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Nördlingen

06.04.2021

Coronavirus: Jetzt können die Hausärzte im Ries mit Impfungen loslegen

Ab diesem Mittwoch können auch die meisten Hausärzte im Landkreis Donau-Ries mit den Impfungen gegen Covid-19 beginnen. Zunächst ist die Impfstoffmenge jedoch gering – soll aber noch größer werden.

Plus Nun können die Hausärzte im Landkreis Donau-Ries im größeren Stil Impfungen gegen Covid-19 durchführen. Doch der Aufwand für die Mediziner ist groß.

An diesem Mittwoch geht es im Landkreis richtig los: Dann kann auch der Großteil der Hausärzte im Landkreis Donau-Ries mit den Impfungen gegen Covid-19 beginnen, bislang war das nur für wenige Praxen möglich. Auch wenn es zunächst einmal erst langsam losgeht, sieht Dr. Sebastian Völkl, ärztlicher Koordinator des Landkreises, einen großen Vorteil in diesem System.

„Wir denken, dass wir mit unserer relativ unkomplizierten und pragmatischen Art, das ein bisschen voranbringen können“, sagt Völkl. Das sei auch keine Kritik an den Impfzentren, die gut funktionieren würden. „Die Praxen machen das mit Impfungen jeden Tag, das ist unser Geschäft“, so Völkl. Nur sei bei einer Grippeimpfung der bürokratische Aufwand nicht so hoch. Aber auch wenn es in Deutschland zu wenige Hausärzte gebe, habe man in Deutschland „ein super Hausarztsystem“.

Das Ziel ist, die Impfungen gegen Covid-19 in die Regelversorgung einzubauen

Das könne man auch nutzen. Doch nicht alle Ärzte im Landkreis könnten so loslegen, wie sie wollen. Ursprünglich sei für die Hausarztpraxen ein höherer Impfstoffschlüssel errechnet worden, knapp 50 Dosen, nun würden die Praxen zunächst weniger Impfstoff, beispielsweise 18 Dosen, bekommen. Langfristig sei das Ziel, die Impfungen in die Regelversorgung einzubauen, sodass, mit entsprechender Vorlaufzeit, vielleicht auch einmal 50 Leute an einem Tag geimpft werden könnten. Doch aufgrund des Impfstoffmangels sei der Weg dahin schwierig. Aber man könne auch keine 500 Impfungen in der Woche zusätzlich zum normalen Betrieb durchführen.

Die Impfungen zu planen ist laut Völkl aufgrund der unklaren Menge an Vakzinen nicht so einfach. Denn die Hausärzte müssen den Impfablauf koordinieren, auf Abstand achten, Impfungen durchführen und die Menschen nach der Impfung 15 bis 20 Minuten noch beobachten.

Die Abläufe bei den Hausärzten müssen sich erst einspielen

Diesen Aufwand kennt auch Dr. Roland Sonnenfroh, Hausarzt in Oettingen. In seiner Praxis finden die Impfungen in zusätzlichen Impfsprechstunden statt. Man versuche, die Impfungen zügig durchzuführen. An diesem Mittwoch beginne man mit rund zwölf Personen, drei Patienten pro Viertelstunde. Die Abläufe müssten sich erst einspielen. Daher würden Fragen zur Impfung in eigenen Sprechstunden beantwortet, das sei dazu nicht machbar. Denn die zusätzliche Arbeit für Helferinnen dürfe man nicht unterschätzen, sagt Sonnenfroh. „Das ist Trockenschwimmen, wir müssen schauen, wie es läuft“, sagt der Arzt über den anstehenden Impfbeginn. Doch er freut sich, mit dem Impfen starten zu können.

„Die Nachfrage ist da, die Patienten haben darauf gewartet, dass wir sie impfen dürfen“, sagt Sonnenfroh. Er findet, dass die Impfungen bei Hausärzten niedrigschwelliger seien. Die Wege für die Menschen seien kurz, das Umfeld gewohnt und man kenne sich. Wichtig sei für Menschen, die sich beim Arzt impfen lassen, dass diese die Termine auch einhalten, da sonst der ganze Ablauf durcheinander komme. Und sie müssen die unterschriebenen Einwilligungsbögen mitbringen, sonst könnten sie nicht geimpft werden.

Was Sebastian Völkl den Menschen rät, die sich impfen lassen wollen

Völkl rät Impfwilligen, sich auch schon vorab mit dem Merkblatt und und dem Anamnese- und Einwilligungsbogen zu beschäftigen. Diese seien auf der Homepage des Robert-Koch-Instituts zu finden, auch in leicht verständlicher Sprache sowie diversen Übersetzungen. Denn er erlebt, dass viele Menschen bei Fragen zu Impfstoffen oder Ähnlichem in den Hausarztpraxen anrufen würden. Durch die Vielzahl an Nachfragen komme es aber auch dazu, dass die Leitungen blockiert seien und Menschen mit Erkrankungen nicht mehr durchkommen.

Wie viel Impfstoff die Ärzte im Landkreis bekommen, ist je nach Praxis unterschiedlich, sagt Wolfgang Diettrich, Sprecher der Apotheken im Landkreis. Über diese wickeln die Ärzte die Bestellungen ab. Er ist zuversichtlich, dass die Ärzte bald mehr Impfstoff gegen Covid-19 bekommen. „Die Menge ist am Anfang gering, soll aber im April hochgefahren werden“, schildert Diettrich. Die Nachfrage der Ärzte sei jedenfalls hoch.

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