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Mysteriöse Brände

25.06.2009

Der Rieser Feuerteufel sorgt für Nervosität

Der Feuerteufel hat in Fessenheim zugeschlagen. Bild: Mack

Der Feuerteufel aus dem Ries sorgt in den Gemeinden für Nervosität. Die Bürgermeister beraten über Präventivmaßnahmen.

Nördlingen (-fd-/dz) - Geht im Ries ein Feuerteufel um? Bereits zum dritten Mal innerhalb weniger Tage hat in der Nacht zum Donnerstag eine landwirtschaftliche Lagerhalle gebrannt.

Die Nervosität in den Rieser Gemeinden ist deutlich spürbar, vor allem in Deiningen, Alerheim und Fessenheim, wo der oder die Brandstifter zuletzt zugeschlagen haben. Dass zufällig innerhalb weniger Tage drei große Schadensfeuer ausbrechen, daran glaubt nämlich niemand mehr. Und manches spricht für die Feuerwehr dafür, dass auch der Brand in Wemding im vergangenen März in die Serie gehört.

Die Güllefässer sind voll Löschwasser

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Jetzt berät sich Deiningens Bürgermeister Karlheinz Stippler mit seinem Feuerwehrkommandanten über mögliche Präventivmaßnahmen, Alerheims Ortschef Christoph Schmid macht dasselbe. "Wir empfehlen den Landwirten, ihre großen Maschinen und Geräte aus den Stadeln herauszufahren, damit diese im Fall des Falles nicht mit verbrennen", sagt Stippler. Und Schmid hat die Landwirte gebeten, die Güllefässer sicherheitshalber schon auszuspülen und mit Löschwasser zu füllen.

"Am besten sollte die Zugmaschine auch schon bereitstehen", sagt der Alerheimer Bürgermeister und ist sich sicher, dass ähnliche Maßnahmen überall im Ries getroffen werden. Viel mehr könne man eigentlich nicht tun, denn niemand weiß, wo der Brandstifter das nächste Mal zuschlägt.

Der Schaden hat sich gesteigert von Feuer zu Feuer, der Brandstifter braucht offenbar einen immer größeren "Kick", wie Experten vermuten. In Deiningen schätze man 100.000 Euro, in Alerheim eine halbe Million Euro und in Fessenheim vernichteten die Flammen Werte in Höhe von rund zwei Millionen Euro.

Zum Glück hat es der Brandstifter auf einsame Stadel abgesehen, sodass Personen nicht zu Schaden kamen. Die Kripo arbeitet mit Hochdruck, hält sich aber bedeckt, was die Ermittlungsergebnisse angeht. Zu hören war gestern davon, dass mehrere Personen befragt worden sind und einer davon sich verdächtig gemacht habe. Offiziell heißt es allerdings, dass noch keine konkreten Erkenntnisse vorlägen. Deshalb hoffen die Ermittler auch, dass früher oder später jemandem etwas verdächtig vorkommt: Die Bürger werden gebeten, die Augen offen zu halten.

Der Einsatz in der Nacht auf Donnerstag war der härteste bisher und besonders geschlaucht sind sicherlich die Deininger Feuerwehrler, die auch in Alerheim und natürlich im eigenen Dorf im Einsatz waren. Umso höher wiegt das Lob von Kreisbrandrat Bernhard Meyr, der ebenfalls bei den Einsätzen vor Ort war und von Kreisbrandinspektor Thomas Fink aus Oettingen.

Rund 200 Mann im Einsatz

Die landwirtschaftliche Halle, die in Fessenheim brannte, war immerhin 22 auf 82 Meter groß. In ihr hatte man eine Vielzahl von landwirtschaftlichen Geräten abgestellt, darunter auch einen Mähdrescher. Im Einsatz waren die Wehren aus Wemding, Fessenheim, Holzkirchen und Deiningen, unterstützt von der UGOel, der Unterstützungsgruppe örtliche Einsatzleitung, aus Donauwörth. Dazu kamen zwei Rettungswagen samt Notarzt. Alles zusammen wurden rund 200 Mann gezählt.

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