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Jobbörse

23.03.2019

Und das Handwerk hat doch goldenen Boden

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Persönlich vom Fachkräftemangel betroffen: Auch das Landratsamt war mit einem Stand vor Ort, an dem sich CSU-Bundestagsabgeordneter Reinhard Brandl, Gewerbeverbandsvorsitzende Cornelia Euringer-Klose, Landrat Peter von der Grün und Bürgermeister Karl Seitle mit den Mitarbeiterinnen ablichten ließen (von links).

Der Gewerbeverband Donaumoos hatte zum achten Mal in die Mehrzweckhalle Karlshuld eingeladen. An über 30 Ständen präsentierten sich Arbeitgeber aus der Region

Fachkräftemangel lautet das Schlagwort, das sich durch alle Reden und Grußworte auf der Job- und Ausbildungsbörse in Karlshuld zog. Die Schau organisiert der Gewerbeverband Donaumoos seit acht Jahren ganz bewusst, um seinen Mitgliedern die Chance zu geben, persönlich mit potenziellen Arbeitnehmern ins Gespräch zu kommen.

„Diese Art der Mitarbeiterwerbung ist viel effektiver als eine unpersönliche Anzeige“, sagte Vorsitzende Cornelia Euringer-Klose bei der Eröffnung vor Ausstellern und Ehrengästen aus der Lokalpolitik. Dass sich Ministerpräsident Markus Söder über sein Büro entschuldigt hatte, nahm sie mit Humor. Denn eigentlich hatte Euringer-Klose aus alter Gewohnheit Horst Seehofer, den ehemaligen Stimmkreisabgeordneten, einladen wollen. Dessen Nachfolger im Landtag, Matthias Enghuber, ließ ebenso grüßen wie der Ministerpräsident.

Dass die Politiker die Brisanz des demografischen Wandels und des daraus resultierenden Fachkräftemangels sehr wohl ernst nehmen, bekräftigten sowohl Bundestagsabgeordneter Reinhard Brandl als auch Landrat Peter von der Grün, über dessen Teilnahme sich die Verbandsvorsitzende ganz besonders freute, da dessen Vorgänger Roland Weigert es nie persönlich zur Ausbildungsbörse geschafft hatte. Von der Grün erzählte eine persönliche Anekdote aus der Familie: Sein jüngster Bruder sei ihm der liebste, denn der sei Kfz-Mechaniker und schaffe es, einen Motor so zu zerlegen, dass er hinterher besser laufe als vorher. „Handwerker kann man in der Praxis brauchen“, lautete sein Fazit. Den Fachkräftemangel spüre er im Landratsamt „am eigenen Leib“. Es gingen in nächster Zeit sehr viele Mitarbeiter in Ruhestand, ergänzte seine Wirtschaftsreferentin Andrea Haslauer dazu. Hausherr Karl Seitle betonte, gute Handwerker würden zunehmend mehr gebraucht als Akademiker, was er anhand des Stellenbedarfs im Haus im Moos belegte. Dass im Handwerk allen Vorurteilen zum Trotz sehr gut verdient werde, sehe er immer an den Gewerbesteuerbescheiden, so der Bürgermeister.

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„Der Gewerbeverband Donaumoos ist etwas ganz Besonderes“, lobte Reinhard Brandl. Überall stünden Gewerbetreibende vor dem gleichen Problem, hier aber werde es „ganz praktisch angegangen“. Denn die, eher kleineren, Betriebe, die in Karlshuld ausstellten, hätten weniger die Möglichkeit, sich mit Hochglanzbroschüren und in modernen Medien zu präsentieren, um Mitarbeiter zu werben. Dafür punkteten sie an den Messeständen, „denn hier steht oft der Chef persönlich“.

Mehr als 30 Stände waren in der Mehrzweckhalle Karlshuld aufgebaut. Vom Handwerk über Dienstleister, Banken, Hotels und Gaststätten bis zu Behörden und Unternehmen der Gesundheitsbranche präsentierte sich eine Vielzahl regionaler Betriebe und bot Ausbildungsplätze, Jobs und feste Arbeitsstellen an. Hauptzielgruppe waren die Schüler der Kooperationspartner, der Karlshulder Maurus-Gerle-Schule sowie der Karlskroner Mittelschule. Da sie für den Messebesuch mit Freistunden belohnt wurden, kam es zwar vor, dass einige nur einen Stempel statt eines Beratungsgesprächs wollten, doch dafür hatten die Aussteller Verständnis. Die meisten aber nutzten das Angebot, um sich – oft in Begleitung der Eltern – auch über Berufe zu informieren, die sie zuvor noch gar nicht auf dem Schirm hatten. (nr)

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