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17.01.2019

Die Geburtshilfe in Nördlingen soll bleiben

Im Nördlinger Stiftungskrankenhaus sollen auch weiterhin Babys auf die Welt kommen können.
Bild: Szilvia Izsó

Plus Die Belegabteilung soll zu einer Hauptabteilung werden. Woran es derzeit noch fehlt und warum die Verantwortlichen optimistisch sind.

Im Nördlinger Stiftungskrankenhaus sollen auch weiterhin Babys auf die Welt kommen können. Das sagte Landrat Stefan Rößle gestern bei einer Pressekonferenz in der Klinik. Wie berichtet, haben die beiden Belegärzte Dr. Robert Schaich und Dr. Mathias Hübner beschlossen, ihren Dienst am Stift Ende 2019 zu beenden. Deshalb soll die Geburtshilfe im Krankenhaus ab 2020 eine Hauptabteilung werden. Die dafür benötigten Ärzte sollen beim gemeinsamen Kommunalunternehmen Donau-Ries Kliniken und Seniorenheime (gKU) angestellt werden.

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Rößle sagte gestern: „Wir werden die Belegabteilung in eine Hauptabteilung umwandeln, mit allen Konsequenzen.“ Man werde sich jetzt auf den Weg machen, um geeignete Mediziner zu finden. Das gKU könne mit guten Voraussetzungen und einer gesunden Struktur werben. „Wir sind zuversichtlich, dass wir bald Ärzte finden.“ Auch Vorstandsvorsitzender Jürgen Busse zeigte sich optimistisch. Andere Geburtshilfen kämpften in der Vergangenheit mit Personalproblemen, Dillingen musste zeitweise schließen (wir berichteten).

Busse sagt, in diesen Kliniken hätten meist die Hebammen gefehlt – und dieses Problem habe man in Nördlingen nicht. Christine Pflugmacher ist eine der Hebammen in der gynäkologischen Abteilung des Stiftungskrankenhauses. Das Team umfasse acht Hebammen, sagte sie, und: „Wir hätten uns nur sehr ungern getrennt.“ Alle vertrauten jetzt darauf, dass es in Nördlingen weitergehe. Landrat Rößle: „Wir sind froh, dass wir qualifizierte Hebammen haben.“

Die Geburtshilfe in Nördlingen soll bleiben

470 Buben und Mädchen erblicken in Nördlingen pro Jahr das Licht der Welt

Etwa 470 Buben und Mädchen erblicken pro Jahr das Licht der Welt im Nördlinger Krankenhaus. Heuer könnten es vielleicht mehr werden, weil die Geburtshilfe in Dinkelsbühl derzeit geschlossen ist. Dort hatten die Belegärzte im November ihren Vertrag kurzfristig zum Ende des Jahres 2018 gekündigt. Hebamme Christine Pflugmacher berichtet, dass schon einige Frauen aus dem Einzugsgebiet der Dinkelsbühler Klinik nach Nördlingen gekommen seien. Im Stift gibt es derzeit zwei Kreißsäle sowie Mutter-Kind-Räume. „Die Räumlichkeiten passen“, so Landrat Stefan Rößle. Wie viele Ärzte am Ende tatsächlich für die neue Hauptabteilung eingestellt werden, ist noch offen. Das wird davon abhängen, ob die Mediziner Voll- oder Teilzeit arbeiten.

Der Chefarzt der Frauenklinik am Donauwörther Krankenhaus, Dr. Armin Both, geht allerdings davon aus, dass zumindest fünf Fachmediziner für die neue Abteilung nötig sind. Auf das gKU werden damit weitere Kosten zukommen, Vorstandsvorsitzender Busse sieht dem aber gelassen gegenüber. Denn das bayerische Gesundheitsministerium habe signalisiert, dass auch die Geburtshilfe in Nördlingen mit bis zu einer Million Euro gefördert werde.

Nördlingens Zweiter Bürgermeister Markus Landenberger-Schneider, der derzeit Oberbürgermeister Hermann Faul vertritt, sagte gestern: „Das ist ein guter Tag für das Stiftungskrankenhaus. Ich freue mich über dieses klare Bekenntnis zu unserem Haus.“ Er erinnerte sich an die Zeit, als seine eigene Frau schwanger war. Damals sei es gut gewesen, zu wissen, dass in der Nähe eine Geburtshilfe war. Dass auch in Zukunft „echte“ Nördlinger in der Stadt auf die Welt kommen können, sei sehr wichtig und „Teil der Nördlinger Identität“.

Bild: Szilvia Izsó


In Nördlingen muss es laut gKU-Gründungsvertrag eine Geburtshiflfe geben

Wäre eine Schließung der Geburtshilfe am Stift zur Debatte gestanden, dann hätte man „alle Hebel in Bewegung gesetzt“, um dies zu verhindern, betonte Landenberger-Schneider. Doch schon im Gründungsvertrag des gemeinsamen Kommunalunternehmens sei verankert, dass es in Nördlingen eine Geburtshilfe geben müsse. Die sei im ländlich geprägten Landkreis wichtig – der Bürgermeister gab zu bedenken, dass eine Fremdingerin sonst ja bis nach Donauwörth fahren müsste, da Dinkelsbühl geschlossen sei.

Rößle betonte im Gespräch mit den RN, dass es im gKU-Verwaltungsrat keine einzige kritische Stimme zur Hauptabteilung in Nördlingen gegeben habe.

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