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Landkreis Donau-Ries

20.02.2021

Brüssel, Grundwasser und Blühflächen beschäftigen die Landwirte im Kreis Donau-Ries

Die Pläne der EU-Kommission und die EU-Agrarpolitik waren Themen bei einer Online-Ortsobmänner-Versammlung.
Bild: Bernhard Weizenegger (Symbol)

Plus Welche Themen bei der BBV-Obmänner-Versammlung im Landkreis Donau-Ries digital angesprochen werden und warum sich vier Interessensgemeinschaften bilden.

Die Themenfelder „Pläne der EU-Kommission“ und „EU-Agrarpolitik der kommenden sechs Jahre“ sowie aktuelle Aufgabenfelder der Geschäftsstelle des Bayerischen Bauernverbands (BBV) in Donauwörth wurden bei der Online-Ortsobmänner-Versammlung im Kreisverband Donau-Ries behandelt. Den Ausführungen von Janne Richelsen vom Deutschen-Bauernverband-Büro in Brüssel (wir berichteten) schloss sich das Referat von Matthias Borst, Leiter Agrarpolitik des BBV, an.

Diese Zahlungen bekommen die Bauern in Deutschland von der EU

Nach Borsts Informationen soll das Brüsseler Budget der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) in den kommenden sechs Jahren 387 Milliarden Euro umfassen, eine Erhöhung um 1,2 Prozent. 270 Milliarden Euro seien an Direktzahlungen vorgesehen, eine Verringerung um zwei Prozent. Für die sogenannte zweite Säule seien 96 Milliarden Euro bei 3,3-prozentiger Steigerung vorgesehen. Deutschland solle in den Jahren 2021 bis 2027 durchschnittlich 4,9 Milliarden Euro an Direktzahlungen und 1,2 Milliarden Euro an EU-Mitteln in der zweiten Säule erhalten. Eine Übergangsregelung bis Ende kommenden Jahres sei vorgesehen, die Umsetzung sei zum 1. Januar 2023 geplant. Die Architektur der GAP sehe bei der zweiten Säule freiwillige, mehrjährige Agrarumwelt- und Klimamaßnahmen vor, bei der ersten Säule werden bisherige „Cross-Compliance“ und „Greening“ durch den künftigen Begriff „Konditionalität“ abgelöst.

Kreisobmann Karlheinz Götz (Birkhausen) bedankte sich für die Einblicke in die beabsichtigte Marschrichtung der Brüsseler Agrarpolitik und leitete zu den Grußworten des Landtagsabgeordneten Johann Häusler (FW) und des Bezirksrats Peter Schiele (CSU) über. Beide Politiker unterstützen den BBV in ihren Positionen und beim Einsatz für die Anliegen der Landwirte.

Brennendes Thema sind die Grundwasserkörper

„Brennendes Thema“ für BBV-Geschäftsführer Michael Stiller (Donauwörth) sind die im Landkreis Donau-Ries betroffenen 14 Grundwasserkörper. Acht davon seien rot und sechs grün. Nach einer spontanen Abfrage in der Online-Konferenz werden sich vier Interessensgemeinschaften (IG) bilden, unter anderem im Raum Deiningen, bei Genderkingen und südlich von Rain. Für zwei Gebiete wurden bereits IG gebildet, zwei befinden sich in der Gründung. Die Ortsverbände werden angeschrieben, um konkrete Schritte einzuleiten.

Widersprüche beim Thema HQ 100 (hundertjährliches Hochwasser) an der Donau werden noch mit dem Wasserwirtschaftsamt abgeklärt. Niedergeschlagen wurden die Vorschläge des BBV bei der Ortsumfahrung von Möttingen. Der Verband will gegen den Flächenverbrauch und damit die Lebensgrundlage der Landwirte ankämpfen. Enttäuscht sei der BBV von der sinkenden Akzeptanz der Blühpatenschaften, die von einst 181 Patenschaften mittlerweile auf 70 geschrumpft sei. Für fünf Euro können 25 Quadratmeter Blühfläche angelegt werden.

Michael Stiller vom BBV streifte noch die Biberschäden, Uferrandstreifen an Bächen, verwies auf die Beratungsangebote des BBV (telefonisch unter 0906/706460 oder bei Terminvereinbarung) und hob einen kritischen Blick auf die sogenannten gelben Gebiete mit Phosphatbelastung.

Hierbei werde der Eintrag von Kläranlagen oder anderen Faktoren außerhalb der Landwirtschaft nicht berücksichtigt. Stellvertretender Kreisobmann Simon Michel beendete die Online-Ortsobmänner-Versammlung, der sich ein Meinungsaustausch unter den zugeschalteten Mitgliedern anschloss.

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