neuburger Weihnachtsmarkt erschaffen wird.

Vor 17 Jahren kam die Familie Plancker zum ersten Mal nach Neuburg auf den Weihnachtsmarkt am Schrannenplatz. Über Urlaubsfreundschaften war der Kontakt in die Ottheinrichstadt zustande gekommen. Inzwischen ist der Stand des Schnitzers lieb gewonnene Tradition und nicht mehr wegzudenken.

Das Holz kommt als Block nach Neuburg

Tradition aus Südtirol auf dem Weihnachtsmarkt

Noch zu Hause bereiten Vater und Sohn das Holz vor. Als Block wird es nach Neuburg gebracht und pünktlich mit dem Start des Weihnachtsmarktes beginnen die beiden mit dem Schnitzen. Nur im Stand zu stehen, das wäre nichts für die beiden Handwerker. Sie wollen mit ihren Händen arbeiten, Figuren zum Leben erwecken und den Weihnachtsmarktbesuchern zeigen, wie ihre Skulpturen entstehen – egal wie kalt es ist. „Das steht für Glaubwürdigkeit und Qualität“, sagt Christian Plancker im unverkennbaren Südtiroler Dialekt.

Zirben-, Linden- und für kleinere Figuren auch Ahornholz, mitunter auch Kirsch und Nuss verwenden die Planckers. Und die Besucher ihres Standes kommen oft von weit her, um auf dem Neuburger Weihnachtsmarkt ihre bestellten und teilweise über Wochen gefertigten Skulpturen abzuholen.

Der „Neuwirt“ wird zur zweiten Heimat

Die gesamte Adventszeit über ist Anselmo Plancker mit seiner Frau und seinem Sohn vor Ort. Der „Neuwirt“ wird für knapp vier Wochen ihre zweite Heimat – samt Stammtisch und Besuch von Freunden. Und ja, die Planckers haben inzwischen sehr viele Freunde in Neuburg gefunden. „Wir fühlen uns hier tief verwurzelt“, sagt Christian Plancker. „Meine Eltern können sich eine Adventszeit ohne Neuburg gar nicht mehr vorstellen.“

Schon Christians Großeltern haben geschnitzt. Im Grödnertal in Südtirol führt er inzwischen den kleinen Betrieb, der alles auf Anfrage fertigt. Sein Vater und er schnitzen nach Fotos, Beschreibungen oder Gemälden, so zum Beispiel den Pfalzgrafen Ottheinrich, der vor einigen Jahren auf dem Weihnachtsmarkt aus einem Holzblock entstanden ist. Was sich heuer zum Ende des Weihnachtsmarktes aus dem Holzblock herauskristallisiert, ist noch ein Geheimnis, aber man kann die Umrisse inzwischen schon erahnen.

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