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Apotheken: AvP-Insolvenz schwächt auch den Landkreis Donau-Ries

Kommentar Von Verena Mörzl
08.10.2020

Dass Apotheken im Landkreis Donau-Ries unverschuldet in eine finanzielle Schieflage kommen, ist ungerecht. Die Hoffnung auf staatliche Unterstützung ist außerdem gering, meint Redakteurin Verena Mörzl.

Die Pleite des Rezeptabrechners AvP trifft nicht nur die kleineren und jüngeren Apotheken hart. Sogar Arztpraxen könnten theoretisch betroffen sein, wenn auch nicht so massiv wie die Apotheken. Dem ländlichen Raum macht die Insolvenz ganz besonders zu schaffen. Denn dort sinkt in vielen Gegenden die Zahl der Apotheken in den vergangenen Jahren. Nur ein Beispiel: In Fremdingen hat 2017 die einzige Apotheke in der Gemeinde geschlossen.

Apotheken galten als systemrelevant wie die Pflege

Der sogenannte Hersteller-Rabatt, bei dem Krankenkassen weniger für Medikamente zahlen und den Apotheken vorschießen müssen, macht die Lage in der Arzneiversorgung noch prekärer. Die Geschäfte verlieren nicht nur bis zu sechsstellige Euro-Beträge. Dazu kommt eben der Rabatt für die Krankenkassen im teils fünfstelligen Bereich. Eine ungerechte und aussichtslose Lage, mit der sich so manche Apotheke bereits abgefunden hat. Ein Rettungsschirm für die Apotheken scheint mit Blick auf die Pflege fast aussichtslos, obwohl auch sie als systemrelevant eingestuft worden sind. Das ist ebenso bitter. Mit Krediten oder Stundungen ist nur wenigen wirklich geholfen.

Fast schon zynisch kommt in diesem Zusammenhang das 250 Millionen Euro schwere sogenannte Hilfsprogramm eines anderen Abrechnungsriesen daher, der die mehr als 3000 niedergelassenen Apotheken nun retten will. Voraussetzung ist , einen Abrechnungsvertrag abzuschließen. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.

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