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Corona-Jahr 2020: Vieles ist „oben“ verbockt worden

Kommentar Von Robert Milde
30.12.2020

Plus 2020 neigt sich dem Ende, endlich, werden einige sagen. Corona, Bildung, Sport: Robert Milde mit einem Jahresrückblick.

Was für ein verrücktes Jahr 2020, das in der Region mit einem überaus fairen (manche sagen langweiligen) Kommunalwahlkampf samt zwei stimmungsvollen Podiumsdiskussionen unserer Zeitung in Oettingen und Nördlingen so erfreulich begann, mit dem Urnengang am 15. März und der Brief-Stichwahl am 29. März journalistische Höhepunkte hatte und dann schlagartig zum Corona-Jahr wurde – und blieb. Von wenigen Ausnahmen abgesehen, konnte kaum eine größere Veranstaltung stattfinden, der Sport musste beinahe komplett seinen Betrieb einstellen, einzig Stadt- und Gemeinderatssitzungen durften abgehalten werden. Und sonst: Corona, Corona und noch einmal Corona.

In der Retrospektive wird es immer das Corona-Jahr bleiben, das möglicherweise eine ganze Generation prägen wird. Skeptiker fürchten, dass der mehrmonatige Ausfall von Präsenzunterricht junge Schülerinnen und Schüler nachhaltig beeinträchtigen könnte. Festzuhalten bleibt, dass unser Bildungssystem – zumindest große Teile davon – noch lange nicht im digitalen Zeitalter angekommen ist. Schulen und Schulämter äußerten hinter vorgehaltener Hand, dass sie sich „von oben“ in der Krise allein gelassen fühlen. Dass die Strukturen für Online-Unterricht nur unzureichend vorbereitet wurden, brachte auch dem bayerischen Kultusminister Michael Piazolo heftige Kritik ein. Höchstens 4-, Herr Minister, könnte man es salopp formulieren.

Unterstützung aus dem Ministerium vermisste man auch auf dem Gesundheitssektor

Unterstützung aus dem zuständigen Ministerium vermisste man auch auf dem Gesundheitssektor. An dieser Stelle ist heuer schon häufig Kritik an den Gesundheitsbehörden des Landkreises geübt worden, doch nicht für alles, was schief ging, darf man die regionalen Entscheidungsträger verantwortlich machen. Es ist zum Beispiel ein Unding, dass die vom Gesundheitsministerium versprochene Software zur Unterstützung der aufwendigen Impflogistik nach wie vor auf sich warten lasst. Digitaler Fortschritt, das zeigt sich immer wieder, steht zwar in Bund und Land auf der Agenda ganz oben, doch es mangelt ganz offensichtlich an Experten, die das große Aufgabenfeld auch kompetent abarbeiten.

Auch im Jahr eins nach Corona – oder besser: im Jahr zwei von Corona – wird es in der Region Überraschungen geben, vielleicht sogar auf den ersten Blick verrückte Entscheidungen. In Nördlingen zum Beispiel ist die Auslagerung des Werkunterrichts der Grundschule Mitte in angemietete Container sicherlich keine Dauerlösung. Eine ernsthaft überlegte Option ist offenbar, das im Hallgebäude aus allen Nähten platzende Stadtarchiv auszulagern und die frei werdenden Räume der Schule zur Verfügung zu stellen. Wohin mit dem Archiv? Vielleicht ins alte Hallenbad, wenn in zwei Jahren der Neubau steht.

Aber bitte nicht vergessen, vorher das Wasser abzulassen.

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