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Weichering-Lichtenau

18.05.2020

Zurück in einen ungewöhnlichen Kindergarten-Alltag

In die Fenster des Kindergartens in Lichtenau hatten die Erzieherinnen die Ostereier-Bilder der Kinder gehängt.
Bild: Sabine Meyer

Plus Nächste Woche dürfen die ersten Kinder wieder in den Kindergarten gehen. Zuletzt haben sich die Einrichtungen erfinderisch gezeigt – so wie in Lichtenau.

Vor dem Eingang des Kindergartens in Lichtenau liegt eine lange Schlange. Aus bunt angemalten Steinen ist sie geformt und ist ein „Hallo“ der Kinder an ihre Betreuerinnen, von denen sie derzeit coronabedingt getrennt sind. Mitte März wurden in Bayern die Kindertagesstätten und Schulen geschlossen. Ab nächsten Montag, 25. Mai, dürfen nun die ersten Kinder, die bislang keinen Anspruch auf eine Notbetreuung hatten, wieder zurück in den Kindergarten.

Auch in den Kindergarten in Lichtenau kehrt wieder Leben zurück. 31 Kinder werden dort normalerweise betreut, den Anfang werden allerdings nur die zehn Vorschulkinder machen, erklärt Einrichtungsleiterin Sabine Meyer. Um den Pandemie-Vorgaben gerecht zu werden, werden die Kinder auf zwei Gruppen aufgeteilt, die sich im Haus und draußen auch nicht begegnen dürfen. So wird das Spielen im Garten wohl oder übel zeitversetzt stattfinden müssen.

Bunt angemalte Steine liegen als Gruß der Kinder vor dem Eingang des Kindergartens.
Bild: Sabine Meyer

Erzieherinnen schicken Basteltipps und Videos für die Kinder daheim

In den vergangenen Wochen haben sich die fünf Erzieherinnen einiges einfallen lassen, um mit ihren Knirpsen in Kontakt zu bleiben. Weil in Lichtenau keine Eltern eine Notbetreuung in Anspruch nehmen mussten, haben sich alle Mitarbeiterinnen von Anfang an von zu Hause aus darum bemüht, Bastelanleitungen, Spieletipps oder Lernanregungen für Vorschulkindern zu verschicken. Und damit die Kinder ihre Erzieherinnen auch nicht vergessen, wurden und werden kleine Videos aufgenommen. „Jeden Tag liest eine andere Kollegin eine Geschichte vor und verschickt sie per Whatsapp“, nennt Sabine Meyer ein Beispiel.

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Auch der Kindergarten selbst sollte in Erinnerung bleiben. Deshalb bekamen die Kinder zu Ostern den Auftrag, bunte Ostereier-Bilder zu malen, die sie dann zum Kindergarten bringen sollten. Dort wurden sie dann ins Fenster geklebt, was sich die Kinder wiederum etliche Tage später dann anschauen konnten.

Im Kindergarten werden die Erzieherinnen zeitweise auch Masken tragen

„Es war eine schlimme Zeit, sie hat gleichzeitig aber auch Spaß gemacht, weil wir das Gefühl hatten, etwas Sinnvolles zu tun“, sagt die Kindergartenleiterin, die sich besonders darüber freute, als Gemeindereferentin Frieda Wohlhüter ihre Hilfe anbot. Jeden Sonntag liest sie eine religiöse Geschichte den Kindern vor.

Die Rückkehr der ersten Kindergartenkinder wird alles andere als eine Rückkehr in die Normalität sein. Kleinere Gruppen, Abstandsregelungen, Hygienemaßnahmen – all das müssen die Erzieherinnen nun beachten und in den Alltag integrieren. Und vor allem den Kindern erklären. Das tun Sabine Meyer und ihre Kolleginnen schon jetzt in ihren Videobotschaften – und zwar ordnungsgemäß mit Masken. Denn auch an diesen Anblick sollen sich die Kinder schon einmal gewöhnen.

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