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Fremdingen

04.03.2020

Anträge online abgeben: Fremdingen digitalisiert sein Rathaus

Einige Anträge können künftig online bei der Gemeinde Fremdingen abgegeben werden.
Bild: Christin Klose, dpa (Symbolbild)

Plus Die Gemeinde Fremdingen stellt viele Dienstleistungen im Internet zur Verfügung. So kann man seinen Wohnsitz anmelden oder eine Geburtsurkunde beantragen.

Das Internet hat keine Öffnungszeiten wie das Rathaus. Den Facebook-Kommentaren auf der Gemeinde-Seite zufolge sind einige Bürger auch zu später Stunde noch, um 22 oder 23 Uhr, an kommunalen Angelegenheiten interessiert, wie Frank-Markus Merkt , Bürgermeister von Fremdingen , bemerkt hat.

Die Digitalisierung bietet für die Verwaltung viele Vorteile, bis 2022 sollen gemäß dem Online-Zugangsgesetz (OZG) alle kommunalen Verwaltungsleistungen über ein Online-Portal zugänglich sein. Fremdingen hat hierfür eine Anschubfinanzierung in Höhe von 9225 Euro erhalten und plant nun, etliche Online-Dienste einzuführen. Die Gemeinde hat damit eine Vorreiterrolle inne, außer Fremdingen hätten im Landkreis bislang nur noch die Gemeinden Möttingen , Marxheim und die Verwaltungsgemeinschaft Monheim die Förderung erhalten.

Ab Dezember 2020 stehen die Angebote in Fremdingen zur Verfügung

Die Fremdinger Bürger können ab Dezember 2020 „mit der Maus ins Rathaus“, wie ein Kampagnenspruch lautet. Auf der Online-Plattform kann man unter anderem eine Nebenwohnung anmelden, Meldebescheinigungen sowie Geburts-, Ehe- und Sterbeurkunden beantragen. Wer umzieht, kann dies ebenfalls online anmelden und wer einen längeren Auslandsaufenthalt plant, kann dort für Wahlen eine Auslandsanschrift angeben; auch den eigenen Hund kann man online für die Hundesteuer registrieren. Bis 2022 könnte laut dem Bürgermeister auch noch die Möglichkeit für Unternehmen hinzukommen, sich online für die Gewerbesteuer an- bzw. abzumelden.

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Für die technische Umsetzung der Online-Dienste habe man sich für die EDV-Firma Komuna entschieden, die in der Nähe von Landshut ihren Firmensitz habe und einer von zwei großen Softwareanbietern in diesem Bereich in Bayern sei, sagt der Bürgermeister. Wie genau der Zugang für die Bürger erfolgen wird, ob mit einer Bürger-Kennung oder einer Zertifikatsdatei oder ähnlichem, sei bislang noch nicht geklärt. Fest stehe aber, dass „die Daten sicher sein müssen“, betont Merkt. Der Anbieter werde den Sicherheitsstandard zertifizieren und man werde sich mit der Informationssicherheitsbeauftragten des Landratsamts abstimmen. Die Europäische Datenschutzgrundverordnung werde selbstverständlich auch implementiert.

Die Infrastruktur ist in Fremdingen laut Merkt ebenfalls gut ausgebaut. Dank der Teilnahme an den Breitbandförderprogrammen I und II stehen allen Haushalten in der Gemeinde Verbindungsgeschwindigkeiten von 30 bis 50 Mbits zur Verfügung. In den Neubaugebieten, im Gewerbegebiet sowie in Ortschaften mit einem Nahwärmenetz seien unlängst Glasfaserkabel von der Telekom oder anderen Anbietern verlegt worden. Wie die Bürger das neue digitale Angebot annehmen werden, ist ungewiss. „Ich erhoffe mir aber schon einiges davon“, sagt Merkt. Er rechnet damit, dass der Publikumsverkehr im Rathaus abnehmen werde und weist damit zugleich auf einen Nachteil der Digitalisierung hin: dass der persönliche Kontakt mit den Bürgern weniger werde. Positiv sei aber der ökologische Aspekt, dass man viel Papier spare.

Ausdrucken müssen Fremdinger die Anträge nicht mehr

Zwar konnten bisher schon einige Anträge digital abgerufen werden, jedoch mussten die Bürger diese erst ausdrucken, unterschreiben und dann in Papierform im Rathaus einreichen. Digital heiße aber, dass die Bürger die Anträge direkt online abschicken können, erklärt Merkt , ohne „Medienbruch“ von digital zu analog. Wie hoch die Kostenersparnis dadurch sein wird, lasse sich momentan aber noch nicht sagen.

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