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Interview

23.06.2020

Dardan Morina: Weltmeister, Unternehmer, Schauspieler

Business und Sport vereint: Dardan Morina ist 22-facher Weltmeister im Kickboxen. Auch als Unternehmer ist der 30-Jährige sehr ehrgeizig.

Plus Dardan Morina ist Profisportler, Organisator und Leiter eines Fitnessstudios. Er erzählt von den Corona-Folgen, dem nahenden Karriereende, seiner ersten Filmrolle und dem Plan, ein Buch zu schreiben.

Sportler, Unternehmer, Schauspieler, bald Buchautor. Dardan Morina ist in verschiedenen Bereichen aktiv und erfolgreich. Die Corona-Krise hat den 30-Jährigen in seinem Tatendrang zwar etwas ausgebremst, dennoch könne er ihr auch positive Aspekte abgewinnen. Viel Zeit etwa habe er mit seiner Familie – Morina ist Vater von zwei Töchtern (vier und ein Jahr alt) – verbringen können. Die Neuburger Rundschau hat sich mit dem Ingolstädter, der eine zeitlang in Karlshuld lebte, über seine Ziele als Kickboxer, die Fight-Night in Ingolstadt, sein Fitnessstudio und die Probleme in Corona-Zeiten unterhalten.

Dardan Morina, Sie sind inzwischen in verschiedenen Bereichen unterwegs. Sehen Sie sich in erster Linie als Sportler, Unternehmer, Organisator oder als Schauspieler, was Sie jüngst ebenfalls ausprobiert haben?

Dardan Morina: (schmunzelt) Mittlerweile ist es gar nicht mehr so einfach, sich zu kategorisieren. Ich mache wirklich vieles. Meist Sachen, die mir Spaß machen. Ich sehe mich als „Creator“, weil ich versuche, Dinge zu erschaffen und etwas aufzubauen. Wichtig ist mir, die jeweilige Aufgabe immer mit 100 Prozent anzugehen.

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Die Corona-Zeit dürfte Ihnen nicht leicht gefallen sein...

Morina: Ich habe die Zeit genutzt, auch andere Dinge zu machen. Wenn Wind weht, kann man eine Mauer oder eine Windmühle bauen. Ich bin eher der Windmühlen-Typ. Derzeit schreibe ich etwa ein Buch. Ich habe lange überlegt, über was ich schreiben kann. Eine Biografie über mich wollte ich jedenfalls nicht machen, weil die nicht so viele interessiert. (schmunzelt)

Für was haben Sie sich entschieden?

Morina: In meiner Zeit als Sportler habe ich viele Leute kennengelernt, die mich in sämtlicher Hinsicht geprägt haben. Jetzt schreibe ich über die Strategien erfolgreicher Menschen. Dafür habe ich Interviews mit über 20 Personen geführt, vom Millionär bis zum Supersportler. Sie erzählen, wie sie es geschafft haben, erfolgreich zu werden. Das Interesse bei den Verlagen ist jedenfalls geweckt.

Die freie Zeit hätten Sie normalerweise in Ihrem Fitnessstudio in Ingolstadt verbracht. Wie haben Sie es geschäftlich verkraftet, drei Monate schließen zu müssen?

Morina: Grundsätzlich bin ich ein sehr optimistischer Mensch. In dieser Zeit waren aber schon Tage dabei, an denen ich überlegt habe, was ich denn jetzt mache. Es war nie absehbar, wie es weitergeht und wann wir wieder öffnen dürfen. Aber wir haben ein familiäres Umfeld und Mitglieder, die uns die Treue gehalten haben. Daher hatten wir keine Probleme und sind nicht in finanzielle Nöte geraten. Die ausgefallenen Monate können unsere Mitglieder hinten dranhängen oder in Personaltraining umwandeln.

Dennoch dürften Sie sehr glücklich sein, dass Sie inzwischen wieder öffnen dürfen...

Morina: Natürlich. Allerdings müssen wir weiterhin aufpassen und die Auflagen einhalten. Die Besucher müssen sich vorher anmelden, die Abstandsregeln einhalten und beim Betreten Masken tragen. Man darf sich keine Gedanken machen, ob das alles richtig oder falsch ist. Man muss sich einfach daran halten. Ein positiver Aspekt könnte dabei für die Zukunft bleiben.

Welchen meinen Sie?

