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Soziales

01.02.2020

VdK untermauert Position als führender Sozialverband

Der VdK Deutschland feierte in Berlin sein 70-jähriges Bestehen. Kreisvorsitzender Achim Werner (rechts) und der langjährige Kreisgeschäftsführer Werner Böll (links) vertraten den VdK Bayern beim Festakt. Eingerahmt von den Herren sind Ehrenpräsidentin Ulrike Mascher (2 v. l.) und VdK-Präsidentin Verena Bentele.
Foto: VdK

VdK Ingolstadt-Eichstätt meldet einen neuen Rekordzuwachs: 1554 Mitglieder fanden 2019 den Weg zum Kreisverband. Der hat nun 17.000 Mitglieder. Was bei den 8087 Beratungsgesprächen im Vordergrund stand

Der VdK Kreisverband Ingolstadt Eichstätt hat ein überaus erfolgreiches Jahr hinter sich. 1554 Menschen fanden 2019 neu den Weg in den Kreisverband Ingolstadt-Eichstätt. Das sind 329 mehr als im Jahr davor.

„Wir haben unsere Position als führender Sozialverband untermauert und werten den Zuwachs als Ausdruck des großen Vertrauens, das die Menschen zum VdK haben“, erklärten Kreisgeschäftsführerin Ewa Meier und Kreisvorsitzender Achim Werner bei der Jahrespressekonferenz in der Geschäftsstelle des VdK am Paradeplatz. In den ersten vier Wochen des neuen Jahres sind auch schon wieder 135 Menschen neu zum VdK gestoßen. Da der Ortsverband Reichertshofen am 1. Januar mit seinen 272 Mitgliedern zum Kreisverband Pfaffenhofen gewechselt ist, liegt der aktuelle Mitgliederstand ziemlich genau bei 17.000.

Ein Großteil, wenn auch bei weitem nicht alle der Neumitglieder, kommen wegen eines sozialrechtlichen Anliegens. Die sieben Berater des VdK führten 2019 genau 8087 Beratungen durch, das waren 16 Prozent mehr als 2018. Als Ergebnis dieser Beratungen wurden bei den einzelnen Sozialversicherungsträgern 1628 Anträge gestellt, 554 Widersprüche eingelegt, 107 Klagen zu den Sozialgerichten erhoben, und zwei Berufungen zum Landessozialgericht eingelegt.

Dass es sich vor allem bei der Erwerbsminderungsrente lohnt, sich an den VdK zu wenden, zeigt ein Fall, den der Sozialverband seit April 2018 verfolgte. Gegen den ursprünglichen Bescheid der Rentenversicherung reichte der VdK nach erfolglosem Widerspruch Klage ein und bekam vom Sozialgericht recht. Das Mitglied durfte sich über eine Nachzahlung von 29.231,20 Euro freuen, für einen Erwerbsminderungsrentner eine gewaltige Summe.

Bei den Rechtsbereichen gibt es zwei ganz klare Schwerpunkte. Mehr als zwei Drittel der Fälle sind der Rentenversicherung und dem Schwerbehindertenrecht zuzuordnen, wobei die Zahl der Menschen, die einen Schwerbehindertenausweis beantragten, besonders eklatant gestiegen ist, nämlich um 40 Prozent. „Wir spüren sehr deutlich die Belastungen der Arbeitnehmer im Berufsleben“, erläutert Ewa Meier die Gründe für diesen Zuwachs. Besonders falle auf, dass immer mehr Menschen mit psychischen Problemen beim VdK sozialrechtliche Hilfe suchen.

Deutlich ist auch der Anstieg der Fälle im Bereich der Pflegeversicherung. Immer mehr Menschen sind unzufrieden mit der vom Medizinischen Dienst der Krankenkassen (MDK) festgelegten Zuordnung zu einem der fünf Pflegegrade. Der VdK legt für die Betroffenen Widerspruch ein und tat das 2019 in 80 Fällen, was einer Steigerung um 75 Prozent entspricht. Wenn nötig, erhebt der Sozialverband auch Klage. „Die Aussichten, eine solche Klage zu gewinnen, sind nicht schlecht“, versichert Ewa Meier. Die Rechtsabteilung des VdK Bayern habe festgestellt, dass jede zweite Klage im Bereich der Pflegeversicherung erfolgreich ist. Ewa Meier nennt auch einen Grund: die von den Gerichten angeforderten Gutachten hätten eine ganz andere Qualität als die zuvor vom MDK getroffenen Feststellungen. Besonders gut ging so ein Fall für die Familie eines pflegebedürftigen Kindes aus, für das der MDK Pflegegrad 2 ermittelt hatte. Der vom Sozialgericht beauftragte Gutachter kam zu dem Ergebnis, dass Pflegegrad 4 richtig wäre. Das führte für 2018 zu einer Nachzahlung bei der Hilfe zur Pflege nach Sozialgesetzbuch XII von 4120 Euro. Für 2019 kann die Familie mit einer weiteren Nachzahlung von 4944 Euro rechnen.

Bei der Grundsicherung für Rentner verzeichnet der VdK einen Zuwachs bei den Beratungen um 57 Prozent, allerdings auf sehr niedrigem Niveau. Daraus könne man aber nicht schließen, dass es in der Region kein Problem mit der Altersarmut gebe, sagt Achim Werner. Er zeigte sich besonders erfreut darüber, dass die Zahl der Menschen wächst, die nicht wegen eines sozialrechtlichen Problems in die Geschäftsstellen des Kreisverbandes in Ingolstadt und Eichstätt kommen, sondern die den VdK ideell unterstützen wollen, „auch bei unserem Kampf für Verbesserungen in der Sozialrechtsgesetzgebung“. So habe die im Mai 2019 von VdK Präsidentin Verena Bentele gestartete Rentenkampagne dem VdK einen beachtlichen Mitgliederzuwachs beschert. (nr)

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