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Wirtschaft

28.10.2017

Die Baubranche wächst zusammen

Funktionäre der Bauinnung Nordschwaben, Vertreter des bayerischen Verbands und Politiker begrüßen die Fusion. Von links: Markus Landenberger-Schneider, Michael Holzinger, Ulrich Lange, Werner Luther, Ulrich Reitenberger, Stefan Rößle, Andreas Demharter, Dr. Michael Kögl, Roman Bayer, Alfred Hackenberg
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Funktionäre der Bauinnung Nordschwaben, Vertreter des bayerischen Verbands und Politiker begrüßen die Fusion. Von links: Markus Landenberger-Schneider, Michael Holzinger, Ulrich Lange, Werner Luther, Ulrich Reitenberger, Stefan Rößle, Andreas Demharter, Dr. Michael Kögl, Roman Bayer, Alfred Hackenberg
Bild: Wehrmann

Die Bauinnungen Donau-Ries und Dillingen fusionieren zur Bauinnung Nordschwaben. Sie wird die zweitgrößte im Regierungsbezirk sein

Die Baubranche verändert sich. Seit Jahrzehnten sinkt die Zahl der Bauunternehmen in der Region, im Gegenzug wachsen einzelne. Etwa ein Unternehmen pro Jahr verschwindet im Landkreis, schätzt der Geschäftsführer der Bauinnung Donau-Ries, Alban Faußner. Wenige Jahre vor der Jahrtausendwende gehörten noch rund 80 Unternehmen zur Innung, heute sind es 56. Bei der Bauinnung Dillingen gebe es eine ähnlich Entwicklung. Dort kam vergangenes Jahr dazu, dass der bisherige Obermeister Ulrich Reitenberger altersbedingt nicht mehr für das Ehrenamt antreten wollte und kein Nachfolger bereitstand. Bei der Fusionsversammlung am Donnerstag sagte Werner Luther, Obermeister im Donau-Ries, dass Reitenberger ihm vergangenes Jahr die Fusion vorgeschlagen habe. Im Dezember 2016 beschloss er in Abstimmung mit dem Vorstand der Bauinnung Donau-Ries die Vereinigung.

Die Vertreter aus der Politik begrüßten die Fusion. Nördlingens stellvertretender Bürgermeister Markus Landenberger-Schneider wies auf die Bedeutung einer starken Bauwirtschaft für den Wirtschaftsstandort Nordschwaben hin. Stefan Rößle, Landrat des Donau-Rieses, und Michael Holzinger, stellvertretender Landrat des Kreises Dillingen, lobten beide den ruhigen Ablauf der Fusionsverhandlungen. Holzinger hob hervor, dass Nordschwaben nun als zweitgrößte Bauinnung Schwabens eine „gewisse Stärke“ habe. Der Bundestagsabgeordnete Ulrich Lange bekräftigte, dass man versuche, in den Sondierungsgesprächen weiterhin Investitionen in der Region möglich zu machen. „Wir sitzen auf dem Geld“, sagte er. Die Bauunternehmen müssten aber auch dafür Sorge tragen, dass sämtliche Projekte umgesetzt würden. Obermeister Werner Luther sagte auf diesen Hinweis bezogen „Wir schaffen das“, was für Lacher im gut gefüllten Saal der Bauinnung in Nördlingen sorgte.

Luther bekräftigte, dass sich für die Unternehmen in der Region, ihre Mitarbeiter und Azubis nichts ändern werde, und wenn „nur zum Guten“. Nördlingen und Dillingen seien durch die digitalen Kommunikationsmittel ohnehin näher aneinandergerückt. Die Distanz sei unproblematischer geworden.

Geschäftsführer Faußner erläuterte unserer Zeitung die Hintergründe der Fusion im Detail. Die bei der Veranstaltung oft genannte „Stärke“, die sich durch die Fusion ergebe, liege vor allem in einem größeren Stimmrecht auf Verbandsebene in Schwaben und Bayern begründet. Eine große Innung könne sich zudem besser nach außen darstellen, das könne sich positiv auf die Suche nach Fachkräften und die Auftragslage auswirken.

Der Vorstand beider Innungen wird vollständig in die neue Innung übernommen und zusammengefasst. Das sei notwendig, sagt Faußner, weil jedes einzelne Vorstandsmitglied „Erfahrung und Kontakte“ mitbringe. Im Laufe der Fusionsverhandlungen habe es natürlich Unklarheiten und Punkte, die zu diskutieren waren, gegeben. So wird der Mitgliedsbeitrag für Unternehmen im Dillinger Kreis, die bisher weniger zahlten, in zwei Stufen auf das Niveau im Donau-Ries angehoben. Mit der Fusion reagiere man auch auf wöchentlich ändernde Verordnungen. Mitgliedsbetriebe benötigten Informationen und Beratung dazu, Arbeitskräfte müsse man aus- und weiterbilden. Das sei gemeinsam besser möglich. Die Maurerausbildung beider Landkreise finde ohnehin schon seit Langem in Nördlingen statt.

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