Morina: Jetzt halten sich alle an Hygienevorschriften und kommen nicht mehr krank ins Training. Das war früher bei manchen anders und ist rücksichtslos, weil dadurch andere angesteckt werden könnten. Hoffentlich bleiben die Menschen sensibel in dieser Richtung.

Sie sind auch als Organisator tätig und mussten den Ausfall der vierten Gladiator-Fight-Night, die am 23. Mai stattgefunden hätte, beklagen. Wie weit war die Organisation?

Morina: Nach drei Auflagen im Ingolstädter Stadttheater wären wir erstmals in die Saturn-Arena gegangen und hätten ein großes Publikum angesprochen. Alles war vorbereitet, die Organisation so gut wie erledigt. Die Karten waren gedruckt, wir waren dabei, die Flyer und Banner aufzuhängen. Da ist schon ein bisschen Geld flöten gegangen, muss ich ehrlich sagen.

Das Event sollte auf 3. Oktober verschoben werden. Ist dieser Termin einzuhalten?

Morina: Das ist unrealistisch, auch wenn die Auflagen wieder geändert wurden oder noch werden. Es macht einfach keinen Sinn, wenn die Arena nur halb voll sein kann. Auch die Vorbereitungen auf das Event müssten jetzt bereits beginnen. Doch es ist alles sehr unsicher in der aktuellen Zeit. Wir halten uns zwar alle Optionen offen, gehen aber davon aus, das Event ins nächste Jahr zu verschieben.

Wie kam es denn überhaupt zustande, dass Sie vom Sportler zum Unternehmer geworden sind?

Morina: Die Zeit als Sportler ist beschränkt. Also sollte man sich frühzeitig Gedanken machen, was danach kommt. Ich glaube, ich bin vorbereitet.

Werden wir Sie bei der Fight-Night als Kickboxer im Ring erleben?

Morina: Nein. Ich bin einfach zu aufgewühlt und mit vielen anderen Aufgaben beschäftigt. Wir haben etwa einen strengen Regieplan, alles muss nach Drehbuch laufen. Das fordert mich an diesem Abend genug und ich will alles unter Kontrolle haben.

Sie sind 22-facher Weltmeister im Kickboxen im Supermittelgewicht (bis 76 Kilo). Wie fühlt es sich an, im Wartestand zu sein und die Titel nicht verteidigen zu können?

Morina: Die sportliche Perspektive ist derzeit bei Null, weil keiner weiß, wann und wie es weitergeht. Vielleicht findet in München bald mal wieder ein Event statt. Aber sicher nicht vor Ende Oktober und dann mit strengen Auflagen.

Wie halten Sie sich ohne Aussicht auf einen Kampf fit?

Morina: Ich mache schon ein bisschen Sport. Drei- bis fünfmal die Woche, aber ohne Druck. In erster Linie habe ich Kraft- und Ausdauertraining absolviert. Auch Boxeinheiten mit Kontakt waren als Profisportler erlaubt. Ich werde es rechtzeitig erfahren, wenn wieder ein Kampf ansteht und genügend Vorbereitungszeit haben.

Sie sind 30 Jahre alt. Wie lange wollen Sie noch in den Ring steigen?

Morina: Ich habe mir vorgenommen, dass ich nicht mehr lange als Sportler aktiv sein werde. Als ich 20 war, habe ich gesagt, dass ich bis 30 kämpfe. Jetzt muss ich schauen, wie sich die Situation entwickelt. Durch Corona gibt es einen Aufschub. Ich verspüre aber keinen großen Reiz mehr, noch zehnmal Weltmeister zu werden. Also naht das sportliche Ende, weshalb ich mich in viele andere Bereiche eingearbeitet habe.

Nun haben Sie sogar eine Karriere als Schauspieler gestartet. Wie kam es denn dazu?

Morina: Die Schauspielerei hat mich schon immer fasziniert. Also habe ich mal Regisseur Rainer Matsutani, den ich bei einem meiner Kämpfe kennengelernt habe, angerufen. Er hat erst einmal gelacht und gefragt, wie ich denn darauf komme (lacht). Irgendwann hat er mich angerufen und gesagt, dass sich etwas ergeben hat. Also bin ich nach Berlin gefahren und wir haben gedreht.

Welche Rolle haben Sie gespielt?

Morina: In der Sky-Syfy-Serie „Spides“ war ich ein russischer Mafiosi. Mir hat es großen Spaß gemacht, das Feedback war gut und ich würde gerne weitere Rollen annehmen.

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