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09.10.2020

Josef Fischer vor dem Duell mit seinem Ex-Verein: „Eine komische Situation“

Will seinen Ex-Verein ärgern: Josef Fischer ist mit dem FC Ehekirchen II am Sonntag beim SV Klingsmoos zu Gast.
Bild: Luis Bauer

Plus Josef Fischer ist in der Corona-Pause vom SV Klingsmoos zum Ligakonkurrenten FC Ehekirchen II gegangen. Warum der Wechsel vorgezogen wurde und was der Spielertrainer vom Duell mit seinem Ex-Verein erwartet.

Aufeinandertreffen mit dem Ex-Verein sind immer etwas Besonderes. Doch die Konstellation, dass ein Spielertrainer innerhalb einer Saison auf seinen ehemaligen Klub trifft, ist selten. Doch Corona hat den Fußball gehörig durcheinandergewirbelt. Somit tritt Josef Fischer am Sonntag (15 Uhr) mit dem FC Ehekirchen II beim SV Klingsmoos an, den er bis zur Saisonunterbrechung trainiert hatte.

Josef Fischer, Sie spielen mit dem FC Ehekirchen II am Sonntag bei Ihrem Ex-Verein SV Klingsmoos. Diese Konstellation war vor wenigen Monaten noch nicht abzusehen...

Josef Fischer: Das war sie in der Tat definitiv nicht. Es ist für mich ein komisches Gefühl, in der Rückrunde bei einem Ligakonkurrenten tätig zu sein. Der Wechsel nach Ehekirchen war ja ohnehin geplant und hätte sich durch die Coronakrise verschoben. Dass der Wechsel schon jetzt vollzogen wurde, ist für alle Beteiligten aber die beste Entscheidung.

Zunächst hieß es, Sie und Ihr Co-Trainer Markus Heilgemeir beenden die Saison beim SV Klingsmoos. Warum kam es dann doch anders als geplant?

Fischer: Vonseiten des Bayerischen Fußball-Verbandes hieß es zunächst, dass die laufende Saison noch heuer bis Ende November zu Ende gespielt wird. Wir haben gesagt, diese zwei oder drei Monate ziehen wir gemeinsam durch und bringen die Spielzeit zu Ende. Als jedoch entschieden wurde, dass die Saison noch ein ganzes Jahr dauert, hat sich die Situation für uns verändert. Erst ein Jahr später mit dann bereits 36 Jahren nach Ehekirchen zu gehen, wäre mir zu spät gewesen. Daher haben Markus und ich das Gespräch mit Klingsmoos gesucht, ob ein Wechsel auch sofort möglich ist. Natürlich hat es nur funktioniert, weil alle einverstanden waren. Also die neuen Trainer des SV Klingsmoos und die alten beim FCE II. Letztlich haben alle Parteien profitiert.

Bleibt etwas Negatives zwischen Ihnen und dem SV Klingsmoos hängen?

Fischer: Nein, auf keinen Fall.

Für Sie persönlich ist damit die Chance dahin, mit dem SVK aufzusteigen...

Fischer: Eigentlich wollten Markus und ich uns mit dem Aufstieg aus Klingsmoos verabschieden, weswegen wir uns lange Gedanken gemacht haben. Die Entscheidung war schwierig, da wir vom Aufstiegs- in den Abstiegskampf gewechselt sind.

Welche Rolle spielte es, als Ehekirchener für den Heimatverein tätig zu sein?

Fischer: Ich bin gebürtig aus einem Ortsteil und habe beim FC Ehekirchen mit dem Fußball angefangen. Bei Markus ist es eine ähnliche Konstellation. Ich wollte zum Ausklang der Spielertrainerkarriere noch ein, maximal zwei Jahre, beim Heimatverein tätig sein.

Macht es für Sie nun neben der sportlichen Ausgangslage einen Unterschied, ob Sie eine erste oder wie jetzt in Ehekirchen eine zweite Mannschaft trainieren?

Fischer: Das macht überhaupt keinen Unterschied. Unsere „Erste“ hat einen eigenen Kader und trainiert separat. Die Zweite ist komplett eigenständig. Das ist anders als bei manch anderem Verein. Im Training sind im Schnitt 15 Mann, mit denen man fest planen kann.

Der Start ist mit zwei Siegen in zwei Spielen gelungen...

Fischer: Mit dem 3:1 beim BSV Neuburg haben wir direkt ein Sechs-Punkte-Spiel gewonnen. Wir hatten im Vorfeld gesagt, Neuburg noch mit unten reinziehen zu können. Mit dem 5:1 in Straß haben wir nachgelegt. In der ersten Halbzeit hatten wir dort Probleme und hätten nach unserem frühen 2:0 den Ausgleich kassieren können. Die zweite Halbzeit war richtig gut, weshalb wir verdient gewonnen haben.

Nun hat der FCE II sieben Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz. Ist der Klassenerhalt bereits in trockenen Tüchern?

Fischer: Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht und sind auf einem guten Weg, aber sicher ist der Klassenerhalt noch nicht. Die Mannschaften hinter uns sind nicht abzuschreiben. Der SV Grasheim war etwa vergangene Woche nahe dran an einem Punktgewinn gegen Klingsmoos. Umso ärgerlicher ist, dass unser Heimspiel vergangene Woche gegen Steingriff wegen Corona abgesagt werden musste.

Findet die Partie in Klingsmoos sicher statt?

Fischer: Ja. Wir haben vom Gesundheitsamt Bescheid bekommen, dass unsere Coronatests negativ waren. Bei uns befindet sich lediglich ein Spieler in Quarantäne. Unsere Erste ist schlimmer betroffen.

Sind Sie denn besonders motiviert, Ihre ehemalige Mannschaft zu ärgern?

Fischer: Die Situation ist etwas komisch, wenn man innerhalb einer Saison den Verein gewechselt hat. Wenn man nun aber in einem anderen Trikot spielt, will man gewinnen. Ich würde gerne Punkte mitnehmen, was schwer genug wird.

Sie kennen die Stärken und Schwächen des Gegners bestens. Kann sich das als Vorteil erweisen?

Fischer: Einen großen Vorteil sehe ich nicht. Auch wenn ich die Spieler gut kenne, hat sich beim SVK einiges verändert. Jeder Trainer hat seinen eigenen Kopf, weswegen sich sowohl Aufstellung als auch Taktik bei Klingsmoos verändert haben.

Auf was wird es ankommen, um etwas mitzunehmen?

Fischer: Die Stärke von Klingsmoos ist die Offensive, die sehr gut besetzt ist. Der SVK schießt viele Tore, weshalb wir hinten gut stehen müssen. Ich bin da positiv gestimmt, weil unsere Viererkette zuletzt super funktioniert hat. Die Schwächen sind von Spiel zu Spiel zu sehen. Der SVK bekommt viele Gegentore, zuletzt jeweils zwei gegen Holzheim und Grasheim. Daher wittern wir unsere Chance.

Zum Abschluss noch ein Tipp von Ihnen. Steigt der SV Klingsmoos in dieser Saison in die Kreisliga auf?

Fischer: Der FC Rennertshofen hat drei Punkte Vorsprung und wird das Rennen machen. Klingsmoos wird Zweiter und die Relegation bestreiten.

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