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Verkehr

15.07.2015

Achtung Autofahrer, so gefährlich ist der Blick auf das Handy

Handy am Steuer: Das kann für Autofahrer gefährlich enden.
Bild: Arno Burgi (dpa)

Wer beim Autofahren sein Handy benutzt, riskiert nicht nur ein Bußgeld und einen Punkt. Einige Zahlen verdeutlichen, wie gefährlich der Blick auf das Smartphone sein kann.

Auf der Länge eines Tennisplatzes einfach mal nichts mitbekommen: Das passiert, wenn man am Steuer sitzt, 50 Stundenkilometer schnell fährt und etwa zwei Sekunden auf sein Handy schaut. Rund ein halbes Fußballfeld zieht an einem vorbei, ohne dass man es merkt: 80 Stundenkilometer schnell gefahren, den Zwei-Sekunden-Blick aufs Handy riskiert. Circa 60 Meter hinter sich gelassen, ohne sie tatsächlich registriert zu haben: Tempo 100, ebenfalls zwei Sekunden. Der Auto Club Europa, kurz ACE, hat diese Zahlen ausgerechnet.

Florian Baar ist der ACE-Regionalbeauftragte für Bayern. Er und seine Mitstreiter haben in den vergangenen Wochen an verschiedenen Stellen in Nördlingen Autofahrer dahingehend beobachtet, ob sie mit dem Handy am Ohr am Steuer saßen oder Nachrichten auf dem Smartphone getippt haben.

Handynutzung und Alkohol haben beim Fahren ähnliche Auswirkungen

Nur wenige konnten die Ehrenamtlichen des ACE auf einem großen Parkplatz vor einem Supermarkt entdecken. Baar sagt: „Das ist klar, schließlich sucht man da ja gerade einen Stellplatz.“ Ganz anders sah das Ganze dagegen vor einer Bahnschranke aus.

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Die kurze Zeit, bis der Zug durch war und die Schranke wieder aufging, nutzten viele, um schnell noch etwas via Smartphone loszuwerden. Doch auch das sei verboten, sagt Baar im Gespräch mit den Rieser Nachrichten: „Man muss den Motor ausschalten.“ Erst dann dürfe man sich mit seinem Mobiltelefon beschäftigen. In einer Broschüre weist der ACE daraufhin, wie gefährlich das Handy am Steuer ist.

Darin wird Psychologie-Professor Dr. Mark Vollrath wie folgt zitiert: „Wir haben die Smartphone-Nutzung für eine Studie mit der Wirkung von Alkohol verglichen. Da sind wir bei vergleichsweisen Alkoholeinwirkungen von 1,1 bis 1,2 Promille.“ Die Zahl der ungeklärten Unfälle sei gestiegen, sagt Baar – er vermutet, dass viele deshalb geschehen sind, weil jemand von seinem Telefon abgelenkt war. Doch wer das sage, verliere im Zweifel seinen Versicherungsschutz – und schweige deshalb lieber.

Handyverbot gilt auch für Radfahrer

„Es gibt da sicherlich eine Dunkelziffer“, sagt auch Raimund Pauli, Sprecher der Polizei in Nördlingen. Das Handy am Ohr, in der Hand mit Lautsprecher, Nachrichten tippen oder lesen – all das sei verboten und werde mit einem Bußgeldsatz von 60 Euro und einem Punkt in Flensburg geahndet, sagt er. Und auch, wer mit dem Rad unterwegs ist, darf nicht zum Mobiltelefon greifen – 25 Euro werden sonst fällig.

Im vergangenen Jahr habe es im Bereich der Polizeiinspektion Nördlingen 439 sogenannte Handyverstöße gegeben, im gesamten Landkreis seien es 1750 gewesen, sagt Pauli. Im ersten Halbjahr 2015 lag die Zahl im Bereich Nördlingen bei 197, im Landkreis Donau-Ries bei 507. Der Polizeisprecher meint, dass sowohl ältere als auch jüngere, männliche und weibliche Autofahrer gegen das Handyverbot verstoßen würden: „Da gibt es keine signifikanten Unterschiede.“

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