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Mönchsdeggingen

20.02.2018

Almarin-Euphorie schlägt hohe Wellen

Zum Bersten voll war der Saal der Rose in Mönchsdeggingen – der beste Beweis für das enorme öffentliche Interesse an der Rettung des Almarin.
Bild: Ronald Hummel

Der Saal der „Rose“ platzt beim Infoabend aus allen Nähten. Was die Besucher noch über die Bad-Aktion in Mönchsdeggingen erfuhren.

Die Almarin-Retter wollten zum Infoabend ein Zeichen setzen – das gelang ihnen bevor auch nur ein Wort gesprochen wurde. Denn der unerwartete Andrang sprach für sich: Mit rund 200 Gästen war der Saal im Gasthaus „Rose“ zum Bersten voll. Rolf Bergdolt, Vorsitzender des Fördervereins Almarin, berichtete, wie die Rettungsaktion des traditionellen Schwimmbades in den vergangenen Monaten anlief und hob hervor, dass nicht zuletzt die Rieser Nachrichten, die vorher schon das Thema Hallenbäder in den Fokus genommen hatten, die öffentliche Begeisterung und Hilfsbereitschaft für das ehrenamtliche Rettungsprojekt befeuerten.

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Der zweite Vorsitzende Michael Gumpp führte eine ganze Liste von gut 150 Helfern und zahlreichen Firmen auf, die Arbeitsleistung und teils unentgeltlich Technik zur Verfügung stellten. Viel Idealismus sei dabei spürbar gewesen: „Es war ein großer emotionaler Moment, als die erste Dusche wieder lief“, sagte Gumpp. „Da gab es keinerlei Verhinderungsenergie“, drückte er es aus, dass aus allen Bereichen Hilfe kam. Diese beispiellose Art des Zusammenhalts schlug bereits bayernweit Wellen. Gumpp zählte eine ganze Liste von TV- und Rundfunksendern auf, die sich schon anmeldeten. Bei Mitgliedern des Bayerischen Landtages hatten Gumpp und Bergdolt deutlich gemacht, dass im Ries der generelle öffentliche Wunsch nach mehr Schwimmbädern besonders stark zum Ausdruck komme, die Badewoche solle auch politisches Zeichen sein.

Erwartungsgemäß kam aus dem Publikum die Frage, wie es nach der Aktion schließlich weiter gehen solle. „Lasst und aus der Woche lernen“, schlug Rolf Bergdolt vor, und erklärte, dass man hier entscheidende Erfahrungen für einen Dauerbetrieb sammeln wolle. Hierbei stünden Personal- und Energiekosten im Vordergrund. Das Personal müsse effizient eingesetzt werden. So sei künftig ein einfaches Abkassieren an der Eingangstür wie früher nicht mehr möglich. Bei der Energieversorgung hingegen gäbe es heute Möglichkeiten, die vor zehn Jahren noch nicht existierten: „Wir haben dazu einen Baukasten mit 49 Ideen“, sagte Bergdolt; sie reichten von Biogas-Abwärme bis Blockheizkraftwerk. Kritisch auf sechsstellige Defizit-Beträge bei vergleichbaren Bädern angesprochen, erklärte Bergdolt, man müsse einen Badebetrieb als Ganzes ins Auge fassen und nannte ein Beispiel, wo über Defizite geklagt wurde, aber zwei hauptamtlich Angestellte nur mit der Ausgabe von Garderoben-Bügeln beschäftigt waren. In der Badewoche werde man konkret erfassen, was zum Dauerbetrieb notwendig sei, „mit spitzem Stift rechnen“ und sich dann um Fördertöpfe kümmern. Seit 1975 bis zur Schließung 2010 sei akribisch ein Betriebstagebuch unter anderem mit dem Ölverbrauch geführt worden, das wertvolle Erfahrungswerte liefere.

Bauleiter Dieter Rögele rief alle Helfer auf, sich am kommenden Freitag um 15 Uhr oder auch am Samstagmorgen für die finalen Aufräumarbeiten einzufinden. Der dritte Bürgermeister Thomas Nödel (Bürgermeister Karl Wiedenmann fehlte krankheitsbedingt) erklärte, die Gemeinde sehe sich in keinerlei Konkurrenz zu anderen Bädern. Der Gemeinderat habe bereits eine Anschubfinanzierung beschlossen, die Mitarbeiter des Bauhofs stünden den Almarin-Rettern zur Verfügung. „Man sieht heute, wie sehr es den Menschen auf den Nägeln brennt. Lasst uns jetzt alle an einem Strang ziehen.“

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