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Nördlingen

07.09.2020

Das erwartet Besucher beim Romantischen Weihnachtsmarkt 2020 in Nördlingen

In Nördlingen dauert der Weihnachtsmarkt, anders als in vielen anderen Städten, einige Wochen. Ob er stattfindet, war lange unklar.
Bild: Jochen Aumann (Archiv)

Plus Lange war unsicher: Kann der Romantische Weihnachtsmarkt im Dezember stattfinden? Nun hat die Stadt Nördlingen ihre Zusage gegeben. Das gibt es für Besucher zu beachten.

Nachdem bereits die Nördlinger Mess' Corona zum Opfer gefallen ist, war lange unklar, ob auch der Weihnachtsmarkt nicht stattfinden kann. Nun haben die Verantwortlichen eine Entscheidung getroffen.

Rechnungen sind normalerweise nicht gern gesehen, doch mit Rechnungen für die Stände des Nördlinger Weihnachtsmarktes, die bereits an Händler verschickt wurden, signalisiert die Stadt Nördlingen, dass sie bereits die Organisation des Weihnachtsmarktes in Angriff genommen hat. Beim Nördlinger Ordnungsamt ist dafür Daniel Wizinger zuständig - er beschrieb unserer Zeitung das neue Gesicht des Marktes im Corona-Jahr: Zwangsläufig werde man den jahrelang diskutierten „Ringschluss“, also eine Anordnung des Marktes entlang des geschlossenen Kreises der Fußgängerzone, in Angriff nehmen: „Der Markt beginnt an der Rathaustreppe, zieht sich von dort durch Eisengasse und Löpsinger Straße bis zum ohnehin bestehenden Weihnachtsmarkt.“

Ein Stück fehlt für den "Ringschluss" des Weihnachtsmarkts

Zum vollständigen Ringschluss fehlt der Marktplatz, der für den Wochenmarkt freigehalten wird. Und in der Lücke zwischen Schrannenplatz und Kriegerbrunnen werde wie in den letzten Jahren auch ein Glühweinausschank in der dafür umfunktionierten Eisdiele und an den Stehtischen davor stattfinden. Die neue Anordnung ist Teil des Corona-Konzeptes, bei dem sich die Stadt mangels Vorgaben des Gesundheitsamtes an Einzelhandel und kleineren Märkten orientiert hat. Entscheidend sei dabei der Sicherheitsabstand zwischen den Ständen: „Er beträgt mindestens zwei Meter“, so Wizinger, „die Ausschankbuden haben wir so platziert, dass sie frei stehen, also mindestens fünf Meter von anderen Ständen entfernt.“ Im unmittelbaren Standbereich herrsche in allen Fällen Maskenpflicht, von der die Händler selbst ähnlich wie im Einzelhandel ausgenommen seien, wenn sie eine Plexiglasscheibe anbringen. Außerdem müsse heuer alles wegfallen, was Menschenansammlungen ohne Sicherheitsabstände erzeugen würde - also abgesehen von Krippenweg und Krippenausstellungen fast das gesamte Rahmenprogramm.

Besucherkontrollen wird es nicht geben

So ist die Eröffnungsveranstaltung gestrichen; hier entstand bislang schon zu Beginn das größte Gedränge des Weihnachtsmarktes mit tausenden von Zuschauern. Vor der Alten Schranne wird es diesmal keine Bühne geben und auch keinerlei vereinzelte Musikdarbietungen - gerade, weil diese immer so gut ankamen, gab es hier Gedränge. „Freilich bedeutet Gemütlichkeit immer eine gewisse Enge“, räumt Daniel Wizinger ein, „aber beispielsweise die Wochenmärkte haben sich durch das Auseinanderziehen der Stände eher verbessert.“ Bis Heiligabend werde man sehen, wie die neue Form angekommen sei. „Ich denke, die Veränderungen werden nicht zum Schaden des Weihnachtsmarktes sein“, ist Wizinger heute schon überzeugt. Einlasskontrollen oder Absperrungen wird es nicht geben. So etwas sei weder praktikabel noch gerechtfertigt, sagt Wizinger, weil auch Passanten betroffen wären, die den Weihnachtsmarkt gar nicht besuchen wollten.

Stadtmarketingverein vertraut auf Rücksicht und Vernunft

Susanne Vierkorn vom Stadtmarketingverein „Nördlingen ist’s wert“ zeigt sich sehr glücklich über das Signal der Stadt inmitten der definitiven Absagen anderer Städte, dass der Nördlinger Weihnachtsmarkt nach jetzigem Stand stattfindet: „Das ist wichtig fürs Herz und fürs Geschäft - es wäre trostlos bei uns in der Weihnachtszeit, wenn es den Markt nicht gäbe.“ Im ebenfalls geplanten Sonntagsmarkt sieht sie einen wichtigen Testlauf. Natürlich gebe es keine endgültige Sicherheit bis in die nächsten zweieinhalb Monate hinein. „Dieses Jahr hat gezeigt, dass man nichts langfristig auf dem Schirm und im Griff haben kann“, sagt sie. Allerdings ist sie zuversichtlich, dass in unserer Region wohl eher nichts mehr dazwischen kommt: „Ich denke, die Ansteckungszahlen halten sich bei uns konstant niedrig.“ Und sie ist sicher, dass die Freude über den Markt die Besucher zur entsprechenden Disziplin motivieren wird: „Rücksicht, Vernunft und das Einhalten der Hygiene-Regeln sollte uns die Türen zu einem erfolgreichen Weihnachtsmarkt öffnen.“

Oberbürgermeister David Wittner sieht die Entwicklung hin zum Ringschluss absolut positiv und kann sich vorstellen, diese Form auch in den nächsten Jahren fortzuführen, wenn am Ende des Marktes positive Rückmeldungen von Besuchern und Beschickern kommen. Positive Rückmeldungen vom aufgelockerten Wochenmarkt hat er allemal: „Viele Marktbesucher gaben mir Rückmeldung, dass man dort jetzt besser bummeln könne, was sie als klare Aufwertung sehen.“

Konkretes Ziel für den Weihnachtsmarkt solle sein, die übliche Besucherfrequenz zu halten, ohne dass es zu Gedränge kommt. „Wenn die Infektionszahlen bei uns nicht steigen und keine neue Infektionsschutzverordnung von Bund oder Bayern kommt, die Märkte generell ausdrücklich verbietet, steht dem Weihnachtsmarkt nichts mehr im Weg“, so Oberbürgermeister Wittner.

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