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Warum der Gottesdienst nicht mit Yoga mithalten kann

Andreas Dengler
Von Andreas Dengler
06.07.2020

Plus Die Zahl an Kirchenaustritten ist so hoch wie noch nie. Was das über den Zeitgeist offenbart.

Das Jahr 2019 ist für Christen ein Rekordjahr. Ein negativer Rekord, um genau zu sein: Es traten so viele Menschen wie noch nie zuvor aus der Kirche aus. Und die Tendenz steigt weiter. Bleibt diese Entwicklung konstant, hat sich die Zahl der Christen bis ins Jahr 2060 in Deutschland halbiert. Die Kirche erscheint vielen als verstaubt, altmodisch, patriarchisch, konservativ, verlogen und mehr.

Jeder Yuppie, der was auf sich hält, ist längst zum Standesamt gepilgert und hat sich von dem „Verein“ verabschiedet. Während der Outdoor-Yoga-Stunde wird dann stolz verkündet, jetzt ausgetreten zu sein. Die überspitzte Beschreibung von Gesellschaft und Religion verdeutlicht das momentane Kirchenproblem: Das Gemeinschaftsstiftende ist nicht mehr gefragt.

Kirchenskandale sind nicht allein der Grund für die Austrittswelle

Wer die Gründe für die Austrittswelle nur auf die Missstände in der Institution schiebt, macht es sich viel zu leicht. Ohne Frage passierten und passieren in der Kirche Fehler – aber sie sind nicht der Hauptgrund. Nein, das wohl größte Problem liegt darin, dass der aktuelle Zeitgeist von Individualismus statt Gemeinschaftssinn geprägt ist. Der persönliche Weg zu sich selbst dank Meditation, Ernährung, Reisen, Sport und Co. ist viel angesagter als die bescheidene Communitas in der Pfarrgemeinde. Angebot und Nachfrage, ein Prinzip, das eben auch für Kirchen gilt. Und das nicht erst seit gestern.

Lesen Sie dazu auch den Artikel Stehen die Kirchen in Neuburg-Schrobenhausen vor dem Aus?.

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