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Zuckerrüben

11.05.2015

Bayerische Zuckerrüben brechen Rekorde - nur nicht in den Kassen

Es werden zwar immer mehr Zuckerrüben geerntet, doch die Anbauer müssen wegen des sinkenden Weltmarktpreises dennoch Einbußen hinnehmen.
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Es werden zwar immer mehr Zuckerrüben geerntet, doch die Anbauer müssen wegen des sinkenden Weltmarktpreises dennoch Einbußen hinnehmen.
Bild: Fred Schöllhorn

Bayerische Anbauer freuen sich über eine gute Ernte. Doch die Lage am Weltmarkt ist schwierig

Die jüngste Rübenernte wird als Rekordernte in die Annalen der deutschen Zuckerrübenwirtschaft eingehen. Auch in Nordschwaben gab es eine außerordentliche Ernte. Einzig: Der Preisverfall hat dafür gesorgt, dass den Landwirten am Ende wesentlich weniger an Ertrag blieb, als im Vorjahr, in dem die Ergebnisse 30 Prozent darunter lagen. „Es sind schwierige Zeiten“, war daher auch der Tenor der Beiträge bei der Mitgliederversammlung des Verbands Bayerischer Zuckerrübenanbauer.

„Letztlich war das Jahr enttäuschend“, resümierte der neue Vorsitzende Helmut Friedl bei der Tagung in der Sporthalle beim Schulzentrum in Rain. „Wir haben die größte Rübenmenge erreicht, die jemals im Verbandsgebiet erzeugt wurde“, sagte Friedl. Ein Blick in den Geschäftsbericht beweist die Analysen: Der durchschnittliche Hektarertrag, den die 432 Rübenbauer im Landkreis auf einer Fläche von 2493 Hektar erzielten, wird mit 98 Tonnen ausgewiesen.

Die Mitgliederversammlung des Verbands der Zuckerrübenanbauer leitete Vorsitzender Helmut Friedl (rechts), Geschäftsführer Rudolf Apfelbeck erläuterte den Geschäftsbericht.
Bild: bih

Um über 20 Prozent ist das Zuckerergebnis angewachsen: Aus einem Hektar Rüben wurden 13 Tonnen Zucker gewonnen. „Die klimatischen Bedingungen waren einfach hervorragend“, sagte Friedl. Die Rübenlieferung, so seine Bilanz, habe in den deutschen Zuckerfabriken um knapp 36 Prozent auf fast 29 Millionen Tonnen zugenommen. Der Zuckergehalt der Rüben lag mit 17,3 Prozent nur unwesentlich unter dem Vorjahreswert. „Die Zuckerbranche hat an ihrer Leistungsfähigkeit gearbeitet“, meinte dazu mit Dr. Rainer Schechter von der Südzucker AG Mannheim/Ochsenfurt ein Sprecher. Schechter appellierte an die Einheit im Verband, an das Zusammenstehen, „dann können wir die anstehenden Herausforderungen meistern“. Vorsitzender Friedl hatte bereits zuvor ein Miteinander „wie Pech und Schwefel“ gefordert. Nur so könne die schwierige Lange am Zuckermarkt überstanden werden.

„Jetzt rächen sich die in den vergangenen Jahren von der Kommission ermöglichten Einfuhren. Der Preisverfall ist existenziell bedrohlich“, erklärte Günter Tissen, Hauptgeschäftsführer der Wirtschaftlichen Vereinigung Zucker (WVZ). Er referierte über die Zukunft der Branche. Es reiche nicht, die Marktwirtschaft nur zu beobachten, sagte er. Die Europäische Kommission müsse im Vorfeld der weltweit beispiellosen Liberalisierung des EU-Zckermarktes endlich handeln und den Wandel konstruktiv unterstützen. So hätten verschiedene Mitgliedsstaaten deutlich gemacht, dass es kurzfristig realisierbare Maßnahmen gäbe. Dazu gehöre auch die Beihilfe zur privaten Lagerhaltung. Auch eine Ausweitung der Exportmöglichkeiten dürfe nicht tabu bleiben.

Tissen kritisierte die EU auch im Hinblick auf den Wegfall der Zuckerquoten und der Streichung des Rübenmindestpreises zum Oktober 2017. „Das wird weitreichende Veränderungen bringen“, sagte dazu Geschäftsführer Dr. Rudolf Apfelbeck. Tissen sprach von einer Untätigkeit der Europäischen Kommission. Wie Apfelbeck ausführte, hätten sich die Zuckerrübenanbauer in Süddeutschland mit den Verantwortlichen der Südzucker teilweise bereits verständigt. Apfelbeck: „Dabei bleiben die Lieferrechte die Basis für unsere Zusammenarbeit.“

Grußworte sprachen Rains Bürgermeister Gerhard Martin („Wir verstehen uns als Kompetenzzentrum der Landwirtschaft“) sowie Teddy Steinmayr, Obmann-Stellvertreter der Oberösterreichischen Rübenbauerngenossenschaft, und Dr. Hans-Jörg Gebhard, der Vorsitzende des Verbandes Süddeutscher Zuckerrübenanbauer. Alle Redner waren sich einig, dass den Rübenananbauern in der Region vor den Veränderungen nicht bange sein müsse, weil sie über die besten Anbauflächen in ganz Europa verfügten.

Einig war sich die Versammlung, die Satzung des Verbandes (sie stammt aus dem Jahr 1937) innerhalb der nächsten Monate komplett juristisch überarbeiten zu lassen.

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