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05.07.2010

Neuanfang an alter Wirkungsstätte

Neuanfang an alter Wirkungsstätte
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Er ist der neue Star des Zweitligisten FC Ingolstadt: Torwart Sascha Kirschstein absolvierte während seiner Zeit beim Hamburger SV unter anderem schon drei Spiele in der Champions League. Ab sofort steht er beim FCI zwischen den Pfosten. Fotos (3): Roland Geier

Ingolstadt Alles ist im Wandel beim FC Ingolstadt. Von dem gigantischen VIP-Zelt, das eine Kopfseite des Spielfeldes im Tuja-Stadion überragte, steht nur noch das Gerippe. Die Bandenwerbung wurde abmontiert. Bald schon wird nichts mehr daran erinnern, dass in den altehrwürdigen Gemäuern zwei Jahre lang Profifußball gespielt wurde. Noch in diesem Monat soll das neue Stadion des FCI, der Audi-Sportpark, vor den Toren der Stadt eingeweiht werden. Ein letztes Mal stand gestern aber das Tuja-Stadion im Blickpunkt. Der FCI hatte zum Trainingsauftakt geladen und rund 400 Fans verfolgten die erste Übungseinheit des Zweitligisten.

Dabei bekamen sie erstmals auch die Neuzugänge zu sehen, allen voran Torwart Sascha Kirschstein (RW Ahlen). Der 30-Jährige überragte mit knapp zwei Metern Körpergröße seine Kollegen deutlich. Nicht zu übersehen war auch, dass er das Trikot mit der Nummer 1 trug. Dies ist ein deutliches Signal an Michael Lutz, der in der vergangenen Saison seinen Stammplatz im Tor an Marco Sejna (wechselte zu Hertha BSC Berlin) verloren hatte.

Mit der Rolle des Reservisten abfinden will sich Lutz aber nicht. "Ich werde kämpfen, ich will meinen Platz wieder zurück", sagte er gestern. Er setze darauf, dass er sich mit guten Leistungen während der Vorbereitung aufdrängen könne. Lutz: "Sascha hat vielleicht einen kleinen Bonus und ich kann auch noch etwas von ihm lernen. Immerhin hat er schon eine ganze Menge Spiele in der Bundesliga absolviert."

Mit Ronald Gercaliu hat der FCI jetzt auch einen österreichischen Nationalspieler (14 Einsätze) in seinen Reihen. Der 24-jährige gebürtige Albaner kam vom SC Magna Wiener Neustadt nach Ingolstadt und hofft, "dass die Stimmung hier so gut bleibt. Wir müssen jetzt eine gute Vorbereitung machen und gleich einen guten Start hinlegen." Ebenfalls neu im Trikot des FCI sind Sebastian Hofmann (VfB Stuttgart II), Amaechi Igwe (New England Revolution), Sebastian Zielinsky (1. FC Köln) und Manuel Hartmann (TuS Koblenz).

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Etwas überraschend war, dass mit Markus Karl und Robert Fleßers gestern auch zwei Akteure aufliefen, deren Zeit in Ingolstadt eigentlich schon abgelaufen ist. Beiden war nach durchwachsenen Leistungen in der vergangenen Saison trotz laufender Verträge nahegelegt worden, sich neue Arbeitgeber zu suchen. Offenbar ist ihnen dies bislang aber noch nicht gelungen. Ebenfalls aussortiert wurden Michael Wenczel und Alexander Buch. Während Wenczel als Führungsspieler die U23 des FCI in der Bayernliga verstärken soll, steht Buch möglicherweise vor einem Wechsel zum Drittligisten Jahn Regensburg.

Aus derlei Personalgeplänkel hält sich der Aufsichtsratsvorsitzende Frank Dreves heraus. Der hochrangige Audi-Manager bezeichnet sich selbst als Sportfan, "echte Fachmänner haben wir in der sportlichen Leitung um Harald Gärtner". Als Fan fiebere er der kommenden Saison besonders entgegen, "wohl selten war die zweite Bundesliga attraktiver als jetzt". Zudem habe der FCI mit dem neuen Stadion endlich eine Heimat bekommen. Als Namensgeber steuert Audi rund fünf Millionen Euro zu den Gesamtkosten von 25 Millionen Euro bei. "Wichtig ist es jetzt, dass die Region den FC Ingolstadt wahrnimmt. Dafür muss man ihr aber Zeit geben."

Als größter Arbeitgeber trage Audi Verantwortung für die Entwicklung der Region. Dies habe der Autobauer mit seinem Engagement beim Bau des neuen Stadions einmal mehr unterstrichen. Nicht verhehlen wollte Dreves, dass der Abstieg in die dritte Liga am Ende der vorvergangenen Saison für Hauptsponsor Audi "schwierig" gewesen sei. In der kommenden Saison gelte es deshalb vor allem, den Klassenerhalt zu sichern. Bei den Neuverpflichtungen habe er auf dem Weg dorthin ein gutes Gefühl. "Wichtig ist, dass wir ohne schlimmere Verletzungen durch die Vorbereitung kommen. Dass unsere Trainer gute Arbeit leisten, haben wir in der Relegation gegen Rostock gesehen. Die Mannschaft konnte dort noch zulegen und hat den Aufstieg geschafft."

Und auch gestern versprühten die so gelobten Sportler schon wieder Spiel- und Einsatzfreude. Vor allem im abschließenden Trainingsspiel war schnell zu sehen, dass der Kampf um die Plätze in der Startelf bereits voll entbrannt ist.

"Mein erster Eindruck ist sehr gut", lobte Cheftrainer Michael Wiesinger. Heute und morgen werden er und sein neuer Assistent Uwe Wolf mithilfe verschiedener Leistungstests die Fitnesswerte der Spieler überprüfen. Ab Mittwoch beginnt dann die reguläre Vorbereitung.

Zunächst kann Wiesinger dabei aber nur sporadisch anwesend sein. In dieser und der kommenden Woche muss er jeweils von Montag bis Mittwoch nach Köln, wo er gerade die Ausbildung zum Fußballlehrer absolviert. Danach kann er sich vier Wochen voll auf seine Mannschaft konzentrieren, ehe der nächste Ausbildungsblock ansteht.

Während Wiesinger in Köln weilt, wird Wolf die Übungseinheiten leiten. "Mir hat schon ein Training gereicht um zu sehen, dass wir uns blind verstehen", sagte Wiesinger.

Ihren ersten Pflichtspieltermin hat seine Mannschaft am Freitag, 13. August. Dann erwartet der FCI den Karlsruher SC in der ersten Hauptrunde des DFB-Pokals.

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