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Corona-Zahlen aufgeschlüsselt nach Gemeinden: Späte Einsicht des Landrats

Kommentar Von Robert Milde
06.11.2020

Plus Krisenmanagement funktioniert nur dann, wenn es transparent ist, meint Robert Milde in seinem Kommentar.

Corona war das dominierende Thema dieser Woche, kein Wunder angesichts des seit Montag bundesweit geltenden „Lockdown Light“ und „hoch dunkelroter“ Inzidenzzahlen im Landkreis Donau-Ries. Der statistische Wert von 217,51 Fällen pro 100.000 Einwohner in den letzten sieben Tagen bedeutet in dieser wenig erstrebenswerten Hitliste Rang acht in Bayern (hier „führt“ die Stadt Augsburg mit 370,55 Fällen) und Rang 27 bundesweit. 412 Städte und Landkreise sind in dieser Rangfolge gelistet.

Selbst die nicht gerade für überbordende Kommunikation mit der Öffentlichkeit bekannte Bundeskanzlerin Angela Merkel hat während der Corona-Pandemie erkannt, dass Krisenmanagement nur dann funktionieren kann, wenn es transparent ist. So oft wie in ihrer gesamten bisherigen Amtszeit nicht hat sie sich in diesem Jahr über die Medien an die Bürgerinnen und Bürger gewandt, um beinahe gebetsmühlenartig die Notwendigkeit staatlicher Maßnahmen zu erläutern. Die durch Meinungsumfragen bestätigte hohe Akzeptanz der Regelungen war der Erfolg dieser Offensive.

Corona Landkreis Donau-Ries: Immer häufiger fordern Menschen detaillierte Zahlen

Im Landratsamt Donau-Ries war man diesbezüglich bis vor kurzem deutlich zurückhaltender. Was von den Menschen der Region auch unserer Zeitung gegenüber immer wieder gefordert und in den Nachbarlandkreisen (vor allem in Baden-Württemberg) zum Teil schon seit dem Frühsommer praktiziert wurde, ist erst seit gestern umgesetzt: eine tagesaktuelle Statistik der Corona-Infektionen in den einzelnen Städten und Gemeinden.

Wichtige Zahlen, die nichts mit Voyeurismus zu tun haben

Diese Zahlen, die bisher mit dem Hinweis auf den Datenschutz unter Verschluss gehalten wurden, sind wichtige Informationen und haben nichts mit Voyeurismus oder „an den Pranger stellen“ zu tun. Sie mahnen zur Vorsicht oder beruhigen, sie können Grundlage für politische Entscheidungen im Kleinen sein. Vor allem aber sorgt diese Transparenz beim Bürger für das gute Gefühl, dass die Behörden die Lage unter Kontrolle haben. Zu was diese Statistik nicht führen darf – und hier ist Landrat Stefan Rößle ausdrücklich beizupflichten – ist Leichtsinn in den Kommunen, die derzeit nur wenige sogenannte Indexfälle aufweisen. Wie schnell eine einzige aus dem Ruder gelaufene Party die Situation verändern kann, haben die vergangenen Wochen leider eindrucksvoll bewiesen.

Alerheim und Wolferstadt, Anfang und Ende der alphabetisch geordneten Liste der Landkreiskommunen, sind zwei der aktuell insgesamt sieben Gemeinden ohne Indexfall. Dazwischen (und natürlich auch weiterhin in den beiden genannten Gemeinden) wird noch viel Disziplin notwendig sein, um das Corona-Virus einzudämmen. Und zwar nicht nur im „Lockdown-Light“-Monat November, das dürfte allen klar sein.

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