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Arbeitstagung

10.12.2020

Wenn es Landwirten nicht gut geht

Regina Plöckl

Die Mitglieder im BBV-Kreisverband werden zum ersten Mal auf digitalem Weg über die Verbandsarbeit informiert. Dabei ging es vor allem um die psychologische Unterstützung in Krisensituationen

Neuland betraten die Landfrauen aus dem BBV-Kreisverband Neuburg-Schrobenhausen mit ihrer ersten digitalen Arbeitstagung. Dazu trafen sich Kreisbäuerin Regina Plöckl und BBV-Geschäftsführerin Erika Meyer in der Geschäftsstelle des Bayerischen Bauernverbandes (BBV), wo die notwendige Technik zur Verfügung steht und Teamassistentin Rita Ampferl dafür sorgte, dass alles wie geschmiert lief.

Mit knapp 50 Teilnehmerinnen war ein großer Teil der Ortsverbände mit im Boot und nahm dieses Angebot gerne an. „Heute ist für uns eine Premiere. In der ungewöhnlichen Situation haben wir uns dazu entschlossen, die Veranstaltung im Online-Format anzubieten“, begrüßte Plöckl die Ortsbäuerinnen und ihre Stellvertreterinnen.

Vorausschauend erklärte sie, dass auch bevorstehende Termine auf diese Weise stattfinden könnten. So sollen auch die Gebietsversammlungen digital durchgeführt werden, wenn sich die Situation nicht ändert. „Denn wir versuchen auf jeden Fall, den Kontakt untereinander nicht zu verlieren“, so Plöckl. Aus ihrer Sicht gibt es eine Reihe von brennenden Themen zum gegenseitigen Austausch.

Bei ihrem Rückblick ließ die Kreisbäuerin die Aktivitäten rund ums Jahr Revue passieren. „Erst war alles noch wie immer, doch dann kam Corona und alles war aus“, bilanzierte sie und erinnerte an die sechs Gebietsversammlungen, das Seminar „Topfit im Agrarbüro“, den Kreisbauerntag in Schönesberg mit MdEP Ulrike Müller sowie den Landfrauentag in Untermaxfeld mit Pfarrer Stephan Rauscher und der Spendenübergabe von 4500 Euro an die KDBH-Station Neuburg-Schrobenhausen. Danach mussten jedoch sämtliche Termine wie die Frühjahrsarbeitstagung, der Ausflug und der Frisurenkurs ausfallen – genauso wie die gemeinsame Radtour im Juni, die regelrecht ins Wasser fiel.

Im Mittelpunkt des Abends stand der Vortrag von Adelheid Perzl und Christian Satzl von der Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG) zum Thema „Mit uns im Gleichgewicht – Angebote zur seelischen Gesundheit“. „Wir bieten eine Anlaufstelle für alle, denen es nicht gut geht“, machte Perzl aufmerksam und zählte zu den häufigsten Belastungsfaktoren familiäre Konflikte, Pflegesituation, Trennung/Scheidung, Hofnachfolge, Marktsituation, plötzlicher Todesfall, Bürokratie, Image-Probleme und finanzielle Belastung. „Wir betreuen Versicherte, die psychologische Unterstützung suchen“, so die SVLFG-Mitarbeiterin, die berichtete, dass sich gerade Frauen häufig melden, um sich ihren Kummer von der Seele zu sprechen.

Zu den Möglichkeiten gehören mehrere Online-Angebote, wie beispielsweise Selbsthilfe-Tools als Trainingsmöglichkeit, Telefon-Angebote, wie die rund um die Uhr erreichbare Krisen-Hotline oder das intensive Einzelfall-Coaching durch einen Psychologen, Mediation und sozioökonomische Beratung sowie Vor-Ort-Seminare zur Prävention wie Bewegungskurse, LKK-Kurzkuren oder Trainings- und Erholungswoche für pflegende Angehörige.

„Unser Ziel ist, dass unsere Kunden gesund alt werden“, bekräftigte Christian Satzl die Ausführungen seiner Kollegin und legte den Zuhörerinnen die Angebote ans Herz. „Sie als Ortsbäuerinnen sind Ansprechpartnerinnen und Kontaktpersonen vor Ort. Es ist wichtig, dass sie darüber Bescheid wissen und Leute informieren, die Hilfe brauchen“, meinte er. Zum Schluss informierte der Sicherheitsberater die Frauen noch über die häufigsten Unfallschwerpunkte im landwirtschaftlichen Bereich. Demnach ist der Wald nach wie vor die Nummer 1, gefolgt von Unfällen in der Tierhaltung und in Zusammenhang mit Leitern.

Über aktuelle Themen aus der Verbandsarbeit berichtete Geschäftsführerin Erika Meyer. Nach ihrer Auskunft bewegen die Bauernfamilien unter anderem gerade „Schweinestau“, Afrikanische Schweinepest, Vogelgrippe und Rote Gebiete. Während sich Letztere im Landkreis Neuburg-Schrobenhausen reduziert hätten, seien in der Juraregion Eichstätt einige neu hinzugekommen.

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