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Neuburg-Schrobenhausen
13.01.2022

Arbeitsmarkt 2021: Am Ende hellte sich die Stimmung wieder auf

Im Februar 2021 erreichte die Arbeitslosenquote im Landkreis Neuburg-Schrobenhausen seit Ausbruch der Corona-Pandemie ihren Höhepunkt. Fast 1800 Männer und Frauen hatten keinen Job.
Foto: Adobe Stock

Die Entwicklung auf dem regionalen Arbeitsmarkt war auch 2021 von der Pandemie bestimmt. Das Jahr begann mit einer hohen Zahl an Arbeitslosen und endete mit einer stabilen Vollbeschäftigung. Ein Blick zurück.

Die Pandemie bestimmte auch 2021 die Entwicklung auf dem regionalen und überregionalen Arbeitsmarkt entscheidend mit. Ob Fachkräfteengpässe, Transformationsprozesse in der Industrie oder eine zunehmende Knappheit von Bauteilen und Rohstoffen: Vor allem in den ersten Monaten 2021 zeigte sich dies sehr deutlich. Doch was trotz des Einsatzes unterstützender Arbeitsmarktinstrumente – vor allem dem Kurzarbeitergeld – mit einem deutlichen Anstieg der Zahl arbeitsuchender Menschen im Landkreis Neuburg-Schrobenhausen und der gesamten Region 10 begann, entwickelte sich bis zum letzten Quartal wieder zu einer stabilen Vollbeschäftigung, wie ein Blick auf das vergangene Jahr veranschaulicht.

  • Beschäftigung: Nach vielen Jahren des Anstiegs sozialversicherungspflichtiger Arbeitsverhältnisse in Neuburg-Schrobenhausen stagnieren die aktuellsten Zahlen. 33.142 Personen (Region 10: 223.812, minus 200) und damit zehn weniger als ein Jahr zuvor waren zum Stichtag 30. Juni 2021 in einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung. Diese Entwicklung stellt sich für die einzelnen Branchen unterschiedlich dar. Während die Arbeitnehmerüberlassung, die Metall- und Elektroindustrie und das Verarbeitende Gewerbe spürbar Personal abbauten, nahm die Beschäftigung im Dienstleistungssektor, insbesondere im Gesundheitswesen, der öffentlichen Verwaltung sowie im Bereich Information und Kommunikation merklich zu.
  • Arbeitslosigkeit: Bedingt durch Witterungseinflüsse und den zweiten Lockdown erreichte die Arbeitslosigkeit im Februar seit Corona-Ausbruch ihren Höhepunkt. Die Beschäftigungslosigkeit im Landkreis stieg auf 1773 Personen (Region 10: 9265) an. Zum Vergleich: Zwei Jahre zuvor, im Februar 2019, lag dieser Wert noch bei 1291 (Region 10: 6485). Dennoch gelang es im Jahresverlauf, die Arbeitslosigkeit deutlich zu reduzieren. Mit Beendigung der Einschränkungen hellte sich die Stimmung in Wirtschaft und Bevölkerung auf, die Kurzarbeit ging spürbar zurück und der Personalbedarf nahm zu. Ende des Jahres waren noch 1065 Bürgerinnen und Bürger (Region 10: 6059) von Arbeitslosigkeit betroffen. Blickt man auf den gleichen Zeitpunkt vor der Pandemie (Dezember 2019), waren damit 61 Personen weniger gemeldet, das Vorkrisenniveau also sogar etwas unterschritten. Im Schnitt pendelte sich die Arbeitslosenquote 2021 im Landkreis bei 2,3 Prozent ein, 0,2 Punkte weniger als vor Jahresfrist, 0,4 Punkte mehr als 2019.
  • Entwicklung offener Stellen: Parallel zur Entwicklung der Arbeitslosigkeit verliefen auch Zugang und Bestand offener Stellen. Zwar wurden den Vermittlungsfachkräften der Agentur für den Landkreis 2021 insgesamt 1262 vakante Arbeitsplätze (Region 10: 8035) und damit 76 (Region 10: 825) mehr als noch 2020 zur Besetzung gemeldet, dennoch waren dies immer noch 643 weniger, als 2019. Jahresdurchschnittlich konnten Arbeitssuchende im vergangenen Jahr in Neuburg-Schrobenhausen auf 636 Beschäftigungsmöglichkeiten zurückgreifen, ein Jahr davor waren es 607, 2019 noch 901. „Die Nachfrage nach Arbeitskräften war über das gesamte Jahr 2021 eher zurückhaltend. Es ging in erster Linie darum, gut eingearbeitetes Personal auch in schwierigen Zeiten halten zu können“, heißt es vonseiten der Arbeitsagentur.
  • Entwicklung am Ausbildungsmarkt: Im zurückliegenden Ausbildungsjahr meldeten die Betriebe aus der Region 10 für den Ausbildungsbeginn im September insgesamt 3723 Berufsausbildungsplätze. 3177 Ausbildungsverträge konnten schließlich auch abgeschlossen werden. Diese Zahl liegt um 189 oder 5,6 Prozent unter dem Ergebnis des Vorjahres und ist gleichzeitig der niedrigste Wert der vergangenen zehn Jahre. Auch die gemeldeten Bewerber um eine Lehrstelle nahmen erneut, wenn auch geringfügig, ab. 2570 junge Menschen meldeten sich ausbildungssuchend bei der Agentur für Arbeit, im Jahr davor waren es noch 179 mehr. Ein Trend, der vor allem vor dem Hintergrund des bestehenden Fachkräftemangels, mit Sorge zu betrachten ist.
  • Kurzarbeit: Die Zahl der Anzeigen von Betrieben im Landkreis lag in 2021 zwar deutlich unter dem vorangehenden Jahr, dennoch war die Gewährung von Kurzarbeitergeld auch in den vergangenen zwölf Monaten das wichtigste Werkzeug zur Beschäftigungssicherung. 390 Betriebe zeigten in 2021 Kurzarbeit für insgesamt 3945 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an (Region 10: 1790/30.208). Zum Vergleich: Im Jahr 2020 waren es im Kreis noch 1070 Betriebe, die Arbeitsausfälle für 15.050 Beschäftigte planten (Region 10: 5807/94.000).
  • Finanzen: Auch 2021 investierte die Arbeitsagentur Ingolstadt (Region 10) intensiv in Leistungen der aktiven Arbeitsmarktförderung, wie beispielsweise Weiterbildung, Eingliederung, Gründungszuschüsse und Leistungen für Jugendliche. Ein zunehmender Anteil fließt hiervon in die Förderung Beschäftigter. Insgesamt wurde die aktive Arbeitsmarktförderung mit fast 16,2 Millionen Euro unterstützt. Für den Bereich der beruflichen Rehabilitation und die Förderung schwerbehinderter Menschen beliefen sich die Leistungen in 2021 auf rund 13,30 Millionen Euro. Mit fast 222 Millionen Euro bildeten die existenzsichernden Leistungen, hier enthalten Arbeitslosengeld und Kurzarbeitergeld, den größten Posten in der Bilanz. Dies ist vergleichbar mit dem vorangegangenen Jahr.

„Die anfangs genannten Themen werden uns sicherlich auch im neuen Jahr beschäftigen. Die kommenden Wochen sollten zeigen, in welchem Umfang dies der Fall sein wird“, sagt Johannes Kolb , Leiter der Agentur für Arbeit Ingolstadt, mit einem Blick auf die Entwicklung des Pandemiegeschehens. (nr)

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