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Familiennachsorge

10.01.2020

Was tun, wenn das eigene Kind stirbt?

Ab Februar 2020 bietet Elisa wieder eine Gruppe für trauernde Eltern an

Die Zeit heilt alle Wunden - oder? „Wenn Sie mich fragen, nein“, entgegnet Nadine Kotzur. Sie ist Mutter eines gestorbenen Kindes und hat die Gruppe „Weiterleben ohne Dich“ für trauernde Eltern mitbegründet, die unter dem Dach der Familiennachsorge Elisa organisiert ist. Gemeinsam mit Simone Haftel, die als Sozialpädagogin und Systemische Familientherapeutin arbeitet, bietet der gemeinnützige Verein ab Februar wieder eine geschlossene Trauergruppe für Eltern an, die ein Kind verloren haben – unabhängig von Alter und den Umständen, die dazu geführt haben.

An acht Abenden werden gemeinsam verschiedene Themen besprochen, so etwa die Verschiedenartigkeit des Trauerns, die Suche nach einem geeigneten Platz für das tote Kind, der Umgang mit der Trauer in der Familie, die Neudefinition des Ichs und des Lebens nach dem Tod des Kindes.

„Es tut gut, sich mit anderen Betroffenen auszutauschen, denn nur wer es selbst erlebt hat, kann nachvollziehen, wie ich mich fühle“, so schildern die Verantwortlichen die Erfahrungen aus den Gruppen der vergangenen Jahre. „Neben viel Zeit für gemeinsame Gespräche und Erfahrungsaustausch möchten wir den Eltern aber auch Werkzeuge mit an die Hand geben, um vor allem im Alltag besser zurechtzukommen“, erklärt Simone Haftel, die seit langem Familien in dieser Situation begleitet.

Ob die Zeit nun alle Wunden heilt? „Ich glaube, offene Wunden verheilen – mit der Zeit“, sagte Nadine Kotzur. „Aber Narben bleiben ein Leben lang. Und diese Narben erinnern uns täglich an unser geliebtes Kind.“ Gerade anfangs sei das Erinnern noch schmerzhaft und körperliche Arbeit – daher auch der Begriff Trauerarbeit. Manchmal fühle man sich nach einem normalen Tag, als sei man einen Marathon gelaufen. Und auch Jahre später könnten Erinnerungen dieses Gefühl immer wieder hervorholen. Nach einiger Zeit allerdings mischten sich auch schöne und freudige Erinnerungen dazu, die Gefühle veränderten sich.

Elisa Familiennachsorge lädt alle Eltern, die um ein Kind trauern – ob Mutter, Vater oder beide Elternteile – zur Gruppe „Weiterleben ohne Dich“ ein. Sie findet im zweiwöchentlichen Rhythmus (Ferien ausgeschlossen) in den Räumen in der Bahnhofstraße 103b in Neuburg statt. Als Auftaktveranstaltung bietet der Verein einen Kinofilm- und Kennenlernabend am Montag, 20. Januar, um 18.30 Uhr im Neuburger Kinopalast. Dort wird der Film „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“ gezeigt. Er handelt von zwei Teenies, Hazel und Gus, zwischen denen es funkt. Eigentlich nichts Ungewöhnliches – bis auf den Umstand, dass die beiden unheilbar an Krebs erkrankt sind und sich in einer Selbsthilfegruppe kennenlernen. Trotzdem beschließen sie, sich gegen ihr Schicksal zu stemmen. Ihr Wille, die verbliebene Lebenszeit erinnerungswürdig zu gestalten, führt die beiden auf eine Reise voller Überraschungen bis nach Amsterdam. (nr)

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