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Theater

21.01.2019

Überzeugende Gespenster

Philomena nimmt ihren Fluch zurück, (von links) Daniela Bauer, Johannes Mack, Dominik Mayer, Susanne Hudler und Daniela Weigl.
Bild: Thomas Bauch

Der Burschenverein Burgheim bietet mit einem Stück von Ralph Wallner beste Unterhaltung

Bei der Theaterpremiere des diesjährigen Stücks „Gespenstermacher“ des Katholischen Burschenvereins Burgheim, kamen die Gäste voll auf ihre Kosten. Das, was die Laienschauspieler auf die Bühne gezaubert haben, war vom Allerfeinsten und glänzte nicht nur durch die schauspielerischen Fähigkeiten der Akteure, sondern überzeugte auch in Sachen Bühnenbild, Technik, Maske und Regiearbeit.

Die Burschen, die nach längerer Pause wieder in die „Alte Turnhalle“ umgezogen sind, haben Großes geleistet. Als sich der Vorhang zum ersten Akt des Stücks von Ralph Wallner öffnete, sah man gleich, dass das Bühnenbild von Markus Diepold, Dominik Mayer und vielen Burschenmitgliedern mit viel Liebe zum Detail gebaut worden war. Übertroffen wurde dies aber noch von der Spiellaune und Mimik der Laienschauspieler. Da ist zum einen die dorfverrückte Philomena, gespielt von Daniela Bauer, die tattrig und kauzig ihre Rolle spielt und den beiden Totengräbern Schippe (Johannes Mack) und Schaufe (Dominik Mayer) einen Fluch auferlegt, der den beiden im weiteren Verlauf sehr zu schaffen machen sollte. Dabei waren beide in ihrer Rolle als Totengräber so authentisch, dass es eine wahre Freude war. Dann sind da noch die Moorwirtin Rosa Moderer, (Susanne Hudler) und ihre Rivalin, die wohlhabenden Vevi Veichtl (Daniela Weigl), die einen langjährigen Zwist austragen und beide ein Auge auf den Schuaster-Jackl (Klaus Diepold) geworfen haben. Doch dieser ist und bleibt lieber Junggeselle und hat auch gute Argumente dafür. Durch eine zufällig entdeckte Weinflasche mit Gift werden die Moorwirtin und die Veichtl ins Jenseits befördert. Sie spuken ab dem zweiten Akt als Geister über die Bühne und treiben allerlei Schabernack. Ein großes Kompliment an Anne Klein, die die Geister schön-schaurig geschminkt hat und auch als Souffleuse fungierte.

Doch zurück zu den beiden Gespenstern, die dank des Fluchs der Dorfverrückten, nur für die beiden Totengräber sichtbar sind. Und dann sind da noch der Knecht Leo (Markus Diepold) und die Leni (Veronika Lautner), die sich ineinander verlieben und am Ende auch bekommen.

Im zweiten und dritten Akt amüsieren sich die Gäste über die beiden Gespenster Susanne Hudler und Daniela Weigl, die allzu menschlich agieren und ihren Spaß daran haben, Schabernack zu treiben. Die beiden Totengräber Johannes Mack und Dominik Mayer können mit ihrer Mimik und Gestik vollkommen überzeugen. Sie sind von ihren beiden „Quälgeistern“ sichtlich angespannt und genervt. Doch wie es sich für eine bayrische Komödie gehört, zeichnet sich das Stück durch Wortwitz und überraschende Situationskomik aus und am Ende wird natürlich alles gut.

Ein großes Lob an die beiden Debütanten Daniela Bauer und Markus Diepold, die spielten, als ob sie schon immer Theater spielen würden. Und natürlich auch an die Techniker Manuel Pototzky und Christian Hauber: Nicht nur, dass sie das nebelige Moortaler Moos erlebbar machten, auch die Lichteffekte zum Auftritt von Totengräber Schippe könnten in einem Horrorstreifen nicht besser inszeniert sein! Großer Respekt gebührt den beiden Spielleitern Ralf Schmitt und Johannes Mack mit ihrer Assistentin Johanna Sager, die es geschafft haben, eine kurzweilige Aufführung mit viel Tempo auf die Bühne zu bringen und dafür gesorgt haben, dass die Schauspieler sich voll entfalten konnten. Der nicht abreißende Applaus am Ende des Stückes war Beweis genug für den vergnüglichen Abend in der ausverkauften Turnhalle. Das Stück „Gespenstermacher“ hat an die große Tradition des Burgheimer Burschentheaters nahtlos angeknüpft. Wer sich die geistreiche Geschichte nicht entgehen lassen will: Es gibt noch wenige Restkarten an der Abendkasse für Freitag, 25., und Samstag, 26. Januar.

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